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Interview mit Ex-S04-Schlussmann

Alexander Nübel: Vergleich mit Robert Enke - Schalke-Legende mit heftiger Kritik

Im Sommer heuert Alexander Nübel beim FC Bayern an. Im Tor von Schalke 04 erlebt der Keeper gerade schwere Zeiten. Ex-„Knappe“ Frank Rost analysiert die Situation.

  • Ab der Saison 2020/21 steht Alexander Nübel beim FC Bayern München unter Vertrag.
  • Derzeit ist er noch Torhüter beim FC Schalke 04.
  • Schwere Zeiten in Gelsenkirchen: S04 schwächelt - und der Keeper zeigte individuelle Patzer.

Gelsenkirchen - Mit jungen Torhütern beim FC Schalke 04 kennt Frank Rost sich aus. Als Mirko Slomka 2007 Manuel Neuer zur Nummer eins machte, war der heute 46-Jährige der Leidtragende. Vor dem Duell der Gelsenkirchener mit dem FC Bayern München bewertet der Ex-Keeper im Interview die Situation von Alexander Nübel.

Herr Rost, Alex Nübel stand weinend in der Kurve. Was denken Sie bei diesen Bildern?

Frank Rost: Ich finde ehrlich gesagt nicht verwunderlich, was im Moment passiert. Man weiß, wenn man so einen Schritt geht, wie der Alex, was los sein wird. Es ist bei Schalke nicht das erste Mal, dass Spieler ausgepfiffen werden. Das hat sich aber auch immer schnell wieder geregelt. Da muss man halt gute Leistung bringen! Wissen Sie, was für mich gar nicht geht?

Alexander Nübel und Schalke 04: Rost kritisiert Vergleich mit Robert Enke

Was?

Rost: Dass man in diesem Fall Robert Enke ins Spiel bringt, wie von Sportvorstand Jochen Schneider geschehen. Das finde ich pietätlos. Robert hatte eine schwere Krankheit – das kann man nicht vergleichen. Ich habe da überhaupt kein Verständnis. Er hatte eine gute Intention, nämlich seinen Spieler zu schützen – aber das war geschmacklos. In solchen Situationen wird viel über einen Kamm geschert, das nicht zusammenpasst.

Wie bewerten Sie den konkreten Fall Nübel?

Rost: Alex hat eine Entscheidung getroffen – und er musste damit rechnen: Wenn er Fehler macht und nicht gut aussieht, dass ein Publikum seinen Unmut äußert. Ob das immer gerechtfertigt ist, steht auf einem anderen Blatt. Aber so ist es als Profi. Das Profi-Dasein hat viele Sonnenseiten, es hat aber auch ein paar Schattenseiten. Und die muss man einfach in Kauf nehmen. Wenn alles so einfach wäre, würde doch auch jeder Profi werden.

Alexander Nübel legte nach der Pleite in Köln einen Tränen-Abgang hin.

War es richtig, dass Nübel sich vor die Kurve gestellt hat?

Rost: Absolut. Er stellt sich der Sache – selbst wenn Tränen kommen, ist das richtig. Damit kriegt er den Respekt der anderen. Trotzdem muss er als Profi ordentliche Leistung bringen und lernen, mit dem Druck umzugehen. Er ist ein junger Kerl, vielleicht hat er auch gemerkt, dass er seine Karriereplanung anders hätte lösen können. Dass es vielleicht besser gewesen wäre, noch ein Jahr auf Schalke zu bleiben. Er muss jetzt lernen, dass die Situation ist, wie sie ist. Daran wird er als Persönlichkeit und Charakter wachsen.

Vor FCB-Transfer: Das rät Rost dem Noch-Schalker Nübel

Aktuell sieht man ihn als Nervenbündel.

Rost: Ich kenne es aus eigener Erfahrung: Er darf keinen Fehler machen. Als ich zu Schalke ging, hat das Bremer Publikum auch gepfiffen, es aber auch schnell bleiben lassen, weil wir gut gespielt haben. So kann man die Leute auch schnell wieder auf seine Seite holen. Er muss das Drumherum ausblenden und sich darauf besinnen, was er kann. Dann sehe ich da kein Problem, dass er eine gute Saison zu Ende spielt.

Kann Schalke ihm helfen?

Rost: Nein. Das muss der Spieler mit sich selber machen. Für mich war damals Dieter Burdenski als Torwarttrainer sehr wichtig. Aber solange du selber alle Chips in der Hand hast, kannst du es auch selber beeinflussen. Das kann der Alex auch! Er hatte in einer relativ kurzen Zeit schon Hochs – und jetzt hat er halt mal ein Tief. Das ist das Leben! Ich weigere mich deshalb, junge Leute zu schnell zu hochleben zu lassen.

Nun steht das Spiel gegen den neuen Arbeitgeber an – und gegen Widersacher Manuel Neuer, der den Schritt nicht versteht.

Rost: Ich verstehe den Transfer aus Sicht von Bayern München total – aber aus der Sicht von Alex? Manuel wird spielen, solange er bei Bayern unter Vertrag steht. Es gibt keinen Grund, ihn rauszunehmen. Und irgendwelche Einsatzgarantien oder Klauseln gibt es sowieso nicht. Da lässt sich kein Verein und auch kein Trainer reinquatschen. Ich hätte vielleicht noch ein Jahr auf Schalke gespielt. Aber er hat sich so entschieden. Punkt.

Was wird das in München? Ein Duell mit Neuer? Oder Lernen auf hohem Niveau?

Rost: Der einzige Pluspunkt ist, dass man nicht genau weiß, was mit Manuel im Sommer passiert. Ich kann nur spekulieren, aber: Warum sollte der jetzt nicht auch an andere Vereine denken, vielleicht nach England gehen? Bayern hat jetzt zumindest eine Alternative in der Hinterhand, von der man sich viel verspricht. Das wäre schade – aber so ist heutzutage das Fußballgeschäft.

Bevor der FCB Alexander Nübel verpflichtete, soll er angeblich auch beim ärgsten Konkurrenten von Manuel Neuer angefragt haben. Ob Nübel schon bald einen Anruf von Jogi Löw erhält? Der Bundestrainer blickt zunächst einmal gespannt auf die Auslosung der Nations League. Wir sind im Live-Ticker dabei. 

Währenddessen erhält der FC Bayern Rückendeckung von ungewohnter Seite: Es gibt ein Sonderlob von Erzrivale TSV 1860.

Interview: Hanna Raif

Rubriklistenbild: © dpa / Rolf Vennenbernd

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