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Corona-geplagte Bayern erleben Albtraum-Szenario: FCB-Boss sendet verzweifelten Hilferuf

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Von: Christoph Klaucke

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Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic würde eine 2G-Regelung im Fußball akzeptieren.
Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic würde eine 2G-Regelung im Fußball akzeptieren. © Imago

Der FC Bayern leidet unter zahlreichen Corona-Ausfällen und verliert in Augsburg. FCB-Boss Hasan Salihamidzic sieht nur einen Ausweg aus der Misere.

München/Augsburg - Der FC Bayern hat am Freitagabend mit dem 1:2 in Augsburg nicht nur die zweite Saisonniederlage in der Bundesliga kassiert. Die Pleite beim bayrischen Nachbarn war der negative Höhepunkt auf turbulente Tage beim Rekordmeister. Der Corona-Wirbel rund um den FC Bayern hat längst sportliche Konsequenzen. Gleich drei Stars waren in der Fuggerstadt wegen Corona zum Zuschauen verdammt.

Durch die Ausfälle der infizierten Niklas Süle und Josip Stanisic war die Abwehr geschwächt. Zudem fehlte Anführer Joshua Kimmich, der erneut in Quarantäne musste. Sportvorstand Hasan Salihamidzic macht die unsichere Situation sichtlich zu schaffen. Der Bayern-Boss appelliert an die Vernunft der ungeimpften Profis und hofft dabei indirekt auf Hilfe aus der Politik.

FC Bayern: Salihamidzic spricht über ungeimpften Kimmich

„Es kommt immer wieder was dazwischen. Jetzt hat es also Stani (Josip Stanisic, Anm. d. Red.) erwischt. Jo (Joshua Kimmich, Anm. d. Red.) ist in Quarantäne, er hat Kontakt gehabt im privaten Umfeld und ist nicht dabei“, erklärte Salihamidzic vor der Partie in Augsburg bei DAZN. Der ungeimpfte Joshua Kimmich musste schon zum zweiten Mal in kürzester Zeit für sieben Tage in Quarantäne und verpasst auch das Spiel bei Dynamo Kiew in der Champions League. Das kann nicht im Interesse des Klubs sein.

„Unsere Haltung dazu kennt ihr. Wir haben uns alle geäußert. Es ist eben so, dass es keine Impfpflicht gibt und jeder das individuell entscheiden darf in unserem Land. Natürlich ist es die Haltung des Klubs und auch meine, dass wir uns alle impfen müssen oder sollten, weil das der einzige Weg aus der Pandemie ist“, sagte Salihamidzic, der gleichzeitig auch einschränkte: „Ihr wisst aber auch, genau wie ich das weiß, dass das nicht bei jedem die Meinung ist und die muss man akzeptieren. Es ist eine schwierige Situation.“ Neben Kimmich sind beim FC Bayern auch Serge Gnabry, Jamal Musiala und Eric Maxim Choupo-Moting nicht geimpft.

Video: Druck auf Kimmich wächst - Politik will 2G für Profisportler

FC Bayern: Salihamidzic akzeptiert 2G-Regelung - Ausfälle drohen

In Deutschland und vor allem Bayern wird derzeit eine 2G-Regel für Fußballprofis diskutiert. Ein solches Gesetz würde den Druck auf die ungeimpften Spieler zweifellos erhöhen, da sie dann ohne Impfung oder Genesenen-Status nicht mehr ihrem Beruf nachgehen könnten. „Das werden die Politiker entscheiden und wir werden das dann akzeptieren und das so machen. Ich glaube, dass wir alle die Gesetze akzeptieren müssen in diesem Land“, sagte Salihamidzic.

Sollte die 2G-Regel für Fußballer tatsächlich kommen, würden dem FC Bayern auf einen Schlag gleich mehrere Stammspieler wegbrechen. Selbst wenn sich die Impf-Skeptiker wider Erwarten doch noch für den Pieks entscheiden sollten, dürften sie mehrere Wochen ausfallen. Andrerseits hätte das Trainerteam um Julian Nagelsmann dann ein Stück weit mehr Gewissheit und müsste nicht täglich den nächsten Corona-Ausfall befürchten, von Impf-Durchbrüchen einmal abgesehen.

FC Bayern vermisst Kimmich - Siegquote bricht dramatisch ein

Auf Kimmich können die Bayern jedenfalls nicht verzichten, das hat sich in Augsburg ein weiteres Mal gezeigt. Die Siegquote mit dem Mittelfeldantreiber beträgt 78 Prozent, ohne ihn nur 57 Prozent. Die Bayern schießen mit Kimmich drei Tore pro Spiel, ohne ihn sind es nur 2,4 Treffer. Aus Bayern-Sicht bleibt also nur zu hoffen, dass der 26-Jährige in dieser Saison nicht noch mehr Spiele verpasst. (ck)

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