FC Bayern: Müllers 260. Sieg - so viele wie Kahn

Bayern-Torschütze Thomas Müller entschuldigt sich beim Chef - für den Sieg in Köln

Arbeitssieg
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Holten ohne viel Glanz drei Punkte mit aus Köln: Bayern-Torschütze Thomas Müller (r) und Joshua Kimmich. Für Müller war der Sieg ein besonderer.

Der Sieg des FC Bayern beim 1. FC Köln war mühsam - aber für Thomas Müller besonders: Das 2:1 war für den Torschützen der 260. Sieg im Bayern-Trikot, damit schloss er zu Oliver Kahn auf.

  • Thomas Müller traf beim 2:1 des FC Bayern in Köln zum 1:0.
  • Der Sieg war für den Ex-Nationalspieler der 260. im Bayern-Trikot.
  • Über Instagram entschuldigte er sich später beim bisherigen Rekordhalter Oliver Kahn.

Köln – Man sagt über Oliver Kahn, dass Busfahrten mit ihm zu aktiven Zeiten keine Unterhaltungsveranstaltungen waren. Vorne, da wo die Schafkopfrunde lief, war der Torhüter selten zu sehen. Stattdessen nahm er gerne im hinteren Teil des Teamgefährts Platz und nutzte die Zeit für das, was ihm Spaß macht: die Börse checken.

Thomas Müller ist da eher anderer Natur. Der 31-Jährige ist am liebsten da, wo das Leben tobt. Nur am Samstag, nach dem mühsamen 2:1 in Köln, zog er sich mal kurz zurück. Er musste einen Post auf Instagram absetzen, bei dem nichts dem Zufall überlassen werden konnte. Er zeigte 260 Mal den Buchstaben „W“ (für Win/Sieg), einen jubelnden Thomas Müller – und war unterschrieben mit den Worten (übersetzt): „Sorry, Oliver Kahn, aber du hast mir einen neuen Vertrag gegeben.“ Der klassische Müller-Humor an dem Tag, an dem er in der ewigen Bundesliga-Sieg-Bilanz zu seinem Chef aufschloss.

Ja, der Erfolg in der Rhein-Metropole war tatsächlich der 260. Sieg, den Müller in bisher 357 Bundesliga-Spielen gefeiert hat. Kahn, heute im Vorstand, hatte dafür zwischen 1994 und 2008 429 Spiele gebraucht. Aber Müller wollte nach Abpfiff nicht noch Salz in die Wunde streuen. Diplomatisch sagte er: „Ich habe in einer Periode beim FC Bayern gespielt, die extrem erfolgreich war. Wir haben alleine acht Mal die Meisterschaft gewonnen – da sind zwangsläufig einige Siege dabei.“ Natürlich habe er seinen Teil dazu beigetragen – auch in Köln sorgte er in Abwesenheit von Robert Lewandowski mit einem Handelfmeter für die Führung. Aber man ist eben auch „abhängig von den Teamkollegen – und da hatte ich sehr, sehr gute“.

Müller macht sich eigentlich nichts aus Rekorden - aus diesem schon

Müller macht sich eigentlich nicht allzu viel aus Rekorden, Statistiken langweilen ihn seit jeher. Aber ein wenig Stolz war ihm da auf dem Rasen schon anzusehen. Berechtigt, wenn man bedenkt, dass der Ex-Nationalspieler allein in dieser Spielzeit jeweils vier Tore geschossen und vorbereitet hat – und auch in Köln zu den besten Bayern gehörte. Beim 2:0 hatte er Torschützen Serge Gnabry mit einem überragenden Laufweg den nötigen Raum verschafft („super von Thomas“), auch so haute er sich rein, dirigierte lautstark, kämpfte bis zur letzten Sekunde. Kahn sah sich all das ganz ruhig an – und freute sich freilich trotz des eingestellten Rekords. Der 51-Jährige wusste ja, dass so etwas kommen würde, genau wie er weiß, dass noch eine seiner Bestmarken bald fällt. Das nächste Zu-Null-Spiel wird für Manuel Neuer das 196. im Bayern-Dress sein, genauso viele sammelte einst Kahn. Neuer tüftelt schon an einem Instagram-Post...

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