Ära Guardiola endet beim FC Bayern

Abschied ohne Krönung? Die letzten 178 Tage mit Pep

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Pep Guardiola wird den FC Bayern verlassen.

München - Am Montag begannen mit dem Trainingsauftakt beim FC Bayern die letzten fünf Monate von Trainer Pep Guardiola in München. Ganz ohne Spannungen wird diese Zeit womöglich nicht ablaufen.

Noch 178 Tage, noch 177, noch 176 ... Seit Montag läuft der Countdown beim FC Bayern, Tag null ist der 30. Juni, dann ist die kurze Ära von Pep Guardiola in München vorüber. Bereits jetzt hat der Trainer den Rekordmeister stark verändert - vor allem die Spielweise. Doch wie sein Wirken am Ende bewertet wird, hängt nicht zuletzt davon ab, was an jenem Tag passiert, an dem der Countdown bei 33 steht. Am 28. Mai findet in Mailand das Endspiel der Champions League statt.

Die letzten knapp fünf Monate von Guardiola in München werden wohl kaum spannungsfrei verlaufen, wenn aus den mindestens zu absolvierenden 20 Pflichtspielen nicht tatsächlich 27 werden. In der Bundesliga sind die acht Punkte Vorsprung auf Borussia Dortmund mehr als beruhigend. Im Pokal geht's im Viertelfinale zum Zweitligisten VfL Bochum: machbar. Doch in der Champions League droht bereits im Achtelfinale Ungemach in Form von Juventus Turin (23. Februar in Turin/16. März).

Am Mittwoch fliegen die Münchner in das erneut umstrittene, weil politisch belastete Trainingslager nach Doha in Katar - bis zum 12. Januar wollen sie sich dort vorbereiten auf eine Rückrunde, die nach Möglichkeit anders verlaufen soll als die beiden bisherigen unter Guardiola. Denn: Nach Weihnachten und Neujahr haben die Münchner in den beiden vergangenen Jahren geschwächelt - vor allem in der Champions League: nur fünf Siege in zwölf K.o.-Spielen, zweimal raus im Halbfinale.

Genau genommen ist die Lage bei den Münchnern schon vor dem Trainingsauftakt am Montagnachmittag nicht spannungsfrei. So soll es die Mannschaft schon ein wenig befremdet haben, dass sie von Guardiolas Abschied nicht direkt erfuhr, sondern aus den Medien. Da besteht wohl noch Gesprächsbedarf. Für einige Unruhe sorgt zudem, dass es weiter so viele gesundheitliche Probleme gibt: Ein Umstand, der die Amtszeit von Guardiola begleitet wie ein Fluch.

Als bislang letzten hat es Franck Ribery erwischt, der mit einem Muskelbündelriss im Oberschenkel ausfällt, nachdem ihn Guardiola erstaunlich schnell nach der Rückkehr ins Training Mitte Dezember wieder eingesetzt hatte. Darüber hinaus sind im Moment verletzt angeschlagen oder verletzt: Mario Götze, Arjen Robben, David Alaba, Juan Bernat, Philipp Lahm, Arturo Vidal, Medhi Benatia und Douglas Costa. Sie wird Guardiola brauchen, um die Ziele in der Champions League erreichen zu können.

Auch wenn sie es nicht zugeben beim FC Bayern: Noch immer nagen die beiden Halbfinal-Niederlagen in der Königsklasse an ihrem „Mia-san-mia“-Selbstverständnis. 2014 gegen Real Madrid wurde Guardiola ausgecoacht von seinem Nachfolger in München - Carlo Ancelotti. Dann, 2015, wurde der deutsche Rekordmeister gedemütigt vom FC Barcelona, ausgerechnet, unter anderem, weil die Verletztenmisere so groß war, dass die Bayern gegen Messi, Neymar und Kollegen chancenlos blieben.

Zwei Meisterschaften, ein Pokalsieg, der europäische Supercup, Klub-Weltmeister - dies sind die Titel, die Guardiola mit dem FC gewonnen hat. Eine ganze Menge. Nur: Die Krönung ist bisher ausgeblieben.

sid

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