Experten fordern Liga-Reform

Bundesliga-Langeweile und Nachwuchs-Kritik: Alle gegen Bayern

Acht Meistertitel in Folge und Dominanz bis in den Nachwuchsbereich: Der FC Bayern ist mal wieder nicht gerade Everybody‘s Darling. Experten fordern gar eine Neustrukturierung der Liga.

  • Der FC Bayern ist Serienmeister in der Bundesliga. Die Münchner holten unter Hansi Flick den Titel zum achten Mal am Stück.
  • Experten wieThomas Berthold fordern ein neues Liga-System.
  • In der Jugendarbeit erntete der FCB wegen seiner Talent-Abwerbung Kritik.

München - Heuer machte der FC Bayern den achten Meistertitel in Serie perfekt, von Spannung in der Bundesliga ist weit und breit keine Spur. Jenseits der Säbener Straße kommt die beeindruckende bayerische Dominanz wenig überraschend nicht so gut an. Experten fordern deshalb jetzt eine Liga- Reform und auch im Nachwuchsbereich gibt’s mächtig Gegenwind für die Münchner. Alle gegen Bayern!

Berthold über Bayern-Dominanz: „System Bundesliga steht vor dem Ende“

Ex-Weltmeister Thomas Berthold (55) sagte bei t-online.de: „DasSystem Bundesliga steht vor dem Ende, es braucht eine neue Ausrichtung.“ Wie genau die aussehen soll, bleibt der ehemalige Münchner (1991 bis 1993) allerdings schuldig. Nur so viel verrät Berthold noch: „Ich bin für einenspannenderen nationalen Wettbewerb – doch dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Und das ist in Deutschland leider nicht so.“ Er fordert, dass sich die DFL mit den Klubs der Ersten und Zweiten Liga zusammensetzt und „ein anderes Modell“ erarbeitet.

Gewohntes Bild: Die Bayern feiern den Meistertitel.

Eine Neuerung des Systems hatte zuvor bereits Stefan Effenberg (51), ebenfalls bei t-online.de, in den Raum geworfen. Der ehemalige Münchner Führungsspieler schlug zwei Neunergruppen vor, „die bis Dezember in Hin- und Rückspielen um die Qualifikation für die Meisterrunde spielen. Die besten Vier der beiden Gruppen sowie der bessere Gruppenfünfte spielen anschließendvon Januar bis Mai in einer Neunergruppe den Deutschen Meister aus – die Restlichen spielen um den Klassenerhalt.“

Magath: Zufriedenheit im Fußball ist „unwirklich“

Für Felix Magath (66) hat die Bayern-Dominanz vor allem etwas mit der Einstellung der möglichen nationalen Kontrahenten zu tun. Der Ex-Münchner sagte der Bild: „Anscheinend sind alle mit der Situation zufrieden. Es ist überhaupt eine Zufriedenheit im Fußball, die ich irgendwie so unwirklich finde. Auch Dortmund sehe ich im Moment nicht als Meisterschaftsanwärter. Alle scheinen sich damit abgefunden zu haben, dass es in der Bundesliga nur noch um Platz zwei, drei und vier geht.“

Aus Sicht der TSG Hoffenheim nimmt das Übel schon im Nachwuchsbereich seinen Lauf. Der FCB hat für die kommende Spielzeit mit Armindo Sieb (17) und Mamin San­yang (17) zwei vielversprechende TSG-Talente für die U 19 verpflichtet. Hoffenheims Finanzchef Frank Briel meinte: „Es ist unter Solidaritätsaspekten zumindest diskussionswürdig, dass der FC Bayern mit einer Dreiviertel Milliarde Euro Umsatz nun das Geschäftsfeld derTalent-Abwerbung derart aktiv betreibt.“(jau)

Rubriklistenbild: © SVEN SIM ON - Frank Hoermann - PO / Frank Hoermann - SVEN SIMON via sampics

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