Rekordmeister durchleuchtete ganzen Jugendbereich

Rassismus-Fall vorbei? - FC Bayern München räumt am Campus auf

Der Rekordmister räumte nach dem Rassismus-Vorfall im Jugendbereich auf.
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Der Rekordmister räumte nach dem Rassismus-Vorfall im Jugendbereich auf.

Der im Zuge der Rassismus-Vorwürfe entlassene Jugendtrainer zieht seine Klage gegen die Entlassung überraschenderweise zurück.

  • Im August 2020 entließ der FC Bayern einen Jugendtrainer, der sich rassistisch geäußert haben soll.
  • Dieser kündigte darauffolgend eine Klage gegen die fristlose Entlassung an.
  • Vor Kurzem wurde diese jedoch zurückgezogen.

München – Im August, ausgerechnet kurz vor dem Start des Finalturniers der Champions League, erschütterte ein Rassismus-Verdacht den FC Bayern. Gegen einen Jugendtrainer standen Vorwürfe im Raum, sich in einem Chat von Mitarbeitern des Nachwuchsleistungszentrums (Bayern-Campus) ausländerfeindlich geäußert zu haben. Vom WDR veröffentlichte Chat-Protokolle untermauern diesen Verdacht.

FC Bayern München: Aufräumarbeiten seien abgeschlossen

Jetzt, gut drei Monate später, sind die Aufräumarbeiten des FC Bayern so gut wie abgeschlossen. Unsere Zeitung gibt einen Überblick. Der Jugendtrainer hatte Mitte August eine fristlose Kündigung erhalten und zudem einen Aufhebungsvertrag unterschrieben. Der Beschuldigte ging später allerdings mit Anwalt Christian Nohr gegen beides vor. Die Kündigung aufgrund eines internen Chats sei nicht rechtens und der Aufhebungsvertrag nur unter Druck unterzeichnet worden, erklärte der Arbeitsrechtler Ende September bei einem Gütetermin vor dem Arbeitsgericht München. Der blieb – wenig überraschend – ohne Einigung. Die Fronten schienen verhärtet, ein weiterer Gerichtstermin wurde für den 13. Januar des kommenden Jahres angesetzt.

In dieser Woche dann gab’s die überraschende Wende: Der Jugendtrainer hat seine Klage gegen den FC Bayern zurückgenommen. Anwalt Nohr darf über die Details nicht sprechen, bestätigte unserer Zeitung lediglich, dass sein Mandat seit dem 26. Oktober beendet ist. Vor dem Arbeitsgericht kommt es in der Regel zu Vergleichen. Der Jugendtrainer und sein (ehemaliger) Anwalt forderten ein Arbeitszeugnis, eine Abfindung und eine Patronatserklärung, dass die Rassismus-Vorwürfe haltlos seien.

Arbeitszeugnis für entlassenen Jugendtrainer

Diese Forderung war wohlwissentlich sehr hoch gegriffen. Dr. Oliver Grimm, der den FC Bayern vertrat, stellte einst lediglich ein Arbeitszeugnis in Aussicht. Die Lösung könnte – wie so oft – in der Mitte liegen. Der deutsche Rekordmeister hat die internen Ermittlungen am Campus Mitte Oktober abgeschlossen, kündigte „strukturelle Veränderungen und einen personellen Neuanfang für die Jugendmannschaften U 9 bis U 15“ an.

Wie der WDR berichtete, sind inzwischen ein weiterer Jugendtrainer und ein Mitarbeiter aus dem Team-Management entlassen worden. Sie galten als enge Vertraute des hauptsächlich Beschuldigten. JONAS AUSTERMANN

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