tz-Interview mit dem neuen Botschafter

Claudio Pizarro: Plötzliches Bayern-Comeback als Spieler? „... dafür reicht es allemal noch“

Claudio Pizarro ist zurück beim FC Bayern. Der Peruaner ist neuer Markenbotschafter des Klubs. Er hat konkrete Pläne für seine Zukunft.

  • Claudio Pizarro ist zurück beim FC Bayern.
  • Der Peruaner ist neuer Markenbotschafter des Bundesliga-Klubs.
  • Zu einer möglichen Laufbahn als Trainer hat er eine eindeutige Meinung.

München - Die kurze Fußballerhose trägt er seit Sommer nicht mehr, dafür ist er seit Neuestem wieder in Lederhosen unterwegs. Die Rede ist von Claudio Pizarro, der keine drei Monate nach Klassenerhalt und Karriereende in Bremen als neuer Markenbotschafter zurück beim Herzensklub in München ist. Ob das nur die Zwischenstation vor der Trainerkarriere ist, verrät Pizarro (41) im tz-Interview.

Herr Pizarro, kehren Sie zu Bayern zurück, weil es der Klub Ihres Lebens ist?

Pizarro: Bayern und Bremen, auf jeden Fall. Als ich als junger Spieler aus Peru kam, gab mir Werder Bremen die Chance, mich als junger Spieler in Europa zu etablieren. Bei Bayern erreiche ich noch mal eine ganz andere Dimension, schließlich gewinne ich hier in München den Großteil meiner Titel und etabliere mich in der Elite dieses Sports. Deswegen ist es schon ein ganz besonderes Gefühl, wieder Teil dieser Familie zu sein.

Claudio Pizarro/FC Bayern: „Für die Legenden-Elf reicht es allemal noch“

Diesmal allerdings nicht mehr als Spieler.

Pizarro: Na ja, das ein oder andere Spiel für die Legenden-Elf ist ja durchaus geplant. Und dafür reicht es allemal noch. (lacht) Spaß beiseite: Ich habe die Verbindungen auch zur Stadt München nie gekappt, wir haben uns ja 2004 auch nicht umsonst hier ein Haus gekauft, wo meine Familie den Großteil meiner Karriere über auch weiter gelebt hat. Wir haben uns hier stets sehr wohl gefühlt, in Deutschland mit Abstand am wohlsten. Jetzt wieder alle zu treffen, ist speziell.

Ihre Karriere krönten Sie mit dem Triple 2013.

Pizarro: Ähnliches hat sich vor ein paar Monaten wieder zugetragen. Ein wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Faktor im Fußball, ist der Zusammenhalt. In einer Kabine wie der des FC Bayern befinden sich große Spieler, aber auch große Charaktere. Die große Kunst liegt darin, diese zusammenzuführen und aus elf, ja 23 Spielern eine Mannschaft zu formen. Jupp ist das damals gelungen, und Hansi Flick hat das jetzt erneut bewerkstelligt. Ein Fußballtrainer ist nicht nur Fußballtrainer, er muss zugleich eine Art Vater sein. Alles läuft bei ihm zusammen und nur in seiner Macht liegt es, dass die Mannschaft das aus sich herausholt, was in ihr schlummert. Hansi hat das zustandegebracht, und zwar bei jedem Spieler. Auch bei denen, die vielleicht nicht so oft gespielt haben.

Claudio Pizarro/FC Bayern: Trainer? „Keinesfalls“

Wird es noch viele geben, die wie Sie bis in die 40er spielen?

Pizarro: Das könnte schwierig werden. Wissen Sie, die physischen Anforderungen an einen Profi werden von Jahr zu Jahr höher. Es gibt immer mehr Spiele, die Konkurrenz wird immer größer und das Spiel an sich wird in körperlicher Hinsicht auch immer anspruchsvoller. All das führt zu Verletzungen und früher oder später auch zum Karriereende, wenn man nicht auch außerhalb des Platzes wie ein Musterprofi lebt. Ich habe versucht, das so gut es ging umzusetzen, und habe dazu auch noch das Glück gehabt, von großen Verletzungen verschont geblieben zu sein. Irgendwann sagt der Körper einem aber schon: Mach ein bisschen langsamer, Claudio!

Trainer bewegen sich weniger – eine Option für Sie?

Pizarro: Keinesfalls, ganz einfach aus Zeitgründen. Dass ich meine Fußballschuhe an den Nagel gehängt hatte, lag auch daran, dass ich nach so vielen Jahren in diesem Geschäft endlich etwas mehr Zeit für meine Familie haben wollte. Daher bin ich auch sehr glücklich darüber, dass ich vom FC Bayern die Gelegenheit bekommen habe, hier als Botschafter anzufangen. Aber die Zeit bringt einen immer auf neue Gedanken. Mal schauen. Erst einmal bin ich auf gewisse Art Gesicht eines Klubs, den ich im Herzen getragen habe. Interview: José Carlos Menzel López

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