Keeper möchte ausgeliehen werden

Vertragsbruch? Ficht die Nübel-Seite jetzt den FCB-Kontrakt an?

Alexander Nübel (l.) kommt bislang nicht an Manuel Neuer vorbei.
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Alexander Nübel (l.) kommt bislang nicht an Manuel Neuer vorbei.

Alexander Nübel strebt eine Leihe im Sommer an, doch die Bosse des FC Bayern lehnen ab. Trainer Nagelsmann und Kapitän Neuer sind im Torhüter-Chaos involviert.

München - Nach der Saison ist vor der Saison. Der FC Bayern treibt die Personalplanungen für die kommende Spielzeit voran. Während es auf einigen Positionen noch Handlungsbedarf gibt, ist der Serienmeister bei den Torhütern mit Kapitän Manuel Neuer an der Spitze eigentlich bestens aufgestellt.

Doch Ersatzkeeper Alexander Nübel will sich unbedingt verleihen lassen, um Spielpraxis zu sammeln. Die FCB-Bosse lehnen das ab und wollen ihn halten - eine vertrackte Situation. Bayerns neuem Trainer Julian Nagelsmann droht direkt zu Beginn seiner Amtszeit ein Pulverfass.

FC Bayern: Nübel will Leihe im Sommer - Anfechtung des Vertrags möglich

Nübel kam in der abgelaufenen Saison nur auf vier Einsätze. Erst am vorletzten Spieltag gab der 24-Jährige sein Bundesliga-Debüt im Bayern-Trikot, als der Meistertitel bereits feststand. Zu wenig für die Ansprüche und Entwicklung des Torhüter-Talents. Nübel, der erst vor einem Jahr von Schalke nach München gewechselt war, strebt laut Sport Bild weiterhin eine Leihe an. Das Problem: Interessierte Vereine wie die AS Monaco oder Lille wollen so schnell wie möglich Planungssicherheit.

Die Nübel-Seite sieht dem Bericht zufolge sogar die theoretische Möglichkeit, den bis 2025 gültigen Vertrag anzufechten, da eine angeblich schriftlich fixierte Einsatzgarantie ein zentraler Punkt des Kontrakts sei. Darauf würden es Nübel und sein Berater Stefan Backs jedoch nicht ankommen lassen, da es sich beide nicht mit den Bayern verscherzen wollen und nach wie vor überzeugt sind, dass Nübel in München den Durchbruch schaffen kann.

FC Bayern: Bosse lehnen Nübel-Leihe ab - Kahn spricht Machtwort

Die Bayern-Bosse lehnen eine Leihe von Nübel hingegen kategorisch ab. „Wir haben in Alexander Nübel eines der größten Torwarttalente Europas geholt. Wir brauchen exzellente Torhüter“, lautete die Ansage vom zukünftigen Vorstands-Boss Oliver Kahn zuletzt: „Wir haben einen neuen Trainer, große Ziele. Auch bei Alexander denken wir im Moment nicht daran, ihn abzugeben.“ Im Vorstand genießt Kahn die Rückendeckung von seinen Kollegen.

Nübel soll über mehr Einsätze als zuletzt und das Training mit Neuer zur zukünftigen Nummer eins aufgebaut werden. Bei einer Leihe müsste eine neue Nummer zwei her, was das ausgedünnte Portemonnaie in Corona-Zeiten nur unnötig belasten würde. Den Nachwuchs-Torhütern Christian Früchtl und Ron-Thorben Hoffmann wird diese Rolle wohl nicht zugetraut und wäre ein Risiko.

FC Bayern: Nagelsmann und Neuer wünschen sich Nübel-Leihe

Bayerns neuer Trainer Julian Nagelsmann will laut Sport Bild in seiner ersten Saison nicht auf einen zweiten starken Mann hinter Neuer verzichten, um im Fall der Fälle auf Verletzungen oder Sperren des Nationalkeepers vorbereitet zu sein. Ob Nagelsmann Nübel aber mehr Einsatzzeit als sein Vorgänger Hansi Flick gewährt und somit das Leistungsprinzip außer Kraft setzt, darf bezweifelt werden, schließlich würde er es sich dann mit seinem Kapitän und anderen Führungsspielern verscherzen. Um dieses Problem konsequent zu umgehen, wäre aus Nagelsmann-Sicht eine Nübel-Leihe und die Verpflichtung einer neuen loyalen Nummer zwei die beste Lösung - doch das lehnen Kahn & Co. ab.

Auch Manuel Neuer würde eine Leihe seines Vertreters begrüßen. Der fünfmalige Welttorhüter war demnach von der Debatte um Nübel und die im Raum stehende Einsatzgarantie in dieser Saison genervt. Zwischen beiden Torhütern soll es keine Reibereien geben, Neuer respektiert Nübel als talentierten Teamkollegen. Allerdings will der 35-Jährige auf keine Spiele verzichten. Sollte Nübel in München bleiben, dürfte den FC Bayern das Torhüter-Theater noch länger begleiten. (ck)

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