Parallelen zu den Königlichen

Analyse: So wie einst Real Madrid - Warum der FC Bayern eine neue Ära prägen kann

Die Jagd nach Europas Krone geht wieder los. Am Mittwoch absolviert der FC Bayern sein Auftaktmatch in der Champions League. Warum München an das legendäre Real Madrid erinnert.

  • Nach 2013 konnte der FC Bayern München auch 2020 das Triple an die Säbener Straße holen.
  • Könnte der Rekordmeister auch auf europäischer Ebene eine erfolgreiche Ära prägen.
  • Ein Vergleich mit dem legendären Real Madrid drängt sich auf - und die Frage, wer den FCB stoppen könnte.

München - Am Mittwoch geht die Jagd auf den FC Bayern los (hier geht‘s zum Live-Ticker)! Die Champions League startet in die neue Spielzeit – und (fast) alle Klubs haben ein Ziel: den Titelverteidiger aus München vom Thron zu stoßen. Hansi Flick und seine Truppe hingegen wollen Historisches schaffen. Sie wären bei einem erneuten Triumph in der Königsklasse – den Europapokal der Landesmeister ausgenommen – nach Real Madrid erst der zweite Verein, dem dies gelänge. Die Königlichen gewannen von 2016 bis 2018 sogar drei Mal in Serie und zudem 2014 den Titel. Die tz macht den Vergleich zwischen dem FCB und Reals Giganten. Können Flicks Bayern eine ähnliche Ära prägen?

FC Bayern: Eingespielte Mannschaft ist jünger als Hattrick-Team von Real Madrid

Kader: Denkt man an die Madrider Glanzzeiten zurück, kommen einem als Erstes Anführer wie Abwehrboss Sergio Ramos (damals 30), Mittelfeldstratege Toni Kroos (26) und Torjäger Cristiano Ronaldo (31) in den Sinn. Ähnliche Charaktere sind nun auch in München zu finden. David Alaba (28) führt in der Viererkette Regie, davor schwingt Joshua Kimmich (25) das Zepter, vorne kommt Robert Lewandowski (32) auf eine ähnliche Tor-Ausbeute wie Superstar Ronaldo einst.

Die Bayern feierten einen Titelgewinn nach dem nächsten.

Vergleicht man zudem Reals Startformation in den Endspielen, fällt auf, dass Coach Zinedine Zidane auf ein eingespieltes Team setzte. Der Franzose veränderte im Laufe der drei Jahre nur auf zwei Positionen etwas. Ähnlich ging Flick schon im Saisonfinale vor. Auch altersbedingt stehen bei den Bayern keine großen Veränderungen des Stammpersonals an, den Umbruch haben die Münchner hinter sich gebracht. Madrid setzte auf eine erste Elf, die im Schnitt 28,7 Jahre alt war. Bayerns beste Elf ist heuer genau ein Jahr jünger.

FC Bayern: Wer kann München in der Champions League Paroli bieten?

Charakter: „Siegesgier und Titelhunger haben die Bayern immer ausgezeichnet – und diese Mannschaft ganz besonders. Sie haben achtmal den Meister-Titel gewonnen und wollen jetzt den nächsten haben“, erklärt Sky-Experte Dietmar Hamann im tz-Interview. Vor allem Lewandowski, Thomas Müller und Manuel Neuer werden einfach nicht satt, obwohl Letztere im Sommer bereits das zweite Triple ihrer Karriere einfuhren. Hamann: „Die gehen voran und die Jüngeren folgen. Das ist bemerkenswert, wie sie diese Spannung hochhalten.“

Konkurrenz: Nach den ersten Wochen hat sich in den europäischen Top-Ligen noch kein Team herauskristallisiert, das dieses Jahr besonders gut drauf ist – aber das kann ja noch kommen. Grundsätzlich aber spricht für den FC Bayern, dass er sich trotz kaum vorhandener Vorbereitung zuletzt in Bielefeld schon wieder seiner so überzeugenden Triple-Form näherte. Und bei der Konkurrenz wird einem keinesfalls angst und bange. Der FC Barcelona musste im Sommer den Neuanfang wagen, ohne aber viel Geld ausgeben zu können. Real versprüht auch nicht mehr den Glanz der jüngeren Vergangenheit. Juventus Turin und Manchester City haben zuletzt in Europa das gewisse Etwas vermissen lassen. Der FC Liverpool könnte heuer der Münchner Konkurrent werden. Ähnlich ging es Real zwischen 2016 und 2018: Der eine, große Kontrahent fehlte. Der Ausgang ist bekannt.

Rubriklistenbild: © Julian Finney/dpa

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