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Dreierkette, Doppelsturm, Leipzig-System? So könnte der FC Bayern kommende Saison auflaufen

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Von: Marius Epp

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Der FC Bayern vollzieht in diesem Sommer einen großen Umbruch. Julian Nagelsmann muss sein Spielsystem wohl grundlegend ändern - welche Optionen hat er?

München - „Es gibt ein neues Bayern München“. Dieser Satz von Julian Nagelsmann lässt aufhorchen. Und er lässt erahnen, vor welch großer Aufgabe der Trainer steht. Der Umbruch bedeutet aber nicht nur viel Arbeit, sondern bietet auch eine Chance.

Künftig muss der FC Bayern ohne seine Lebensversicherung auskommen. Ohne einen polnischen Stürmer namens Robert Lewandowski, der pro Saison 30 bis 40 Tore garantierte. Dafür mit den Star-Einkäufen Sadio Mané und Matthijs de Ligt. „Die Last auf mehreren Schultern verteilen“, lautet der Tenor. Doch wie könnte das aussehen? Bei den ersten Trainingseinheiten in den USA gibt es schon einen Hinweis auf die Antwort dieser Frage: Nagelsmann lässt mit zwei Spitzen trainieren.

Der Spielstil werde zukünftig anders, variabler sein. „Es ist eine Herausforderung, aber ich mag Herausforderungen“, sagte Nagelsmann. tz.de zeigt drei Möglichkeiten auf, wie der FC Bayern künftig in Bestbesetzung auflaufen könnte.

Möglichkeit 1: Das Leipzig-System (4-2-2-2)

Neuer - Mazraoui, de Ligt, Hernandez, Davies - Goretzka, Kimmich - Müller, Coman - Mané, Gnabry (Bank: Ulreich, Upamecano, Pavard, Nianzou, Gravenberch, Musiala, Sabitzer, Sané, Choupo-Moting)

Das 4-2-2-2-System praktizierte Nagelsmann in seiner Zeit bei RB Leipzig sehr erfolgreich. Auch bei den Sachsen setzte er auf eine Doppelspitze mit zwei schnellen Stürmern. In seinem ersten Jahr beim FC Bayern wäre das schwer umzusetzen gewesen - seit mehr als einem Jahrzehnt ist das Flügelspiel mit einem robusten Stoßstürmer in der Bayern-DNA verankert. Nun ist aber gut möglich, dass Nagelsmann wieder zu seinem „alten“ System zurückkehrt. Mané und Gnabry sind pfeilschnell und für ihre Abschlussqualitäten bekannt.

Julian Nagelsmann posiert mit Ryan Gravenberch (l.), Noussair Mazraoui (2.v.l.) und Sadio Mané (r.).
Julian Nagelsmann freut sich über frisches Blut: Ryan Gravenberch (l.) und Noussair Mazraoui (2.v.l.) kamen aus Amsterdam, Sadio Mané (r.) aus Liverpool. © IMAGO/Mladen Lackovic

Möglichkeit 2: Das altbewährte 4-2-3-1

Neuer - Mazraoui, de Ligt, Hernandez, Davies - Goretzka, Kimmich - Gnabry, Müller, Coman - Mané (Bank: Ulreich, Upamecano, Pavard, Nianzou, Gravenberch, Musiala, Sabitzer, Sané, Choupo-Moting)

Im Prinzip ist der FC Bayern in den vergangenen Jahren nie wirklich vom bewährten 4-2-3-1-System abgerückt. Jupp Heynckes und Hansi Flick holten damit jeweils das Triple. Das Problem: Aktuell fehlt den Münchnern ein echter Stoßstürmer. Mané oder Gnabry könnten diese Rolle zwar ausfüllen, Lewandowski und seine Qualitäten im Strafraum aber wohl nicht ersetzen. Der Vorteil: Dieses System beherrschen die Bayern-Spieler im Schlaf, es wäre praktisch keine Eingewöhnungszeit nötig.

Möglichkeit 3: Die Dreierkette (3-4-3)

Neuer - Upamecano, de Ligt, Hernandez - Mazraoui, Goretzka, Kimmich, Davies - Mané, Müller, Gnabry (Bank: Ulreich, Pavard, Nianzou, Gravenberch, Musiala, Sabitzer, Sané, Coman, Choupo-Moting)

Auch die Dreierkette wäre keineswegs Neuland für Nagelsmann, schon in Hoffenheim ließ er so spielen. Auch die Bayern dirigierte er in seinem ersten Jahr bei Ballbesitz meist in die Dreierkette, Alphonso Davies rückte ins Mittelfeld vor. Weil der Offensivdrang von Neuzugang Noussair Mazraoui ähnlich groß wie beim Kanadier ist, kommt das 3-4-3 als echte Alternative daher.

Mit Mané, Müller, Gnabry, Coman und Sané hätte Nagelsmann vorne fünf Topspieler für drei Positionen, die die gegnerischen Abwehrreihen gehörig durcheinanderwirbeln und vor Probleme stellen dürften.

Bei allen Gedankenspielen dieser Art muss man aber wissen: Julian Nagelsmann ist kein Trainer, der an einer starren Formation festhält. Vielmehr ist ihm Variabilität und schnelle Anpassungsfähigkeit an den Gegner wichtig - für diese Zwecke ist der „neue FC Bayern“ womöglich besser geeignet als je zuvor. (epp)

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