Die Bayern-Stars vertrauen ihm

Der Corona-Experte des FC Bayern: Dr. Roland Schmidt spricht über einen Anruf von Arjen Robben

Roland Schmidt und Hermann Gerland sitzen in der Allianz Arena auf der Bank.
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Roland Schmidt (li.) und Hermann Gerland, hier im Jahr 2014, auf der Bank des FC Bayern.

Als Internist ist Prof. Dr. Roland Schmidt der Corona-Beauftragte des FC Bayern. Der Mannschaftsarzt spricht über seine Aufgaben und Hilfe für einen Ex-Profi.

  • Prof. Dr. Roland Schmidt ist seit 2012 Mannschaftsarzt beim FC Bayern.
  • Der Internist ist der Experte an der Säbener Straße rund um das Thema Corona.
  • Im Klub-Podcast spricht er über Covid-19-Fälle beim FC Bayern - und falsch-positive Tests.

München - Dieser Mann manövriert den FC Bayern durch die Corona-Pandemie! Prof. Dr. Roland Schmidt ist seit acht Jahren der verantwortliche Mannschaftsarzt für die Bereiche Innere Medizin und Kardiologie. Seitdem Covid-19 im Frühjahr Europa und Deutschland erreicht hat, ist Schmidt beim Rekordmeister mehr gefordert denn je.

FC Bayern: Bei Serge Gnabry gab es Wirbel um Corona-Test

„Es ist ein neuer Bereich dazu gekommen“, erklärt Schmidt im Klub-Podcast. „Da geht es um Testungen und darum, Ansprechpartner für die Spieler zu sein, etwa wenn es Fragen zu Reisetätigkeiten gibt.“ In Corona-Zeiten steht der Chefarzt für Innere Medizin an der Klinik Barmherzige Brüder in ständigem Austausch mit DFB-Arzt Prof. Dr. Tim Meyer oder den Medizinern anderer Nationalmannschaften. Schmidt hat zudem die Korrespondenz mit den Behörden wie dem Münchner Referat für Gesundheit und Umwelt.

Das war auch der Fall, als Serge Gnabry Mitte Oktober als erster Bayern-Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden war. „Er hatte einen ganz schwach positiven Test. Aufgrund der vollkommenen Beschwerdefreiheit haben wir noch mal nachgetestet“, erklärt Schmidt. Alle weiteren Testungen brachten negative Befunde, Gnabry durfte die Quarantäne nach nur fünf Tagen wieder verlassen.

FC Bayern: Corona-Test in der Tiefgarage an der Säbener Straße

Falsch-positive Tests sind laut dem Internisten üblich, „sie gehören dazu“. Dabei arbeite der FC Bayern mit einem „sehr guten Labor“ zusammen. Schmidt: „Die Rate der falsch-positiven Tests ist deutlich niedriger als das, was man hätte erwarten können.“ Nach Gnabry gab es auch bei Niklas Süle und Joshua Zirkzee falsch-positive Resultate. Mit Corona infiziert war bislang nur ein Mitglied des Betreuerstabs.

Und das soll auch so bleiben. „Wir sind sehr streng bei der Einhaltung und Umsetzung der einzelnen Maßnahmen“, sagt Schmidt. Zwei bis drei Mal pro Woche werden die Spieler und alle weiteren Teammitglieder in der Tiefgarage an der Säbener Straße getestet. Am Trainingsgelände gibt es klare Regeln: Es herrscht Maskenpflicht, die Stars nutzen über das ganze Gebäude verteilte Umkleiden und duschen getrennt voneinander. „Eigentlich haben die Spieler nur auf dem Trainingsplatz bei Zweikämpfen kurz engen Kontakt“, sagt Schmidt. So wird verhindert, dass es bei einem Corona-Fall innerhalb des Teams Kontaktpersonen ersten Grades gibt, die umgehend in Quarantäne müssten.

FC Bayern: Sogar Ex-Profis wie Arjen Robben wenden sich an Schmidt

Schmidt gilt auch abseits von Corona als enger Vertrauter der Bayern-Stars. Thomas Müller sagt: „Er ist für uns Spieler bei Problemen zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar.“ Der Internist selbst verrät, dass „das Telefon regelmäßig klingelt, weil ich eine hausärztliche Tätigkeit für die Spieler wahrnehmen darf. Ich kümmere mich bei Erkrankungen um die Spieler und ihre Familienangehörigen.“

Das hört auch dann nicht auf, wenn langjährige Profis den Klub verlassen haben. Arjen Robben (36) etwa kontaktierte Schmidt, als seine Frau Bernadien sich mit Corona infiziert hatte. „Bei ihr war das Schlimmste der Druck auf der Brust, sie hatte Probleme beim Atmen“, erklärte Arjen. Inzwischen geht es Bernadien wieder gut, die anderen Familienmitglieder steckten sich - obwohl in einem Haus lebend - nicht an. „Die Familie hat sich in verschiedenen Stockwerken getrennt, diszipliniert wie der Arjen eben ist“, sagt Schmidt.

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