Auf dem Trainingsplatz

1500 Fans beim FC Bayern? Nur noch ein bisschen Wahnsinn

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Deutlich weniger, aber immer noch viel: Obwohl gestern nur sechs Profis trainierten, waren 1500 Fans da.

München - Auf dem Trainingsplatz des FC Bayern und daneben ist in der Länderspielpause weniger los – 1500 Fans aber sind inzwischen normal.

In Ingolstadt war man vor zwei Wochen mächtig stolz. 80 Zaungäste bei einem stinknormalen Vormittagstraining, so viele hatte der Bundesliga-Neuling noch nie zuvor gezählt. „Vielleicht kommen ja noch mehr, wenn sie aus dem Urlaub zurück sind“, sagte Sportdirektor Thomas Linke voller Vorfreude. Ein Satz, den man im rund 80 Kilometer entfernten München nicht ganz so euphorisch ausspricht. Denn beim Training von Pep Guardiola passen inzwischen gar nicht mehr mehr Fans rein.

Rund 1500 waren es am Dienstag, an einem Tag, an dem der Bayern-Coach in Thiago, Xabi Alonso, Philipp Lahm, Sebastian Rode sowie den beiden Torhütern Sven Ulreich und Tom Starke gerade mal sechs Profis auf den Platz gebeten hatte. Der Rest der Trainingsgruppe bestand aus Reserve-Spielern der zweiten Mannschaft und Jugendlichen, unter anderem war Sohn Niklas von Nachwuchskoordinator Michael Tarnat dabei. „Das macht uns nichts, mein Bub will die Bayern sehen, egal wen“, sagt Familienvater Thomas L., der extra aus Nürnberg angereist ist. Und der kleine Florian erzählt: „Ich bin lieber hier als beim Baden. Weil hier der FC Bayern ist.“

FC Bayern: 3500 Zuschauer sind offiziell die Obergrenze

Urlauber, Einheimische, Kindergartengruppen, Stadtrundfahrt-Gäste: Der Ansturm auf den deutschen Rekordmeister war in den noch zwei Wochen laufenden Sommerferien so groß wie nie zuvor. Die 1500 Leute vom Training ohne Nationalspieler sind ein Klacks gegen die Szenarien, die sich in den vergangenen Wochen abgespielt haben. 3500 Zuschauer ist die offizielle Obergrenze, die mehrfach schon deutlich übertroffen wurde. Knapp 4000 Fans waren an einem Tag Ende August an die Säbener Straße geströmt. Man hatte Mühe, ein Chaos zu verhindern.

Am Dienstag sahen die Ordner, von denen die Bayern inzwischen eine Menge beschäftigt haben, vergleichsweise entspannt aus. In der Länderspielpause herrscht nur noch ein bisschen Wahnsinn. Eineinhalb Tausend Menschen sind leichter zu handhaben als die doppelte Menge und mehr.

Beim Rekordtag vor gut zwei Wochen musste das Trainingsgelände während der Einheit sogar komplett abgeriegelt werden. Vor den Schranken bildeten sich Schlangen – aber den Ordnern waren die Hände gebunden. Mehr gingen nicht rein. Und schon so war die Koordination an den drei einzusehenden Seiten des Platzes schwierig. Die Hitze, die zu zahlreichen Schwächeanfällen führte, tat ihr Übriges.

FC Bayern: Es wurde gehupt und geschimpft

Auf der Säbener Straße spielten sich ähnlich kuriose Szenen ab. Die Fahrbahn, eine eigentlich ruhige 30er-Zone, war teilweise komplett blockiert. Es wurde gehupt und geschimpft, an einen Parkplatz war sowieso nicht zu denken. Und auch vor dem Fanshop wurden die Schlangen irgendwann so lang, dass ein Türsteher eingesetzt werden musste. Nach und nach in kleinen Grüppchen durften die Fans nur noch eintreten, um sich mit Trikots und Erinnerungsstücken auszustatten.

Der Verein boomt – und weil Tickets für die seit Jahren ausverkaufte Allianz Arena kaum zu haben sind, stürzen sich die Anhänger eben ersatzweise auf das Training. Dass Guardiola nur eine, höchstens zwei öffentliche Einheiten pro Woche zulässt, verstärkt das Problem zudem. Immerhin diese aber sind dem Klub heilig. Einwände des Coaches wurden bei diesem Thema stets abgeschmettert.

In der kommenden Woche, wenn die Temperaturen nochmal steigen und die Nationalspieler zurück sind, wird wieder ein größerer Ansturm erwartet. Dann werden auch der derzeit pausierende Rafinha (Sprunggelenk) und Thiago wieder dabei sein, der die Einheit abbrechen musste. In Ingolstadt wären solch sportliche Nachrichten eine große Sache gewesen. Für die Zaungäste in München waren sie nicht mehr als eine Randnotiz – bei einem schönen Abenteuer-Ausflug.

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