Liga-Alltag ruft gegen Köln

Königsklassen-Grinsen oder Liga-Grimasse: Welches Gesicht zeigt Bayern gegen Köln?

Nach der 4:1-Gala bei Lazio Rom liegt Hansi Flick mit dem FC Bayern und Stürmer Robert Lewandowski wieder voll auf Kurs
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Nach der 4:1-Gala bei Lazio Rom liegt Hansi Flick mit dem FC Bayern und Stürmer Robert Lewandowski wieder voll auf Kurs. Läuft es nun auch in der Liga wieder?

In der Champions League trumpften Flicks Bayern zuletzt mächtig auf. Kehren sie auch in der Bundesliga in die Spur zurück?

München - Präsentieren die Bayern am Samstag gegen den 1. FC Köln (15.30 Uhr, live bei uns im Ticker) ihr Champions-League-Grinsen – oder müssen sie erneut eine Bundesliga-Grimasse ziehen? Die Mannschaft von Trainer Hansi Flick zeigt sein einiger Zeit zwei Gesichter: Im internationalen Wettbewerb, wie beim Gewinn der Klub-Weltmeisterschaft in Katar oder dem 4:1-Sieg in der Königsklasse gegen Lazio Rom, rufen die Münchner ihr gesamtes Leistungsniveau ab – trotz Personalsorgen wegen Corona-Infektionen und Verletzungspech.

Punktverluste gegen Bielefeld und Frankfurt

In der nationalen Meisterschaft lassen die jüngsten Auftritte hingegen zu wünschen übrig, wie die Punktverluste gegen Bielefeld (3:3) und Frankfurt beweisen. Daher nimmt Flick seine Stars vor dem Heimspiel gegen Köln in die Pflicht: „Ich glaube schon, dass die Spiele gegen Bielefeld und Frankfurt gewisse Vorzeichen hatten. Wir hatten viele Reisen vorher, das will ich aber nicht als Entschuldigung nehmen. Wir hatten vor Lazio den notwendigen Respekt und haben uns an den Plan gehalten. Gegen Köln wollen wir daran anknüpfen und Willen zeigen. Das ist unser Job!“

Leon Goretzka gestand bereits nach der Champions-League-Nacht in Rom, dass es in der Spielvorbereitung etwas anders ablief als vor einer Liga-Partie: „Wir waren heute im Matchday-Modus, waren von Anfang an aggressiv. Das hatten wir uns vor dem Spiel vorgenommen. Von den Führungsspielern wurde dies auch vor dem Spiel gefordert.“

Kölner wurden schon für mehrere Top-Teams zum Stolperstein

Das sollten die Wortführer auch am Samstag tun. Denn: Die Kölner wurden diese Saison schon für mehrere vermeintliche Top-Klubs zum unerwarteten Stolperstein. Borussia Dortmund musste sich dem „Effzeh“ im November bereits 1:2 geschlagen geben und auch Leipzig kam drei Wochen später nicht über ein 0:0 hinaus. Und erst Anfang Februar siegte Köln im Rhein-Derby gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:1. „Sie haben gegen Spitzenmannschaften gute Ergebnisse erzielt“, warnt Flick daher und erklärt: „Es ist eine Mannschaft, die in der Defensive sehr gut steht, sehr gut verteidigt, sehr eng am Mann ist. Sie schalten über ihre schnellen Spieler gut um. Wir müssen gute Lösungen haben und die Restverteidigung muss abgesichert sein, damit wir in keinen Konter laufen.“

Im Falle einer Niederlage müsste der deutsche Rekordmeister sogar die Tabellenführung abgeben, sollte Leipzig das Topspiel gegen Gladbach für sich entscheiden. Davon möchte Flick allerdings noch nichts wissen: „Wir sind zwei Punkte vorne, alles andere interessiert mich nicht. Wir wollen das Spiel gegen Köln gewinnen. Wir müssen unsere Spiele gewinnen und müssen auf uns gucken.“ Die These, die Bayern-Mannschaft könne sich daher nur selber schlagen, teilt der Triple-Trainer trotzdem nicht: „Ich muss der Mannschaft ein Riesen-Kompliment machen. Die Mentalität ist herausragend. Ich sehe uns nicht als Gegner. Die Mannschaft hat genau die Einstellung, die man braucht, um eine gute Saison zu spielen. Ich spüre den Willen.“ Jetzt müssen die Bayern diese Entschlossenheit endlich wieder in der Liga zeigen. Ansonsten könnten sich die Mienen in München schnell verdunkeln und Bayern schaut blöd aus der Wäsche. (Manuel Bonke)

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