Münchner Polizei zeigt Unverständnis

FC Bayern "begnadigt" Krawallmacher

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Bei den Ausschreitungen im April 2013 gab es zahlreiche Verletzte.

München - Ein Bericht, wonach der FC Bayern Stadionverbote gewaltbereiter Fans aufgehoben beziehungsweise ausgesetzt haben soll, sorgt für Zoff und Irritationen zwischen dem FCB und der Münchner Polizei.

Update III (14.15 Uhr): Der FC Bayern hat sich mittlerweile zur Sache geäußert. Was Mediendirektor Markus Hörwick sagt, lesen Sie hier.

Update II (12.30 Uhr): Der Fall war auch bei der Presserunde der Münchner Polizei am Mittwoch ein Thema. Das Polizeipräsidium verschickte darauf eine Pressemitteilung:

"Im August 2014 wurden durch den FC Bayern München mehrere verhängte Stadionverbote ausgesetzt. Dies kann durch das Polizeipräsidium München bestätigt werden.

Die Münchner Polizei wurde im Vorfeld offiziell nicht über die Entscheidung des Vereins informiert bzw. war bei der Entscheidung nicht mit eingebunden.

Aus Sicht des Polizeipräsidiums München ist die vom FC Bayern München getroffene Entscheidung nicht nachzuvollziehen und stellt ein falsches Signal vor allem an die Fußballrandalierer dar, das den Einsatzkräften schwer vermittelbar ist. Dies gilt insbesondere deshalb, weil unter den Personen, die von den ausgesetzten Stadionverboten profitieren, sich auch solche befinden, gegen die derzeit wegen der massiven Auseinandersetzungen beim Spiel FC Bayern München gegen 1. FC Nürnberg am 13.04.2013 ermittelt wird.

Der Wunsch des Polizeipräsidiums München wäre es gewesen, dass der FC Bayern München, wie in der Vergangenheit, auf Grund der guten Zusammenarbeit das Gespräch mit dem Polizeipräsidium München gesucht hätte.

Die Münchner Polizei wird auch künftig bei der Beantragung von Stadionverboten an der bisher praktizierten, konsequenten Verfahrensweise festhalten. Wir gehen davon aus, dass der FC Bayern München bei Stadionverboten künftig wieder das in den DFB-Richtlinien festgeschriebene Verfahren praktiziert."

Auch das Innenministerium und die Stadt München seien ebenfalls nicht begeistert von der Aktion des FCB.

Update I (11.30 Uhr): 

Auf Nachfrage unserer Onlineredaktion wollte sich der FC Bayern zu dem Thema zunächst nicht äußern.

FC Bayern: Stadionverbote ausgesetzt

Gegen den ausdrücklichen Wunsch der Münchner Polizei hat der FC Bayern angeblich Stadionverbote gegen 33 als Hooligans geltende Fans des Rekordmeisters aufgehoben. So berichtete der "Bayerische Rundfunk" am Mittwoch Vormittag über eine Maßnahme des Rekordmeisters, die bei der Münchner Polizei für Verwunderung und Ärger sorgte. Tatsächlich aber wurden die Stadionverbote ausgesetzt, und nicht aufgehoben.

Hintergrund: Nach dem Derby zwischen dem FC Bayern und dem 1. FC Nürnberg im April des vergangenen Jahres war es zu Ausschreitungen zwischen Teilen beider Fanlager gekommen, in Folge derer auch Gewalt gegen die Münchner Polizei angewandt wurde. So wurden einige Münchner Beamte von Nürnberg- und von Bayern-Wüterichen mit Steinen beworfen. Dabei gab es unter den Beamten einige Verletzte. Bei den Ausschreitungen habe es sich laut Münchner Polizei um den bis dahin "schlimmsten Gewaltausbruch im Zusammenhang mit Fußball in München" gehandelt. Damals waren die Randale in einer Massenschlägerei mit über 200 beteiligten Personen ausgeartet.

Randale beim Derby: Bilder vom Einsatz

Randale beim Derby: Bilder vom Einsatz

Nach diesen Ausschreitungen waren unter anderem 33 aus dem Bayern-Lager stammende Randalierer ausfindig gemacht und mit Stadionverboten bestraft worden. Diese Stadionverbote galten eineinhalb Jahre und wurden im August 2014 auf Bewährung ausgesetzt. Heißt im Klartext: Die Fans dürfen zwar wieder ins Stadion, dürfen sich aber nicht die geringste Verfehlung leisten.

Wie der "BR" berichtete, soll der damalige Bayern-Präsident Uli Hoeneß den Verbannten allerdings eine baldige Begnadigung in Aussicht gestellt haben. Das soll in einem Protokoll des Münchner Polizeipräsidiums stehen.

Bei der Münchner Polizei ist diese Neuigkeit auf wenig Verständnis gestoßen. "Nur gemeinsam können die Vereine und die Sicherheitsbehörden gegen die Gewalt rund um die Stadien vorgehen", lässt die Münchner Polizei in einer Mitteilung offiziell verlautbaren.

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