Zu seinem Glück gezwungen?

Will Youngster nicht zum FCB? Club-Präsident verzweifelt öffentlich und wirft ihn aus dem Kader

fcb AMINE ADLI
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Amine Adli vom FC Toulouse soll das Interesse der Bayern geweckt haben.

Der FC Bayern soll sehr an einem französischen Flügelflitzer interessiert sein. Doch der stellt sich offenbar quer und bringt seinen Präsidenten zur Verzweiflung.

Update, 12. August, 7.43 Uhr: So einen Fall gab es schon lange nicht mehr. Der Nachwuchs-Star Amine Adli vom französischen Zweitligisten FC Toulouse schlug trotz lukrativer Angebote und Optionen einen Wechsel aus, seinen Vertrag verlängern will er allerdings auch nicht. Daraufhin vermutete Präsident Damien Comolli öffentlich, dass Berater hinter dem Vorgehen des 21-Jährigen stecken. Auch der FC Bayern soll Interessiert sein und sich bereits mit Adli getroffen haben, allerdings zweifelt Comolli daran.

FC Bayern: Toulouse-Präsident glaubt nicht an FCB-Interesse - Adli wochenlang aus dem Kader gestrichen

Er selbst habe keinen Kontakt zu den Bayern, meinte der Präsident gegenüber La Depeche, er wisse allerdings nicht, ob sein Spieler mit den Münchnern in Kontakt stehe. Allerdings riet er seinem Spieler vom Wechsel ab, er sei sich „nicht sicher, ob er ein Stammspieler sein würde“, sollte er zum FCB wechseln. Ein Klub, der um große Trophäen spiele, „würde keine 12 Millionen auf den Tisch legen, um ihn auf die Bank zu setzen“, meint Comolli.

Der Verein sah sich in der Folge des Wechsel-Zoffs zu einem drastischen Schritt gezwungen, der den Wechsel von Adli jedoch forcieren könnte. „Ab heute steht Amine Adli dem Trainer nicht mehr zur Verfügung. Und das mindestens bis zum 1. September. Wenn er nach dem 1. September noch hier ist, werden wir sehen, welche Entscheidung wir treffen.“ Adli ist also erst wieder Teil des Kaders, wenn Klarheit herrscht. „Ich habe ihm gesagt, was ich darüber denke. Er weiß es genau. Er ist nicht von der Mannschaft ausgeschlossen, er wird trainieren, aber keine Spiele mehr bestreiten.“

FC Bayern: Adli traf sich offenbar mit Salihamidzic und Nagelsmann - vierter Mann für die Außenbahn?

Toulouse - Dass der Transfermarkt nicht immer ganz logisch ist, daran haben sich Fußball-Fans wohl mittlerweile gewöhnt. Aber, dass ein Spieler nicht bleiben möchte, aber auch Angebote von Top-Clubs ablehnt und sich dann der Vereins-Präsident verzweifelt an die Öffentlichkeit wendet - das gibt es nicht so häufig.

Doch genau das geschieht aktuell im Transfer-Poker um den französischen Nachwuchs-Star Amine Adli. Der 21-jährige Stürmer war zuletzt auch mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht worden. Nach Sky-Angaben sollen sich Hasan Salihamidzic und Julian Nagelsmann mit Adli getroffen haben. Auch in französischen Berichten sah alles danach aus, dass Adli der vierte Flügelmann beim FCB werden würde.

FC Bayern wohl an Frankreich-Youngster dran: Doch der will nicht wechseln

Doch jetzt gibt der Präsident des FC Toulouse, bei dem Adli aktuell unter Vertrag steht, ein verzweifeltes Interview, das Fragen aufwirft. Denn offenbar will Adli nicht wechseln, hat eine Verlängerung seines im kommenden Jahr auslaufenden Vertrages aber auch schon abgelehnt.

In einem außergewöhnlichen Interview sagte Toulouse-Präsident Damien Comolli nun dem französischen Nachrichtenportal La Depeche: „Wir sind in der Situation, dass wir den Spieler verkaufen oder ihn in einem Jahr kostenlos abgeben müssen“. Er erinnerte daran, dass Adli eine Verlängerung ausgeschlossen hatte.

Toulouse-Star Adli lehnt Top-Angebote ab

Doch nun hätten dem FC Toulouse zwei Angebote von europäischen Top-Clubs vorgelegen: „Eines von einem europäischen Top-5-Club für 10 Millionen Euro und eines von einem Team aus den europäischen Top-15 für 12 Millionen Euro. Der Spieler hat die beiden Klubs abgelehnt, die ich nicht benennen kann, aber es sind riesige Klubs. Ausländer, die jedes Jahr um die Champions League und den Titel in ihrer jeweiligen Liga spielen. Der Spieler weigerte sich, mit ihnen zu diskutieren.“

Der FC Toulouse habe sogar das Angebot über 12 Millionen akzeptiert. Doch Adli habe sich geweigert mitzuspielen.

Die böse Vermutung von Comolli: Die Berater von Adli hoffen wohl ihn für fünf Millionen Euro an einen neuen Verein bringen zu können. Womöglich winkt dann ein höheres Handgeld. Diesen Kaufpreis schloss der Präsident des FC Toulouse kategorisch aus. Lieber halte man Adli bis zum nächsten Sommer und gibt ihn dann kostenfrei ab.

Der Präsident erhöht nun sogar noch den Druck auf seinen Spieler. Bis zum Abschluss der Transferperiode wird Adli nicht mehr für den FC Toulouse in der Ligue 2 spielen.

Namentlich genannt wird der FC Bayern in dem Interview nicht. Doch angesichts der Berichte vorab und der Aussagen des Präsidenten scheint es durchaus denkbar, dass der Rekordmeister hier gemeint ist. Allerdings ist es ebenfalls denkbar, dass der Toulouse-Präsident mit dem Interview selbst nur die Aktion seines Schützlings hochtreiben möchte. (rjs)

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