Münchner kommen mit blauem Auge davon

Pfiffe bei Gnabry-Gala: Bayern-Trainer Nagelsmann kontert die eigenen Fans

Die Mission „erster Saisonsieg“ war für den FC Bayern München gegen Köln letztlich erfolgreich - der Weg dorthin war aber mehr als steinig.

München - Gelitten, gezittert – aber gewonnen! Der FC Bayern hat in einem erneut defensiv nicht überzeugenden Spiel gegen den 1. FC Köln 3:2 gewonnen und im zweiten Bundesliga-Spiel den ersten Dreier eingefahren. 

Dass Julian Nagelsmann nach dem Supercup-Sieg gegen den BVB nun auch in der Liga jubeln durfte, lag vor allem am Riecher seiner Stürmer. Ein Doppelpack von Serge Gnabry sowie der zweite Saisontreffer des nimmersatten Robert Lewandowski sorgten dafür, dass der FCB trotz erneuter Abwehr-Aussetzer und Fanpfiffen für Leroy Sané mit einem blauen Auge davonkam. Fazit Gnabry: „Es war unnötig, dass wir nach dem 2:0 direkt das 2:1 und das 2:2 bekommen haben. Wir müssen aufpassen, dass wir uns das Leben nicht unnötig schwer machen.“

FC Bayern: Pfiffe bei Gnabry-Gala

Nagelsmann änderte seine Supercup-Startelf auf zwei Positionen. Vorne bekam Sané den Vorzug vor Kingsley Coman, hinten rechts rückte Tanguy Nianzou für Josip Stanisic in die Startformation. An der defensiven Anfälligkeit des Rekordmeisters änderten die Wechsel jedoch nichts. Die teils in einer Dreierkette agierende Hintermannschaft verzeichnete allein in Hälfte eins 45 Fehlpässe und verunsicherte damit sogar den wiedergenesenen Manuel Neuer: Jan Thielmann fing einen Passversuch des Torhüters ab, der Abpraller des Kölners landete aber im Toraus (19. Minute). Durchatmen.

Gnabry jubelt nach seinem Doppelpack gegen Köln.

Vorne bot sich den 20 000 Anhängern in der Allianz Arena zunächst ein ähnliches Bild. Wenig Kreativität, noch weniger Durchsetzungsvermögen. Ein Solo von Niklas Süle durch die Kölner Hintermannschaft samt Abschluss (24.) sowie ein Konter über Robert Lewandowski, den Thomas Müller knapp neben das Tor setzte (8.), waren mit das Gefährlichste vonseiten der Münchner in den ersten 45 Minuten. Alphonso Davies war mit der aktivste Akteur der Roten, doch auch beim Kanadier lief es im Abschluss nicht rund.

Musiala serviert Lewandowski die Führung auf dem Silbertablett

Und Nagelsmann reagierte rasch. Zu Beginn des zweiten Durchgangs kamen Jamal Musiala und Stanisic für Sané und Nianzou. Und die Wechsel wirkten. Keine drei Minuten nach Wiederanpfiff zielte der 18 Jahre alte Deutschengländer etwas zu hoch, zwei Minuten später machte er es perfekt. Einen Müller-Steilpass verarbeitete Musiala perfekt, tanzte sich von links aus durch die halbe Kölner Abwehr bis hin zur Grundlinie und servierte dem bereitstehenden Lewandowski die Führung auf dem Silbertablett (50.). Der polnische Torjäger wusste, bei wem er sich für seinen zweiten Saisontreffer bedanken musste. Und Musiala? Lächelte verschmitzt. Nicht so Sané, der vor seiner Auswechslung von den Fans ausgepfiffen worden war. Nagelsmann dazu: „Ich habe die Pfiffe auch wahrgenommen. Es gehört sich, dass die Fans die eigenen Spieler unterstützen.“

Kaum hatte Serge Gnabry nach einer Müller-Flanke auf 2:0 erhöht (59.), verfiel die Defensive wieder in kollektive Schläfrigkeit. Innerhalb von zwei Minuten glich die Elf von Steffen Baumgart durch Anthony Modeste (60.) und Mark Uth (62.) die Partie wieder aus. Beim ersten Treffer tauchte Süle unter einer Flanke von Jonas Hector durch, beim zweiten kam Dayot Upamecano gegen Uth zu spät. Nur zu gut, dass im Sturm alles beim Alten blieb: Gnabrys zweiter Streich, diesmal per Rechtsknaller (71.), stellte die Führung wieder her und sorgte für den ersten Ligadreier der Saison. Schlusswort Nagelsmann: „Das Ergebnis war gut, das Spiel viel zu wild.“ Wohl wahr.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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