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Keinen Bock auf den BER: FC Bayern reist über Provinz-Flughafen zur Hertha

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Von: Manuel Bonke

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Joshua Kimmich vom FC Bayern München im Zweikampf mit Suat Serdar von Hertha BSC
Joshua Kimmich und der FC Bayern müssen am Wochenende bei Hertha BSC ran. © Sven Hoppe/dpa

Der FC Bayern tritt am Wochenende bei Hertha BSC an. Das Spiel in Berlin lässt unschöne Erinnerungen wach werden. Deshalb gibt es eine Planänderung.

München – Die Bayern-Granden spuckten im Februar 2021 Gift und Galle, als ihnen der Berliner Flughafen BER den Abflug nach Katar zur Klub-WM in letzter Sekunde verwehrte und die Mannschaft daraufhin im Flieger nächtigen musste. Ehrenpräsident Uli Hoeneß sprach von einem „Skandal ohne Ende“ und der damalige Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge fühlte sich „von der brandenburgischen Politik total verarscht“.

Kein Wunder also, dass der FC Bayern keinen Bock mehr auf den BER hat und im Vorfeld der Partie bei Hertha BSC am Sonntag (23. Januar, 17.30 Uhr) lieber einen Provinz-Platz statt den Chaos-BER anfliegt. Um 17 Uhr hebt der Bayern-Tross am Samstag (22. Januar) mit zwei Propellermaschinen von Oberpfaffenhofen in Richtung Potsdam ab. Die Landung erfolgt 70 Minuten später am Flugplatz Schönhagen. Es folgt eine einstündige Busfahrt zum Mannschaftshotel Ritz Carlton am Potsdamer Platz.

FC Bayern: Nagelsmann mit starker Hertha-Bilanz – Personalsituation entspannt sich

Anders als sein Arbeitgeber hat Bayern-Trainer Julian Nagelsmann mit der Hauptstadt nur positive Erlebnisse – zumindest was Partien gegen Hertha angeht. Der Berlin-Experte in Diensten des deutschen Rekordmeisters verlor als Trainer keines seiner zwölf Bundesliga-Spiele gegen den Hauptstadt-Verein (acht Siege, vier Remis). „Wir haben nicht immer herausragend gut gespielt bei der Hertha“, gab sich Nagelsmann bescheiden, als er auf diese Bilanz angesprochen wurde und ergänzte: „Das ist eher Zufall, dass die Bilanz so gut ist. Wir sollten schauen, dass sie so bleibt.“

In Sachen Personal stehen die Vorzeichen schon mal gut, dass Nagelsmanns makellose Hertha-Serie weiter geht. Abgesehen von Leon Goretzka (Aufbautraining nach Patella-Problemen), Alphonso Davies (leichte Herzmuskelentzündung), Josip Stanisic (Aufbautraining nach Muskelbündelriss) und den beiden Afrika-Cup-Fahrern Bouna Sarr und Eric Maxim Choupo-Moting stehen alle zur Verfügung.

FC Bayern: Trainer Nagelsmann hat Respekt vor der Hertha – und besonders Stürmer Belfodil

„Wir haben Belastungssteuerung betrieben. Corentin Tolisso haben wir gestern rausgenommen, Manuel Neuer heute. Leroy Sané hat ein bisschen Probleme. Das entscheiden wir morgen. Aber ich sehe keine Gefahr“, so Nagelsmann am Freitag (21. Januar). Die entspanntere Personal-Situation ermöglicht dem gebürtigen Landsberger, Joshua Kimmich von der Rechtsverteidiger-Position ins Mittelfeldzentrum zu ziehen: „Wenn alles normal läuft, wird es eher Richtung Sechs gehen. Wenn Luci (Hernandez; Anm. d. Red) und Upa (Upmecano; Anm. d. Red) morgen nichts mehr signalisieren, wird Benji (Pavard; Anm. d. Red) nach rechts rücken.“

Die Hertha schätzt Nagelsmann als aggressiven und aktiven Gegner ein, der unter Tayfun Korkut fußballerisch zugelegt hat: „Sie spielen mehr flache Pässe, aber immer noch viele Chipbälle auf Belfodil, einen der unterschätztesten Stürmer der Liga.“ Ob ausgerechnet Ishak Belfodil, den Nagelsmann 2018 als Trainer nach Hoffenheim lockte, die stolze Hertha-Bilanz zerstört? Dann hätte auch der Münchner Fußballlehrer ein Berliner Negativ-Erlebnis. (bok)

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