Ungewöhnlicher Endspurt

FC Bayern muss in die DFL-Quarantäne - Und auch danach bleiben die Wochen trist

FC Bayern München: Quarantäne in Unterschleißheim
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Wie schon im vergangenen Frühjahr begibt sich der FC Bayern zur Quarantäne wohl nach Unterschleißheim.

So einen Bundesliga-Endspurt hat der FC Bayern noch nie erlebt. Die DFL schickt die Profis in Quarantäne und auch danach bleiben die Wochen trist.

München - Der FC Bayern steht vor einem ungewohnten Saisonendspurt. Nicht nur, dass das Binnenklima an der Säbener Straße schon mal herzlicher war, auch in sportlicher Hinsicht ist man es in München gewohnt, Mitte April um mehr Titel als die x-te Meisterschaft in Serie zu kämpfen. Die Umstände, insbesondere die Verletztenmisere rund um das CL-Viertelfinale gegen Paris Saint-Germain sowie das Pokaldrama in Kiel, haben die Post-Triple-Saison in einem Maße getrübt, wie es die meisten vor wenigen Monaten wohl kaum für möglich gehalten hätten.

Lediglich vier Partien, keine davon ein Endspiel, stehen für den Rekordmeister in der aktuellen Spielzeit noch auf dem Programm. Und als ob der Mangel an Spannung nicht schon genug wäre, dürfen sich die Superstars um Robert Lewandowski & Co. demnächst auch noch von ihren Familien verabschieden. So will es nämlich die DFL.

FC Bayern: Außergewöhnliches Bundesliga-Finale - DFL verordnet strenge Quarantäne-Trainingslager

Der Grund: Die Flut an Positivfällen in 1. und 2. Bundesliga im Laufe der vergangenen Wochen hat den Ligaverband dazu genötigt, alle 36 Profiklubs wieder einmal zu Quarantäne-Trainigslagern zu verdonnern. Insbesondere der Fall Hertha BSC, das nach mehreren Corona-Fällen in ihren Reihen als erste Bundesliga-Mannschaft überhaupt in Gesamtquarantäne musste und in der Folge bei drei Ligapartien nicht antreten konnte, scheint die DFL zu solch drastischen Maßnahmen bewogen zu haben.

Heißt konkret: Ab 3. Mai dürfen Spieler und Staff ihr häusliches Umfeld lediglich für Trainingseinheiten und Spiele verlassen, ab 12. Mai geht es nach negativer PCR-Testreihe erneut für zwei Wochen und somit bis zum letzten Bundesliga-Spieltag am Wochenende des 22. Mai in eine Art „Quarantäne-Trainingslager“ ins Hotel. Keine Familie, keine Freunde – nur die Mitspieler, die PlayStation und ein wenig Mate-Tee. DFL-Boss Christian Seifert sperrt die Bayern weg.

Corona-Quartier des FC Bayern: Rekordmeister geht wieder in Unterschleißheim in Quarantäne

Voraussichtlich werden die Bayern wie schon im Vorjahr ihr Corona-Quartier im Infinity Hotel in Unterschleißheim beziehen. Die Unterkunft darf das Team lediglich für Trainingseinheiten, die wie bereits 2020 in der nahen Allianz Arena erfolgen könnten, sowie für die abschließenden zwei Liga-Partien in Freiburg (15. Mai) und gegen Augsburg (22. Mai) verlassen. Anders als vergangenes Jahr um die Zeit, als die Münchner noch in allen drei Wettbewerben vertreten waren und vor der erfolgreichsten Titelausbeute ihrer Geschichte standen, geht es aktuell nur noch darum, die zehn Punkte Vorsprung auf Leipzig bei insgesamt zwölf zu vergebenden Zählern nicht mehr zu verspielen. Läuft alles glatt und die Roten fahren am Samstag in Mainz einen Dreier ein, wäre ihnen der neunte Titel in Folge mathematisch sicher.

Saison endet trist für FC Bayern: Keine Endspiele, Flick geht - und zahlreiche Fragen tun sich auf

Und dann? Beginnen Wochen voller Leere! Kein Titel mehr, um den es zu spielen gilt. Der Erfolgstrainer Hansi Flick, den es zu verabschieden gilt – der DFB will in Sachen Löw-Nachfolge wegen Flicks noch laufendem Bayern-Vertrag nicht an ihn herantreten – und die Ungewissheit, wer denn sein Erbe auf der Bank antreten wird.

Fragen über Fragen, die den Akteuren die nächsten Wochen – zunächst daheim und später im Corona-Quartier– durch den Kopf geistern dürften. Wohl auch die nach dem Warum. Nach der EM, wenn die Bayern im Spätsommer in die neue Saison 21/22 starten, sollten sie beantwortet sein. Das obliegt jedoch nicht der Verantwortung der Spieler, sondern nur der Bosse. Bekannt haben sie sich. Und jetzt bleibt der Chefetage nichts anderes übrig, als Lösungen zu finden, damit der FC Bayern im April kommenden Jahres nicht erneut vor Wochen der Leere steht.

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