Achtelfinal-Kracher für den FC Bayern

Nach CL-Auslosung: Juve kommt mit Mandzu-Wut!

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Mario Mandzukic spielte zwei Jahre lang beim FC Bayern.

München - Der FC Bayern trifft in der Champions League im Achtelfinale auf Juventus Turin. Dort kommt es für einige Spieler zum Wiedersehen mit Ex-Kollegen. Ganz besonders einer wird Wut im Bauch haben.

Das hätte leichter kommen können! Der FC Bayern muss im Achtelfinale der Champions League gleich mal die „Kategorie Endspiel“ ausschalten, mit Juventus Turin steht ausgerechnet der Vorjahres-Finalist und Meister der Serie A im Weg. Die Italiener werden zum echten Härtetest nach der Winterpause und dem nationalen Vorspiel von fünf Liga-Partien, am 23. Februar (in Turin) und 16. März (in München) ist der Königsklassen-Ernstfall dann gleich besonders ernst!

„Juve ist eine der besten Mannschaften in Europa“, sagte auch Pep Guardiola relativ reserviert. Für ihn ist die alte Dame neben Paris SG der „gefährlichste Kontrahent“, der im Lostopf war. Statt Paris mit seinem Superstar Zlatan Ibrahimovic kommt nun ein anderer Mann mit einer gewissen Wut im Bauch auf den Bayerntrainer nach München: Mario Mandzukic. Der Kroate spielte bei den Roten ein Jahr lang unter Pep, danach folgte die unschöne Trennung. Kurz nach seinem Wechsel erklärte der Stürmer: „Guardiola war nicht fair zu mir!“ Das Verhalten des Trainers habe gezeigt, „wie respektlos er mir gegenüber war und wie sehr er mich loswerden wollte“!

Mandzukic mit keinen guten Erinnerungen an Guardiola

Zur Erinnerung: Mandzukic kämpfte sich nach anfänglichen Schwierigkeiten gut in die erste Pep-Saison, war auf bestem Wege zur Torjäger-Kanone. Dann allerdings ließ Guardiola ihn in der längst unbedeutenden Saisonschlussphase immer mehr draußen, Mandzukic gelangen in zehn Spielen nur noch zwei Tore. Und nach lautem Grummeln suspendierte ihn Guardiola auch noch für das so wichtige Pokalfinale gegen Borussia Dortmund.

Das Verhältnis zwischen Mario Mandzukic und Pep Guardiola war nicht immer das Beste.

Nun sagt Guardiola: „Es war schwierig mit ihm? Nein. Er hat viele Minuten gespielt. Er hat zwei Jahre hier gespielt, das erste Jahr war Wahnsinn, er war einer der wichtigsten Spieler.“ Danach unter ihm nicht mehr, aber darauf ging Guardiola nicht ein. Der Spanier sagte: „Ich freue mich, dass er hierhin kommt und die Wertschätzung der Leute sieht, den Respekt der Leute. Ich wünsche ihm das Beste.“

Das Beste wäre für den Kroaten sicherlich ein Erfolg über den FC Bayern – zum einen für das Weiterkommen, zum anderen für die Genuugtung. Mandzukic nach der Zeit beim FCB: „Ich habe das Beste für die Mannschaft und für Bayern gegeben. Ich hatte es nicht verdient, so behandelt zu werden.“ Ob sich die Wut mittlerweile gelegt hat?

Sammer: Juve ist "flexibler" als im Jahr zuvor

So oder so wird es nicht leicht für die Roten. Matthias Sammer nannte die Spielweise der Italiener seit vergangener Saison „anders, flexibler. Ich sehe ein Finden des gesamtes Gefüges.“ In dem fehlen neben Altstar Andrea Pirlo allerdings auch Arturo Vidal und Kingsley, die beide zum FC Bayern gewechselt sind.

Vidal sagte gestern: „Ich hätte es gern gehabt, wenn sie noch weitergekommen wären“ – immerhin hat er noch viele gute Freunde in Turin. Ein Finale gegen Juve wäre da schon schöner gewesen. Zudem warte er, dass sie „nach Anfangsproblemen momentan sehr stark“ seien. Kingsley Coman hatte sich sehr über die Auslosung gefreut, er erwartet ein sehr interessantes Match. Mit Sicherheit will er seinem Ex-Klub zeigen, wie gut es für ihn bei den Roten läuft. So ganz ohne Wut allerdings.

Noch einmal wie im Jahr des Triumphs!

Juventus Turin hat den FC Bayern als Achtelfinal-Gegner gelassen hingenommen. „Niemand ist unschlagbar. Wir müssen diese Partien mit Demut, Begeisterung und Selbstbewusstsein angehen“, sagte Vize-Präsident Pavel Nedved nach der Auslosung am Montag. „Wir haben bis hierher eine Entwicklung auf ein sehr gutes Niveau gezeigt. Das macht mich zuversichtlich“, ergänzte der ehemalige Juve-Profi. In den Medien waren die Reaktionen deutlich weniger zuversichtlich. „Juve, was für ein Pech“, titelte die "Gazzetta dello Sport“ nach der Auslosung, während Tuttosport kommentierte: „Das ist knallhart! Bisher gab es zwischen beiden Teams vier Aufeinandertreffen in der Champions League, dreimal in der Gruppenphase, einmal nach der Vorrunde. 2004/2005 siegten die Italiener jeweils mit 1:0, in der Saison darauf gewann einmal Juve, einmal der FCB mit 2:1. 2009/10 folgte einem 0:0 in München ein glatter 4:1-Erfolg für die Roten in Turin. Auf dem Weg zum Triumph 2013 bezwang der FC Bayern die Turiner zweimal mit 2:0 im Viertelfinale. Die Torschützen waren Alaba, Müller, Mandzukic und Pizarro.

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