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„Bei den feinen Herren ...“: BVB-Legende legt Finger tief in die Bayern-Wunde

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Von: José Carlos Menzel López

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Ende der Nettigkeiten? Vor dem Spitzenspiel in der Bundesliga packen der FC Bayern und Borussia Dortmund die Giftpfeile wieder aus. Der Ton wird rauer.

München - Friede, Freude, Eierkuchen? Aber nicht doch! Waren die Duelle zwischen Bayern und Borussen in den vergangenen Jahren von gegenseitigen Liebkosungen geprägt, so entsteht dieser Tage der Eindruck, dass das Binnenklima zwischen Westen und Süden der Republik wieder rauer wird. Zur Erinnerung: Vor ziemlich genau einem Jahrzehnt, als die Dortmunder zweimal in Folge ihre Hände an der Meisterschale hatten, wurde Respekt sowohl bei Schwarzgelb als auch bei Rotweiß (Anzeige) noch klein geschrieben.

FC Bayern München: Ende der Harmonie? Der Ton zwischen dem FCB und dem BVB wird rauer

Verbale Spitzen waren an der Tagesordnung, worauf man sich – eigenen Aussagen zufolge mit Blick auf die Vorreiterfunktion von FCB und BVB in der Bundesliga – die Hände reichte. Es folgten Duelle der Harmonie, die in den meisten Fällen mit Siegen und in allen Fällen mit Meisterschaften für die Münchner endeten. Damit ist jetzt Schluss. Pünktlich zum ersten Klassiker wird aus dem Friedensgipfel wieder der Giftgipfel der Bundesliga.

So manch einer wird die Verbalentgleisungen als klassische Stimmungsmache im Vorfeld der Partie werten, so weit unter die Gürtellinie ging es aber gefühlt seit Klopp und Sammer nicht mehr. Beispiel gefällig? Norbert Dickel, seines Zeichens Stadionsprecher des BVB, sah sich im Podcast „sprengerspricht #media&sports“ dazu genötigt, den Finger ganz tief in die aktuellen Wunden des FCB zu legen.

„Die einen haben 2G, die anderen 2K: Kimmich und Katar. Das sind auch Probleme“, so die Legende der Borussia, die mit Blick auf die Chaos-JHV der Münchner anfügte: „Das war vom Niveau, puh. Da waren Zwischenrufe dabei, da hätte ich nicht gedacht, dass es das bei den feinen Herren gibt.“

Nobby Dickel freut sich schon auf den Klassiker.
Nobby Dickel freut sich schon auf den Klassiker. © Revierfoto / Imago

Bundesliga-Klassiker: FC Bayern schießt gegen BVB zurück

Beließ es man es in den vergangenen Jahren bei sportlichen Kommentaren, wird es nun wieder recht unsportlich. Doch nicht nur die Dortmunder, auch die Münchner packten in Person von Vizepräsident Prof. Dr. Dieter Mayer die Gelegenheit beim Schopfe, um die volle Breitseite gegen den Erzrivalen auszupacken. Der Wortlaut des Juristen im Rahmen der JHV: „Wir werden nicht an die Börse gehen wie zum Beispiel Borussia Dortmund, das in der Corona-Krise durch eine Kapitalerhöhung 87 Millionen Euro geholt hat. Wenn ich lese, dass BVB-Boss Hans-Joachim Watzke in einem Interview sagt, dass für ihn die 50+1-Regel nicht verhandelbar sei, muss ich mir schon verwundert die Augen reiben. Borussia Dortmund hält nur 5,53 Prozent seiner Aktien.“ Rumms. Damit nicht genug.

Auch Karl-Heinz Rummenigge macht nämlich am verbalen Aufwärmprogramm mit. Nach der Pleite der Dortmunder Anfang November in Leipzig und dem Sieg der Münchner gegen Freiburg regte Bayerns Ex-Vorstandsvorsitzender an, „langsam aber sicher die Meisterschale etwas zu entstauben“.

Die Retourkutsche von Watzke ließ nicht lange auf sich warten. Der BVB-Chef: „Wir ticken anders. Nach dem 0:5 der Bayern im Pokal haben ich keinen Dortmunder gehört, der gesagt hätte, dass wir schon den Pokal polieren oder ähnliches.“ Fakt ist, dass das Aufeinandertreffen der beiden deutschen Schwergewichte in tabellarischer und vor allem formspezifischer Hinsicht endlich wieder auf Augenhöhe stattfindet. Es gewinnt, wer am giftigsten ist. Und zwar allem Anschein nach nicht nur auf dem Spielfeld.

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