Stimmen und Reaktionen zum Spiel

Bayern einig: "Wir haben uns selbst geschlagen"

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Medhi Benatia flog nach knapp 20 Minuten mit glatt Rot vom Platz.

Manchester  -Wie eine Niederlage fühlten sich die 90 Minuten in Manchester für viele Bayern-Spieler wahrscheinlich nicht an, schließlich war die Leistung mal wieder top. Ehrenpräsident Franz Beckenbauer tadelte Medhi Benatia.

Hey Joe, hart war der nicht gerade geschossen! Aber raffiniert – zumindest zu raffiniert für einen englischen Torwart. Zwar musste sich Joe Hart einiges anhören, nachdem er einen krummen Freistoßtreffer von Xabi Alonso kassiert hatte – aber am Ende lachte er sich ins Fäustchen: Sein Fehler hatte keine Konsequenzen, die Bayern hatten nämlich in den letzen zehn Minuten noch mehr Fehler zu verzeichnen…

Bayern verliert in Manchester - ein Mal Note 5

Bayern verliert in Manchester - ein Mal Note 5

Bis dahin waren es mal wieder Alonso-Festspiele gewesen mit dem Tor als Krönung. „Der Ball geht in die Torwartecke, hätte Joe Hart da einfach seine Ecke zugemacht, dann wäre das wohl nicht passiert“, schimpfte City-Legende Uwe Rösler zwar bei Sky. Allerdings war der Schuss schon auch schlitzohrig: Ganz flach und lang ins Torwarteck ging der Ball, und zumindest bei den Bayern gönnte jeder dem Schützen dieses Tor. Erstens, weil er am Dienstag seinen 33. Geburtstag feierte, und zweitens, weil er sich in kürzester Zeit ohnehin so eine Art Heiligenstatus erarbeitet hat. Daher verzeiht ihm sicher auch ein Großteil der Fans den Katastrophenfehlpass vor dem späten 2:2, dem Jerome Boateng noch die Schusselei vor dem 2:3 in der Nachspielzeit folgen ließ.

Aber Alonso und Aussetzer – das sind ja zwei Worte, die bisher noch nie in direktem Zusammenhang standen, vermutlich ist es einfach der Beweis gewesen, dass er eben doch keine göttliche Fußballmaschine ist, sondern ein Mensch mit Schwächen.

Womit die Sprache fast zwangsläufig auf Medhi Benatia kommt – denn der machte sich mit seiner Roten Karte nicht sehr beliebt. „Der Hauptfehler war das 0:1 und der Platzverweis. Dadurch spielst du 70 Minuten in Unterzahl“, sagte Franz ­Beckenbauer. Und zu diskutieren gab es nichts bei der Strafe, da konnte der Abwehrmann noch so aufgeregt auf den Ball deuten – genau den hatte er nämlich nicht gespielt, als Agüero durchgebrochen war. „Nein, das war ein Superball in den Rücken der Viererkette, Benatia foult ihn – klare Sache: Rot“, analysierte Rösler, 1994 bis 1998 in Manchester aktiv (und 2002 in Unterhaching…). Trotzdem hatte Bayern den Gegner komplett im Griff – bis zur Schlussphase. Da hatte Alonso seinen Blackout und Boateng seinen Flashback: Beide produzierten je einen haarsträubenden Fehler – Agüero nutzte sie zu seinen Toren zwei und drei.

Robert Lewandowski ordnete das Spiel dennoch recht positiv ein und sagte: „Die letzten zehn Minuten haben wir zwei, drei Fehler gemacht – aber davor war es sehr gut, trotz unserer Unterzahl. Wir haben zwei Tore geschossen, nur leider war die Leistung nicht bis zum Ende konzentriert. Trotzdem sind wir ja weiter.“

Auch Claudio Pizarro nahm die Sache einigermaßen locker. „Wir haben uns selbst geschlagen“, sagte er. Und generell sei ja auch Alonso ein cooler Typ: „Er spricht nicht so viel. Ich weiß nicht, ob es an der Sprache liegt (er spricht wie Pizarro Spanisch, Anmerkung der Redaktion) oder ob er einfach so ist. Aber alles was er in der Kabine nicht sagt, sagt er auf dem Platz.“

Auch Thomas Hitzlsperger sah das so: „Von Alonso haben wir so einen Fehler noch gar nicht gesehen und auch Boateng war zuletzt richtig stark. Aber wenn die Bayern so eine Niederlage verkraften können, dann heute…“

Das Spiel zum Nachlesen im Ticker

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