"Ja is' denn scho' Wimbledon?"

TV-Kritik: Wohlgemut mit Froris Beckerbauer

+
Aha! Boris Becker (l.) und Franz Beckenbauer im Sky-Studio.

München - tz-Kolumnist Jörg Heinrich hat sich die TV-Übertragung des Bayern-Spiels bei Sky angeschaut und verlebte einen vergnüglichen Abend vor dem Fernseher - vor allem Dank Franz Beckenbauer und Boris Becker. Die TV-Kritik.

Willkommen zum „Game around the golden Pineapple“, zum Spiel um den goldenen Pinienapfel, wie der Russe die Ananas nennt. Es ging zwar um nichts mehr in Manchester, aber dafür war’s auf Sky recht unterhaltsam. Das lag vor allem an den Gästen Boris Becker und Franz Beckenbauer. Der Rechtschreibschwache traf auf den Unbestechlichen. Und zumindest aus komödiantischer Sicht sind die beiden unschlagbar.

Bayern verliert in Manchester - ein Mal Note 5

Bayern verliert in Manchester - ein Mal Note 5

Entscheidende Erkenntnisse vom Leimener und vom Kaiser sind allerdings so wahrscheinlich wie eine Weihnachtsgans, die nach dem Tranchieren davonfliegt. „Er geht auf die 40 zu“, ulkte der Franz über Mit-Gast Claudio Pizarro. Beim Djokovic-Hofnarren fiel auf, dass er sogar beim Reden Rechtschreibfehler macht, wie bei Twitter. Über junge englische Fußballer verriet der Boris: „Die Bäume reißen, das geht natürlich nicht.“ Hä? Wenn man den beiden längere Zeit zuhört, verschmelzen sie zu einer einzigen heiter vor sich hin schwatzenden Person, zu Froris Beckerbauer. Ja is denn scho Wimbledon?

Internationale Pressestimmen

Internationale Pressestimmen: "Bayern bringt sich um"

Der Franz hielt ein Plädoyer für Shaqiri, was sympathisch war. Von den massiven taktischen Defiziten des Schweizers weiß der Kaiser natürlich nix, das kann man von einem Experten auch nicht verlangen. Immerhin war als geistige Stütze Thomas Hitzlsperger mit vor Ort. Doch seine engagierten Bemühungen wurden von Twitter-Vorleserin Lisa Heckl ruiniert, die enthüllte: „Dass Messi ein grandioser Fußballer ist, das hat er natürlich schon mehrfach bewiesen.“ Ja da schau her! Dafür lieben wir Lisa Heckl, sie weiß mehr vom Fußball als Lisa Simpson, Liza Minelli oder die Mona Lisa.

Blackout-Bayern: "Wir können stolz sein"

Danach große Freude, dass Kult-Conférencier Fritz von Thurn und Taxis das Spiel übertrug. „Da kann man wohlgemut in eine solche Partie hineingehen“, parlierte der Fritz für das Gesinde vor den Empfangsgeräten. Hach, wir mögen diese prächtigen alten Wörter, die heute nur noch der Adel pflegt. Oder, um es auf den Punkt zu bringen: Fürst TuT, der keinen Barbier mehr braucht, machte sich mit dem Binder um den Hals anheischig, für uns über ein alles andere als bräsiges Spiel zu parlieren. Ein Parvenü wie Boris würde nie „wohlgemut“ sagen. Er würde sich höchstens fragen, wie man das schreibt. Wir lieben den Fritz, möge er uns noch viele Jahre verbale Depeschen senden!

Das Spiel zum Nachlesen im Ticker

Auch interessant

Meistgelesen

TV-Kritik: Was machen wir die nächsten drei Monate am Samstag?
TV-Kritik: Was machen wir die nächsten drei Monate am Samstag?
Erste Spieler-Fotos von neuem Bayern-Heimtrikot aufgetaucht?
Erste Spieler-Fotos von neuem Bayern-Heimtrikot aufgetaucht?
Meisterfeier des FC Bayern: Uli Hoeneß kündigt „Granaten“-Transfers an
Meisterfeier des FC Bayern: Uli Hoeneß kündigt „Granaten“-Transfers an
„Satt und müde“: So lautet die Saisonbilanz der Bayern-Fans 
„Satt und müde“: So lautet die Saisonbilanz der Bayern-Fans 

Kommentare