Strenges Regelwerk

FC Bayern in Berlin vor Geisterspiel-Neustart: Anreise, Jubel, Ersatzbank - XXL-Änderungen im Überblick 

Das wird eine schwierige Partie: Für das Geisterspiel zwischen dem FC Bayern München und Union Berlin gelten wegen der Corona-Krise drastische Regeln.

  • Nach der Corona-Pause* startet die Bundesliga wieder.
  • Der FC Bayern München* spielt am 17. Mai gegen Union Berlin.
  • Die Regeln für Geisterspiele werden streng sein.
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München - Vor den ersten Geisterspielen an diesem Wochenende haben die Klubs der 1. und 2. Bundesliga von der Deutschen Fußball Liga ein 35-seitiges Papier erhalten, welche präventive und hygienische Maßnahmen* umzusetzen sind. Eine Herkulesaufgabe – und viele haben Angst vor Fehlern. „Nur mit einem Höchstmaß an Disziplin und Akribie wird es gelingen, unser gemeinsames Ziel, das Saisonfinale 2019/20, zu erreichen“, mahnt die DFL im „Organisations-Rundschreiben Sonderspielbetrieb“.

Die tz zeigt, wie die strengen Regeln bei Geisterspielen* und für den FC Bayern am Sonntag gegen Union Berlin* (18 Uhr) im Detail aussehen.

Organisationsleitung: Die DFL empfiehlt, dem Veranstaltungsleiter als aufsichtführende Person die Gesamtverantwortung für die Koordination aller organisatorischen und betrieblichen Aufgaben zu übertragen. Er ist zugleich erster Ansprechpartner für den Hygienebeauftragten.

Anreise der Mannschaften: Erfolgt in mehreren Bussen wegen der Distanzregelungen. Heim-Spieler sollen – am besten einzeln – in Pkw kommen.

Personen im Stadion: Die Arenen werden in drei Zonen eingeteilt: Stadioninnenraum (unter anderem Spielfeld, Spielertunnel und Kabinen), Tribüne und Stadion­außengelände. Der gastgebende Klub hat darauf zu achten, dass zeitgleich maximal etwa 300 Personen auf dem gesamten Gelände anwesend sind. In jeder Zone dürfen höchstens etwa 100 Personen zeitgleich sein, im Innenraum neben den Spielern, Ersatzspielern und Schiedsrichtern nur zehn Mitglieder der Funktionsteams, vier Balljungen (mit Mund-Nase-Schutz), drei Fotografen, vier Sanitäter, vier Ordner, 15 Personen aus den Bereichen TV-Signal, Videobeweis und Datenerhebung. 

Fans sind in keiner der drei Zonen erlaubt. Hierfür trägt der Heimklub auf dem Stadiongelände die Verantwortung. Auf der Tribüne sitzen während des Spiels auch zwei Dopingkontrolleure, die Zugang zu den Kontrollräumen haben. Greenkeeper dürfen vor und nach dem Spiel sowie in der Halbzeit auf den Rasen.

Kabinen: Möglichst viele Räume sollen – zur Einhaltung der Mindestabstände – zur Verfügung gestellt und zwischendurch desinfiziert werden. So auch beim Bundesliga-Spiel Union Berlin gegen den FC Bayern*.

Einlaufen: Die Teams kommen getrennt, auch vom Schiedsrichter-Gespann, auf den Platz. Keine Einlaufkinder, keine Maskottchen, kein gemeinsames Aufstellen und – wichtig für die Kapitäne – kein Handshake bei der Platzwahl. Wer für den FCB ran darf? Hier geht‘s zur Analyse der Mannschaftsteile.

Das Heimstadion „An der Alten Försterei“ des 1.FC Union Berlin.

Verhalten auf der Bank: Nur jeder zweite bis dritte Platz darf besetzt werden. Zusätzliche Sitzmöglichkeiten und Plexiglas-Trennungen sind vorgesehen. Alle Personen müssen eine Maske tragen. Trainer Hansi Flick darf den Nasen-Mund-Schutz zum Rufen von Anweisungen abnehmen, sofern er einen Mindestabstand von 1,50 Meter zu allen anderen Personen einhält. Die Ersatzspieler müssen beim Aufwärmen keine Maske benutzen.

Verhalten beim Spiel: Gemeinsames Jubeln, Abklatschen und Umarmungen sind zu unterlassen. Kurzer Ellenbogen- oder Fußkontakt ist erlaubt. Immerhin dürften somit kuriose Verletzungen vermieden werden.

Ein- und Auswechslungen ohne Abklatschen. Keine Rudelbildung, nur personalisierte Trinkflaschen. Und: „Ausstoß von Speichel (Spucken) vermeiden“, heißt es.

Nach Abpfiff: Die Pressekonferenzen mit den Trainern finden digital statt. Es gibt nur wenige Interviews – unter Berücksichtigung der Hygienevorgabe.

Stimmung: Verzichtet werden muss auf eine Simulation der Stadionatmosphäre.

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa / Andreas Gora

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