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„Müssen sich nicht wundern“ - Bastian Schweinsteiger teilt gegen den BVB aus

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Von: Antonio José Riether

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In dieser Saison scheint der FC Bayern wieder der unangefochtene Titelaspirant zu sein. Bastian Schweinsteiger kritisierte diesbezüglich den ursprünglichen Verfolger Borussia Dortmund.

München - Spätestens Mitte Mai dieses Jahres fällt die Entscheidung über den neuen Deutsche Fußball-Meister, doch der Titelträger scheint bereits festzustehen. Wie in den vergangenen neun Jahren wird der FC Bayern wohl wieder nüchtern die Schale in die Luft strecken. Der Vorsprung der Münchner vor dem Zweitplatzierten beläuft sich nach zwanzig Spieltagen schon auf sechs Punkte – für jeden der sogenannten Verfolger eine geradezu unüberbrückbare Hürde.

Bayern-Legende Bastian Schweinsteiger erlebte als Profi noch Zeiten, in denen die Verhältnisse nicht derart eindimensional waren. Zeiten, in denen es noch Meisterrennen gab, die ihres Namens würdig waren. Als der FC Bayern in der Saison 2006/07 beispielsweise nur Vierter wurde und die Champions League verpasste, als man deutlich vom Überraschungsmeister VfL Wolfsburg in die Schranken gewiesen wurde oder aber als der BVB zu Beginn der 2010er-Jahre mit zwei Meisterschaften in Folge ganz Fußball-Deutschland begeisterte. Und die Bayern mit bis heute spürbaren Konsequenzen reizte.

FC Bayern München: Schweinsteiger übt Kritik an Borussia Dortmund - „Da müssen sie sich nicht wundern“

Anlässlich der Erscheinung von Schweinsteigers Romanbiografie, die vom Schweizer Bestsellerautor Martin Suter verfasst wurde, gab der 37-Jährige dem Kicker ein Interview. Dabei sprach der heutige ARD-Experte auch über die fehlende ernsthafte Konkurrenz seines Jugendklubs auf nationaler Ebene. „Die Bayern machen einen guten Job, die anderen müssen aber ihre Chancen nutzen. Freiburg und Dortmund hatten in der Hinserie ihre Tormöglichkeiten, ließen sie aber aus“, so die erwartungskonforme Kommentar zur ersten Saisonhälfte.

Schweinsteiger, der als recht frischer Fernseh-Fachmann noch wenig Meinungsstärke an den Tag legt, gab sich beim Thema Bayern-Verfolger unerwartet kritisch. „Die Dortmunder haben nach 20 Ligaspielen 31 Gegentore, da müssen sie sich nicht wundern, wenn sie in der Champions League ausscheiden“, meinte der ehemalige Mittelfeldregisseur etwa, als er nach einer DFB-bezogenen Frage etwas abschweifte.

FC Bayern München: Bastien Schweinsteiger nennt eklatanten Unterschied zwischen BVB und FC Bayern

Angesprochen auf das Hauptproblem der Dortmunder, holt Schweinsteiger nach einem anfänglichen Lob etwas aus. „Ich finde die Borussia sehr interessant. Gegen Freiburg hatte sie eine Weltklasse-Phase, dann ist sie unkonzentriert und fällt in ein Loch“, analysiert er den 5:1-Sieg der Rose-Elf Mitte Januar. „Insgesamt ist extrem gut, was die Dortmunder mit Hans-Joachim Watzke auf die Beine gestellt haben. Wenigen in Europa gelingt eine solche Transferpolitik. Aber wenn sie Bayern Konkurrenz machen wollen, dürfen sie nicht ständig die besten Spieler verlieren“.

Tatsächlich muss Borussia Dortmund fast jede Saison den Abschied großer Leistungsträger hinnehmen, im kommenden Sommer könnte dies etwa auf Superstar Erling Haaland zutreffen. Besonders die fehlende Konstanz bezüglich des Spitzenpersonals macht Schweinsteiger als einen der Gründe für den fehlenden Erfolg aus. „Wenn man Führungsspieler geworden ist, muss man diese Führungsqualität über Leistung auf dem Platz bestätigen. Diese Leistung weisen die Führungsspieler in Dortmund nicht konstant nach“, so der ehemalige Leader des Rekordmeisters.

FC Bayern München: Bastian Schweinsteiger sucht vergebens Führungsspieler beim BVB

Fünf der zwanzig Saisonspiele des BVB gingen verloren, der Ex-Pofi sieht einen schlichten Grund dafür. „In einigen Partien fehlte beim BVB die Gegenwehr. Manchmal übernehmen das Emre Can oder Erling Haaland, aber das müssen mehr tun. Jude Bellingham finde ich Weltklasse – aber ist der Junge mit 18 Jahren schon so weit, das Team als Wortführer nach vorne zu treiben?“, so Schweinsteiger, der auf der Suche nach einer dauerhaften Führungskraft, wie er sie einst war, beim BVB nicht fündig wird.

Eines steht jedenfalls für den Oberbayern fest: „In diesem Jahr wird es nicht mehr reichen, die Bayern vom Thron zu stoßen. Ich wünsche mir starke Dortmunder für die Liga und international“, meint der achtfache Deutsche Meister. Seinen Wunsch würden die meisten Fans in Deutschland wohl unterschreiben. (ajr)

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