FC Bayern gegen Borussia Dortmund

TV-Kritik von Jörg Heinrich: Anti-CNN im Sky-Studio - „Erik Haaland“ und ein verwirrter Kommentator

Sky-Studio Screenshot - Moderatoren beim FC Bayern gegen Borussia Dortmund
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Anti-CNN im Sky-Studio.

Das Spitzenligaspiel FC Bayern München gegen Borussia Dortmund konnten Fans bei Sky verfolgen. Der Weg zum Fußball-CNN ist weit, findet Jörg Heinrich. Lesen Sie hier seine TV-Kritik.

  • Am Samstagabend spielte der BVB gegen den FC Bayern.
  • Die Münchner gewannen das Spiel mit 3:2, doch wie war die Leistung des Experten und des Moderators?
  • Die Fernsehkritik zum Sky-Topspiel-Abend von Jörg Heinrich.

München - Bei der US-Wahl durften wir auf CNN bestaunen, wie fantastisch aktueller Journalismus sein kann. John King, der König der „Magic Wall“, jonglierte begnadet mit Zahlen, Torten, Balken. Und er wusste alles über fremdartige Bundesstaaten wie Dellawär, die wie eine Erfindung von Lothar Matthäus klingen, die es aber tatsächlich gibt. Beim Sky stand dagegen Lothar überfordert am Dadsch-Skrien und verbalstolperte: „Haaland lässt sich solche Chancen nicht vergehen.“ Da hat man dann gemerkt: Der Weg zum Fußball-CNN ist weit.

„Es macht keinen Sinn, da irgendwas reinzufabulieren.“

Sebastian Hellmann

Der Moderator

Sebastian Hellmann verzählte wieder aufgeregt von den „über 200 Ländern“, die das „Gigantenduell“ BVB – Bayern übertragen, inklusive Kaufland, Dixieland und Sowjetrussland. Wahrscheinlich glaubt er den Schmäh selbst, dass Menschen von Andorra bis Zimbabwe nichts Besseres zu tun haben, als Bundesliga zu schauen. Nach den großartig informativen CNN-Wahlberichten nervt die permanente Sky-Übererregtheit wegen Nichtigkeiten um so mehr. Schlimm war auch, wie Hellmann gleich in der Pause dringend vom Lothar wissen wollte, wie sich so ein Kreuzbandriss anfühlt, dann in Sachen Kimmich aber scheinheilig schwindelte: „Es macht keinen Sinn, da irgendwas reinzufabulieren.“

Der Experte

Lothar hatte zwecks Kimmich eine recht sinnvolle Idee. Er schlug vor: „Wir warten die Prognosen nach dem Spiel ab, wenn die Ärzte draufgeschaut haben.“ Oder sogar die Diagnosen? Als er sich Richtung Dadsch-Skrien aufmachte, bekam man es mit der Angst zu tun. Lothar wollte den Sky-Zuschauern einen Skandinavier zeigen – und es stand zu befürchten, dass Nils Holgersson, Hägar der Schreckliche oder Olof Balme zu sehen sind. Aber an der Magic Wall tauchte tatsächlich „Erik Haaland“ auf, wie Lothar den BVB-Norweger konsequent nennt, und das war immerhin halbrichtig.

Der Kommentator

Wolff Fuss war Zorro, der Rächer mit der schwarzen Maske. Er kommentierte gewohnt launig, zum Beispiel bei einer Kollision von Boateng und Haaland: „Zwei Mittelgebirge, rrrrrums!“ Bei den diversen dubiosen Abseitsen (so die korrekte Mehrzahl) konnte aber auch er nur irgendwas reinfabulieren: „Wir kucken nochmal nach den Linien, das ist, mei…“ Wolff Fuss so verwirrt vom Mikrometer-Abseits – er könnte schon morgen im Kölner Kellner anfangen!

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