Coronavirus legt den Fußball lahm

Drei Säulen: So steuert der FC Bayern durch die Krise

Der FC Bayern hat für die Corona-Krise eine ganz bestimmte Strategie. Diese ruht auf drei Säulen. Die Bosse gehen dabei mit gutem Beispiel voran.

  • Der FC Bayern* muss sich wegen der Corona-Krise gedulden, bis wieder Fußball gespielt wird.
  • Für die Krise haben sich die Verantwortlichen eine bestimmte Strategie ausgedacht.
  • Die Bosse gehen dabei mit gutem Beispiel voran.

München - Hansi Flick hat seine Mannschaft am Dienstag wieder auf den Rasen gebeten, nach einer kleinen Oster-Pause ging es genauso weiter, wie es mit Stadt und Land abgestimmt und behördlich erlaubt ist. Teammanagerin Kathleen Krüger hat das Kleingruppen-Training bis ins letzte Detail geplant, nichts darf in Zeiten wie diesen dem Zufall überlassen werden. Diese Ansicht vertreten die Bosse des FC Bayern seit Wochen, intern wurden drei Leitlinien festgelegt. Sie gelten als Maxime für jede einzelne Entscheidung. Sie lauten: Gesundheit der Mitarbeiter; sportlich und wirtschaftlich erfolgreiches Krisenmanagement; Vorbildfunktion.

Coronavirus: Das Wohl der Mitarbeiter steht beim FC Bayern an oberster Stelle

An oberster Stelle steht das Wohl der rund 1000 Mitarbeiter, das als wichtigstes Gut gesehen wird. Der große Teil der Belegschaft arbeitet daher seit Wochen im Homeoffice. Die einzelnen Direktionen werden in regelmäßige Telefonkonferenzen über die neusten Entwicklungen informiert und sind dazu angehalten, Details an ihre jeweiligen Teams weiterzugeben. Gefragt ist vor allemMichael Gerlinger, als Direktor der Abteilung „Recht, Personal und Institutionelle Beziehungen“ ein wichtiger Ansprechpartner.

FC Bayern München: Das Training läuft unter den Corona-Vorschriften weiter.

Die Angestellten sind räumlich derzeit weit getrennt, nur etwa 50 von ihnen sind ab und an für verschiedene Aufgaben in der Geschäftsstelle. Trotzdem wird alles dafür gegeben, ein Zusammengehörigkeitsgefühl herzustellen. In der Kantine wurde ein Notbetrieb eingerichtet, heißt: Ein Tages-Essen wird in Boxen ausgegeben und muss am Arbeitsplatz verzehrt werden.

Coronavirus: Bosse des FC Bayern gehen mit gutem Beispiel voran

Die Bayern-Bosse gehen mit gutem Beispiel voran. Herbert Hainer etwa ist im Durchschnitt ein Mal pro Woche vor Ort. Der Präsident bespricht sich dann unter anderem mit Karl-Heinz Rummenigge und Marco Pesic, hat das große Ganze im Blick. Ansonsten aber bleibt auch er am Schreibtisch zu Hause. Etwas regelmäßiger sind Rummenigge und Oliver Kahn zugegen, die ihre Rollen als externer und interner Krisenmanager bestens aufgeteilt haben.

Rummenigge ist unter anderem bei der DFL und der Stadt München in diverse Gespräche involviert, Kahn hat die „Task Force“ zur Corona-Pandemie zu verantworten und für Vernetzung der Mitarbeiter gesorgt. In regelmäßigen Videoansprachen wenden sich die Klubobersten an die Mitarbeiter. Der Tenor: Die Krise als Chance sehen! Positiv bleiben! Der FC Bayern steht das durch!

Flick, Müller, Alaba: Leistungsträger verlängern beim FC Bayern

Die zweite Maxime hat vor allem die Profi-Mannschaft im Blick. Denn freilich wird alles dafür gegeben, den Verein sportlich und wirtschaftlich erfolgreich durch die Krise zu steuern. Der erste Gehaltsverzicht gab der gesamten Belegschaft ein sicheres Gefühl. Und die Vertragsverlängerung von Hansi Flick wurde bewusst in dieser Zeit forciert, um ein Zeichen zu setzen. Die Basis ist gelegt, die restlichen Bausteine (nach Thomas Müller werden Thiago und David Alaba verlängern) folgen.

Die dritte Säule lebt der FCB in der Krise seit Wochen. Denn die Vorbildfunktion, die der Verein in Deutschland hat, will und darf man nicht unterschätzen. Unter anderem die Entscheidung, erst zeitgleich mit vielen anderen Bundesligisten das Training wieder aufzunehmen, wurde unter dieser Maxime getroffen. Und jeder weitere Schritt auf dem Weg zur Normalität wird unter ihr geprüft.

Hanna Raif, Manuel Bonke

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Oliver Schmidtlein, Ex-Physio des FC Bayern München, rät der Bundesliga nach der Corona-Pause zu bis zu sechs Auswechslungen pro Mannschaft. Für das Training fordert er Körperkontakt.

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