Vorwurf Schiedsrichter-Bonus

Beleidigter Hoffenheim-Trainer Gisdol ruft Pep an

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Der Hoffenheimer Trainer Markus Gisdol (links) und der Münchner Trainer Pep Guardiola.

München - Trainer Pep Guardiola musste sich den Vorwurf anhören, Schiedsrichter würden den FC Bayern bevorzugen. Am Freitag rief Hoffenheim-Coach Markus Gisdol Guardiola an.

Pep Guardiola war nicht überrascht, nicht einmal sonderlich unentspannt. Man hatte dem Trainer des FC Bayern in diesen Tagen vorgeworfen, er würde im Umgang mit den Schiedsrichtern einen Bonus genießen. Hoffenheim-Coach Markus Gisdol war gegen Dortmund auf die Tribüne geschickt worden, weil er den Assistenten an der Linie angefasst hatte. Und weil Guardiola das schon häufiger tat und stets in (oder besser an) seiner Coaching-Zone bleiben durfte, warf Gisdol mit dem Bonus-Vorwurf um sich.

Am Freitag dann konnte Pep Guardiola erklären, warum der so einfach an ihm abprallte. „Als ich noch bei Barcelona war, haben sie das bei Real Madrid auch immer gesagt“, so der Spanier. Er kannte die Problematik also. Was ihm aber wichtig war: „Ich versuche ein gutes Verhältnis zu meinen Kollegen zu haben.“

Mit Gisdol ließ sich das vor allem deswegen schnell wieder herstellen, weil der TSG-Trainer sich am Donnerstag bei Guardiola meldete. „Er hat angerufen“, sagte Pep, ohne weiter ins Detail gehen zu wollen. „Wir haben über Fußball, Fußball, Fußball gesprochen.“

Genauso hat er es zuletzt nach dem Wolfsburgspiel auch mit VfL-Trainer Dieter ­Hecking gemacht oder zuvor mit Roger Schmidt von Leverkusen. Auch zu Dortmunds Tuchel habe er einen guten Kontakt, betonte Pep. Und zu den Schiedsrichtern, nun ja, hätte er gern einen. „Ich bin manchmal nicht korrekt an der Seite, aber ich will mein Bestes tun“, sagte der Trainer des FC Bayern. Dass das nun ausgerechnet gegen Mainz gelingen soll, ist ein schwieriges Vorhaben. Denn gerade dort ging es in den letzten Jahren immer eng zu, das weiß auch Guardiola.

„Es gibt so Orte, da ist es schwer“, sagt er. Man hatte ihn schon vor Mainz gewarnt, als er beim FCB anfing. Und trotzdem: Beim 2:0 vor eineinhalb Jahren fielen die Tore durch Schweinsteiger und Götze dann erst sehr spät (82., 87.), im letzten Winter traf Robben in der letzten Minute zum Sieg. „Jeder Verein hat spezielle Mannschaften, bei denen es nicht einfach ist zu gewinnen. Das habe ich gemerkt“, sagt der Trainer. Und weiter: „Es ist unangenehm dort. Wir werden nicht 5:0 gewinnen, ich weiß das!“

Dabei hat der Spanier einen Spieler, der fünf Tore mal eben in neun Minuten erzielen kann: Robert Lewandowski! Pep schüttelt noch heute mit dem Kopf, wenn er daran denkt. Er selbst habe schließlich „in elf Jahren elf Tore erzielt“ – auf welcher Ebene soll er da mit seinem Topstürmer sprechen? Zweifel an der Stärke des Polen hatte Guardiola sowieso nie, auch nicht vor der Fünf-Tore-Gala. Sie hat ihm sogar ein Problem beschert: Der außergewöhnliche Spielverlauf mit der herausragenden Einzelleistung hat eine taktische Analyse der zweiten Halbzeit gegen Wolfsburg unmöglich gemacht. Damit wird wohl auch die Vorbereitung auf den „schweren Ort“ Mainz schwieriger.

MIC

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