Not macht erfinderisch!

CL: Für diese Abwehr könnte sich Guardiola entscheiden

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Xabi Alonso (l.) und Rafinha sind wichtige Bausteine in der Bayern-Abwehr.

München - Martinez, Boateng, Badstuber, ... Bayerns Verteidigung verfolgt das Verletzungspech. Welche Abwehr-Varianten stehen Guardiola im Duell gegen Juve zur Wahl?

Dem FC Bayern gehen die großen Spieler in der Abwehr aus. Begonnen hatte die Verletzungsreihe mit Medhi Benatia. Er zog sich Anfang Dezember im Champions League Auswärtsspiel gegen Dinamo Zagreb eine Zerrung im Oberschenkel zu. Seitdem muss der Marokkaner pausieren. Zwar trainiert er bereits mit seinen Mannschaftskollegen - ob er zum Spiel gegen Juve am 23. Februar wieder voll einsatzfähig ist, ist jedoch fraglich.

Pep Guardiola hat die Qual der Wahl: Welcher Spieler soll in die Abwehr?

Als wäre die Verletzung von Benatia nicht schon schlimm genug, folgte Ende Januar Jérôme Boateng mit einem Muskelbündelriss im Spiel gegen den HSV. Bereits seit vier Wochen fehlt der Abwehrspieler im Team und würde am liebsten sofort wieder spielen. "Es fällt schwer, aber ich muss jetzt die Ruhe bewahren." An eine Rückkehr Boatengs ist frühestens Ende April zu denken.

Ebenfalls nach dem Bundesliga-Spiel gegen Hamburg klagte Innenverteidiger Javi Martínez über Beschwerden im Knie. Die Diagnose: Meniskusschaden. Vor Mitte März ist mit ihm beim FC Bayern München nicht zu rechnen.

Verletzungspech geht weiter

Im Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Augsburg brach sich dann Verteidiger Holger Badstuber das Sprunggelenk. Seine Rückkehr wird erst Mitte Mai erwartet. Er selbst bleibt trotz mehrfachen Ausfalls noch immer optimistisch: "Mein Körper funktioniert. Ich fühle mich gut, ich fühle mich jung. Deshalb bin ich ganz gewiss kein Pechvogel. [...] Es gibt definitiv Schlimmeres. Mein Blick geht schon wieder nach vorne."

Aus der Not heraus holten die Bayern Innenverteidiger Serdar Tasci von Spartak Moskau ins Team. Er gilt als routinierter Abwehrspieler und technisch sehr visiert. Das Problem: Tasci hat bereits seit zwei Monaten keine Wettkampfpraxis mehr. Seine Kondition und seine Schnelligkeit lassen zu wünschen übrig. Ihn bis zum Champions League-Achtelfinale gegen Juventus Turin fit zu bekommen, dürfte schwierig werden

Trotz der derzeitigen Situation beim FC Bayern müssen wichtige Partien wie das Champions League-Duell gegen Juventus Turin am 23. Februar (Rückspiel am 16. März) bewältigt werden. Nun ist Guardiolas Kreativität gefragt. Welche Möglichkeiten stehen dem spanischen Taktikfuchs jetzt zur Verfügung?

Kriterien eines Abwehrspielers

Wen Pep Guardiola für die Innenverteidigung auch plant, er sollte möglichst groß, erfahren und schnell sein. Wer wird diesem Anspruch gerecht?

Dreierkette mit Alaba, Alonso und Kimmich

Mittelfeldspieler Xabi Alonso ist erfahren und mit einer Körpergröße von 1,83 Metern gehört er auch nicht zu den kleinsten des Kaders. Zwar ist er nicht gerade der schnellste, aber als Fixpunkt einer Dreierkette durchaus eine Option. Alonso könnte durch seine Erfahrung der Schlüssel gegen Juve-Angriffe sein. David Alaba und Joshua Kimmich wären in dieser Kette perfekt für die Positionen der Verteidigung. Mit 1,80 und 1,76 Metern können die beiden im Größenverhältnis zwar nicht mit Stürmern wie Morata (1,90 m), Mandžukić (1,87 m) und Zaza (1,87 m) von Juve mithalten, doch überzeugen sie durch andere Qualitäten.

Laut Trainier Pep Guardiola sind die beiden und auch Rechtsverteidiger Philipp Lahm "sehr schnell und sehr intelligent". Eine gute Abwehr sei nicht zwangsweise von großen Spielern abhängig. Kimmich zeichnete sich in den vergangenen Partien durch seinen Kampfgeist sowie seine Flexibilität und Spieleröffnung aus. Guardiola setzte Kimmich in der Vergangenheit auf sieben verschiedenen Postionen ein. "Er ist immer positiv, immer konzentriert, immer seriös," lobt der Trainer den 20-Jährigen.

Dreier- oder Viererkette?

Dreierkette mit Tasci, Alonso und Rafinha

Denkbar wäre auch eine Dreierkette bestehend aus Tasci, Alonso und Kimmich - unter der Bedingung, dass Tasci einsatzbereit ist. Statt Kimmich könnte auch Rafinha die Rechtsverteidigung übernehmen. Er hat seine schwere Knieprellung überstanden und bringt wieder volle Leistung. Bernat, Alaba oder Lahm sollten dann aufgrund ihrer Schnelligkeit die Positionen der Außenläufer übernehmen. Selbst eine Konstellation mit Arturo Vidal in der Verteidigung wurde vom FC Bayern München bereits in Erwägung gezogen.

Viererkette mit Alaba, Tasci, Kimmich und Lahm

Sollte sich Guardiola gegen eine Dreier- und für eine Viererkette entscheiden, könnte diese aus Alaba, Tasci, Kimmich und Lahm bestehen. Die zweite Variante wäre eine Kette aus Bernat, Alaba, Kimmich und Lahm. Bei diesen Konstellationen könnte Alonso im Mittelfeld bleiben. Er rechnet selbst auch damit, auf seiner gewohnten Position zu spielen. Zwar ist Guardiola immer für eine Überraschung gut, doch der 34-Jährige "habe nur im Mittelfeld trainiert" - das deute nicht auf einen Einsatz in der Abwehr hin. Laut Alonso sollten Alaba und Kimmich als Innenverteidiger zum Einsatz kommen. "Sie haben jetzt sehr gut gespielt (im Bundesliga-Rückspiel gegen den FC Augsburg; Anmerk. d. Red.) und ich glaube, sie müssen da bleiben."

Anpassung an den Gegner

Ob sich Guardiola für eine Dreier- oder Viererkette in der Abwehr entscheidet, wird sehr von der vermuteten Aufstellung des Gegners abhängen. Spielt dieser mit nur einem Stürmer, wäre eine Dreierkette von Vorteil. So steht ein weiterer Spieler für das Mittelfeld zur Verfügung, der offensiv mit angreifen und defensiv für ein höheres Pressing sorgen kann.

In den Vorrunden der Champions League setzte Juventus Turin jedoch primär auf zwei flinke Stürmer in der Spitze. Mit einer Viererkette könnte es den Bayern gelingen, durch kompaktes Pressing Juve vom Tor fern zu halten und mögliche Anspielstationen zu blockieren.

Eine Viererkette wäre wohl die bessere Entscheidung. Doch welche Abwehr-Variante Guardiola auch vorziehen wird, er muss in dieser Notlage wohl oder übel Kompromisse eingehen - und hoffen, dass es gegen Juve reicht.

Linda Carstiuc

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