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FC Bayern demütigt Leverkusen: Kleiner Makel wird komplett zur Nebensache

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Von: Manuel Bonke

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Jubel, Trubel, Heiterkeit: Die Bayern hatten am Sonntag in Leverkusen reichlich Grund zur Freude – sie zerlegten die Gastgeber.
Jubel, Trubel, Heiterkeit: Die Bayern hatten am Sonntag in Leverkusen reichlich Grund zur Freude – sie zerlegten die Gastgeber. ©  Tim Rehbein/Imago

Vor Anpfiff lag so etwas wie Spannung in der Luft: Bayer Leverkusen hätte dem FC Bayern die Tabellenführung abluchsen können. Doch die Münchner machten kurzen Prozess.

Leverkusen – Wenn Robert Lewandowski trotz früher Auswechslung bestens gelaunt mit Thomas Müller auf der Ersatzbank scherzt, muss etwas Außergewöhnliches beim FC Bayern geschehen sein. So wie am Sonntag in Leverkusen. Nicht nur, dass die Münchner das Bundesliga-Spitzenspiel gegen Bayer souverän mit 5:1 (5:0) gewannen, sie spielten darüber hinaus eine erste Halbzeit, die ihres gleichen sucht.

Denn: Der deutsche Rekordmeister erzielte sämtliche Tore vor dem Halbzeitpfiff.

FC Bayern demütigt Leverkusen: Zwei Treffer und gute Laune bei Lewandowski

Zwei dieser Treffer gingen auf das Konto von Weltfußballer Lewandowski, was seine gute (Bank-)Laune erklärte. „Es zeigt, was wir für einen Fußball gespielt haben, wenn wir in 45 Minuten fünf Tore schießen“, frohlockte der polnische Torjäger nach der Partie am DAZN-Mikrofon. Und für Joshua Kimmich war der Bayern-Auftritt ab der 30. Minute „gigantisch. Ab diesem Zeitpunkt haben wir das Spiel dominiert“.

Dabei kam im Vorfeld der Partie seit langer Zeit wieder so etwas wie Spannung im Bundesligaspielbetrieb auf. Immerhin waren die Leverkusener punktgleich. Und im Falle einer Niederlage hätten die Bayern den Platz an der Sonne an die Werkself abtreten müssen. Darauf hatten die Bayern jedoch überhaupt keine Lust. Das ließen sie ihren Gegner bereits nach vier Minuten spüren, als Kimmich einen Freistoß in den Strafraum chippte, Abwehrspieler Dayot Upamecano am langen Pfosten lauerte und scharf auf Lewandowski passte, der technisch anspruchsvoll mit der Hacke zum 0:1 vollstreckte.

Die frühe Führung spielte Bayern natürlich in die Karten, doch dass die Mannschaft von Julian Nagelsmann eine solch gnadenlose Machtdemonstration auf den Rasen zaubern würde, war nicht zwingend zu erwarten. Dementsprechend großes Lob hatte der gebürtige Landsberger später für sein Team parat: „Wir hatten unfassbar viele Abschlüsse und eine sensationelle Struktur mit Ball. Leverkusen hatte sehr wenig Zugriff in der ersten Halbzeit.“

FC Bayern: Die Werkself war an diesem Tag nicht mehr als ein Sparringspartner

Das war noch höflich formuliert, die Werkself war an diesem Tag nicht mehr als ein Sparringspartner. Beim zweiten Treffer von Lewandowski (30.) ließ die Leverkusener Hintermannschaft Leroy Sané und Alphonso Davies ohne Gegenwehr auf dem linken Flügel gewähren, ehe der Doppeltorschütze aus kurzer Distanz ins linke Eck schoss. Dem 3:0 durch Thomas Müller (34.) ging erneut eine Standardsituation voraus. Diesmal lauerte Niklas Süle nach einem Eckstoß am langen Pfosten. Der Abwehrspieler vernaschte Jonathan Tah am Strafraumeck und zog ab. Müller bekam seinen Oberschenkel in die Schussbahn und lenkte den Ball ins Netz.

Nagelsmann: „Es waren herausragend gut herausgespielte Tore“

Beim anschließenden Anstoß setzte Bayern die Hausherren gleich unter Druck, erzwangen dadurch einen Ballverlust und setzten zum Konterangriff an, den Serge Gnabry vollendete. Der Nationalspieler war es auch, der für die 5:0-Führung vor der Halbzeit sorgte, als er nach einem Doppelpass mit Leon Goretzka seinen zweiten Treffer erzielte (37.).

„Es waren herausragend gut herausgespielte Tore“, freute sich Nagelsmann. In der zweiten Hälfte gönnte er einigen Stars eine Pause, weshalb das Münchner Spiel nicht mehr ganz so dominant war und Leverkusen zum Ehrentreffer durch Patrik Schick kam (55.). Ein kleiner Makel, doch das interessierte an diesem – selbst für Bayern-Verhältnisse – außergewöhnlichen Fußball-Sonntag keinen mehr. Die Münchner Blicke richten sich ab sofort ohnehin Richtung Lissabon, wo am Mittwoch das Champions-League-Spiel bei Benfica ansteht.

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