Reserve des Rekordmeisters befindet sich im freien Fall

FC Bayern II: Absteigen verboten - Hachinger Nachbarschaftshilfe?

Maxi Welzmüller steckt mit seiner Mannschaft tief im Abstiegskampf fest.
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Maxi Welzmüller steckt mit seiner Mannschaft tief im Abstiegskampf fest.

Der FC Bayern München II sucht seine Form und taumelt immer mehr dem Abstieg entgegen. Im Schlussspurt könnte es zu zwei brisanten Derbys kommen.

München - Die Verantwortlichen der Bayern-Amateure greifen wohl nach dem letzten Strohhalm. Der vorgezogene Trainerwechsel von Holger Seitz auf das Trainer-Duo Martín Demichelis und Danny Schwarz ist ein klares Zeichen an die Mannschaft: So kann es nicht weitergehen. 

Spätestens seit der bitteren, aber verdienten 2:3-Niederlage gegen den direkten Abstiegskonkurrenten VfB Lübeck am Wochenende, ist das Abstiegsgespenst bei der U23 des Rekordmeisters Realität. Vier Niederlagen in Folge und nur sechs Punkte aus den letzten neun Spielen sprechen eine klare Sprache - die eines Absteigers. 

Und bei einem Blick auf das Restprogramm wird klar: Die Aufgabe wird nicht leichter für den Vorjahresmeister. Aktuell steht die U23 nur noch aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber dem KFC Uerdingen auf dem rettenden 16. Platz.

Demichelis und Schwarz: Zwei Spiele gegen Topmannschaften zum Einstand

Gerade die ersten zwei Partien im acht Spiele andauernden Endspurt haben es in sich. Zum Debüt von Demichelis und Schwarz muss die zweite Mannschaft des FC Bayern München zum Tabellendritten FC Ingolstadt reisen. Die Schanzer brauchen nach der unnötigen Niederlage gegen Magdeburg jeden Punkt im Aufstiegskampf. 

Ähnlich sieht die Situation beim darauffolgenden Gegner der Münchner aus. Im Heimspiel gegen Hansa Rostock heißt es wieder Aufstiegs- gegen Abstiegskandidat. Auf Grund der immer näher heranrückenden Löwen brauchen beide Bayern-Gegner einen Sieg. Dass die Bayern-Amateure dem größten Rivalen mit einem oder sogar zwei Siegen einen großen Gefallen leisten würden: geschenkt. Die eigene Lage ist wichtiger. Die beiden Hinspiele gegen Ingolstadt und Rostock wurden allerdings verloren.

FC Bayern München II: Hinrunden-Ergebnisse als Mutmacher

Die anschließenden drei Partien wirken dagegen schon deutlich machbarer für die kleinen Bayern. Gegen Zwickau, Saarbrücken und Duisburg holten die kleinen Bayern in der Hinrunde insgesamt sieben Punkte. Eine Wiederholung der Resultate wäre Gold wert im Abstiegskampf. Während Saarbrücken noch auf den vierten Tabellenplatz schielt, der mit einer direkten DFB-Pokal-Teilnahme verbunden ist, scheint es für Duisburg und Zwickau, aufgrund der Tabellenplätze im Mittelfeld des Klassements, um nicht mehr allzu viel zu gehen. 

Doch der Schein trügt: Bei einem ähnlichen Negativlauf, wie ihn aktuell der Vorjahresmeister hinlegt, könnte vor allem Duisburg nochmal in den Abstiegsstrudel hineinrutschen. Ein netter Nebeneffekt, bei einem möglichen Bayern-Sieg. Zurzeit hat der MSV vier Punkte Vorsprung auf die Talente von der Säbener Straße.

FC Bayern München II: Drei pikante Duelle zum Abschluss

Zum Abschluss der Saison 2020/21 erwartet die Reserve des Rekordmeisters drei äußerst pikante Duelle. Zum Start des Schlussspurtes geht es im Derby gegen die SpVgg Unterhaching. Die Spielvereinigung steht aktuell auf dem letzten Tabellenplatz und hat bereits acht Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Nicht ausgeschlossen also, dass die Hachinger am 36. Spieltag bereits abgestiegen sind oder keine realistische Chance mehr auf den Klassenerhalt haben. Und sollte es tatsächlich zu dem beschriebenen Szenario kommen, läge es wohl im Interesse des Vorstadt-Klubs, dass die kleinen Bayern den Gang in die Regionalliga nicht mit antreten. Der bayerische Drittliga-Absteiger wäre automatisch der Top-Favorit auf den direkten Wiederaufstieg. Nachbarschaftshilfe scheint nicht ausgeschlossen.

Ganz anders schaut die Situation am vorletzten Spieltag aus. Dort kommt es zum Münchner Derby gegen den TSV 1860 München. Die Münchner Löwen könnten bei einem entsprechenden Schlussspurt noch im Rennen um den Aufstieg in die 2. Bundesliga sein. Ein hoch emotionales Derby wäre vorprogrammiert. Das Hinspiel gewannen übrigens die Löwen mit 2:0.

Zum Abschluss der Saison empfangen die Bayern-Amateure den Hallescher FC. Es könnte ein echtes Endspiel werden. Der HFC steht aktuell auf dem 13. Tabellenplatz und hat nur noch drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Die Formkurve ist aber ähnlich wie beim Vorjahresmeister: sehr dürftig. Von den letzten zehn Spielen konnte nur eins gewonnen werden. Das Hinspiel konnte der FC Bayern II mit 4:0 in überzeugender Art und Weise für sich entscheiden. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen für ein mögliches Endspiel um den Klassenerhalt.

(Korbinian Kothny)

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