Rekordmeister hilft aus

Corona-Krise im Fußball: Die Maßnahmen des FC Bayern München

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Sagen große Veränderungen im Fußball voraus: Uli Hoeneß (l.) und Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern. 

Der FC Bayern München ergreift in Zeiten des Coronavirus auch Maßnahmen, um mit anderen Teams die Bundesliga zu unterstützen.

  • Der FC Bayern München ergreift Maßnahmen im Rahmen der Corona-Krise. 
  • Auch Spieler wie Leon Goretzka und Joshua Kimmich haben mit „We Kick Corona“ eine Initative ins Leben gerufen. 
  • Der FCB arbeitet in Zeiten der Krise eng mit anderen Vereinen zusammen. 

München – Die Zeit, in der ein Virus die Welt in Atem hält, ist auch die Zeit für Aktionen, die man noch vor wenigen Wochen für unmöglich gehalten hat. „Jeder gegen jeden“ oder „Haifischbecken“ – so hätte man die Bundesliga beschrieben. Als kühl kalkulierenden Wettbewerb, bei dem die Protagonisten nur an sich denken.

FC Bayern: Corona-Schock sorgt für gemeinsame Hilfsaktion

Nicht mehr nach dem Corona-Schock: Die vier Topclubs der Bundesliga haben eine gemeinsame Hilfsaktion ins Leben gerufen. Der FC Bayern zahlt mit Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen 20 Millionen Euro in einen Topf ein, der in Not geratene Vereine unterstützen soll. 12,5 Millionen Euro davon sind Rücklagen der Deutschen Fußball- Liga aus TV-Erlösen, die eigentlich den vier zustehen. Die restliche Summe steuern sie aus eigenen Mitteln bei. „In diesen schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass die stärkeren Schultern die schwächeren Schultern stützen. Damit wollen wir auch zeigen, dass der Fußball gerade jetzt zusammensteht“, kommentierte Karl-Heinz Rummenigge die Aktion der Tabellenspitze für den Rest der Ligen. „Zusammen wollen wir mit dieser Aktion ein Zeichen der Solidarität setzen“, fügte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern hinzu.

FC Bayern: In der Corona-Krise „Clubs finanziell unterstützen“

Ziel der Aktion sei es, „in von der Corona-Krise ausgelösten Härtefällen, Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga finanziell zu unterstützen“, teilte die Deutsche Fußball-Liga mit. Über die Kriterien zur Verteilung des Geldes soll das DFL-Präsidium entscheiden.

Unterdessen glaubt der ehemalige Bayern-Präsident Uli Hoeneß, dass die Fußball-Welt sich in den nächsten Monaten noch entscheidend verändert wird und die finanziellen Exzesse der letzten Jahre durch die Pandemie gestoppt werden. „Man kann es nicht vorschreiben, aber 100-Millionen-Euro-Transfers kann ich mir in der nächsten Zeit nicht vorstellen. Die Transfersummen werden fallen, die Beträge werden sich in den kommenden zwei, drei Jahren nicht mehr auf dem bisherigen Niveau bewegen können. Es wird sehr wahrscheinlich eine neue Fußballwelt geben“, prophezeit der FCB-Ehrenpräsident im „kicker“.

FC Bayern: Wegen Corona bis Weihnachten keine Spiele?

Falls es bis Weihnachten jedoch keine Spiele geben sollte, betonte Hoeneß, sei „die Existenzgrundlage der gesamten Liga bedroht“. Dass die Existenz seines Clubs nicht bedroht ist, liegt an seiner Strategie der vergangenen Jahre. In der Krise profitiert der Rekordmeister von jenem soliden Wirtschaften, für das er – besonders von der europäischen Champions-League-Konkurrenz – einige Male belächelt wurde.

Für die Lächler von einst sieht es düsterer aus. Noch verhältnismäßig glimpflich dürften Vereine wie Manchester City oder Paris Saint- Germain davonkommen. Dank ihrer riesigen Investoren im Rücken. Anders zeigt sich die Lage bei Vereinen, die ihre Ausgaben seit Jahren über Mega-Kredite finanziert haben. Dafür zum Beispiel ihre Stadien oder Trainingsgelände mehrfach beliehen haben. Eine beliebte Praxis in der spanischen und italienischen Topliga. Solche Clubs müssen ihre Kredite auch nach Corona zurückzahlen, bei weggebrochenen Einnahmen eine große Herausforderung. Und neue Kredite werden durch geringere Einnahmen auch nicht auf der Straße liegen. Staatliche Sonderregelungen, wie sie in Spanien schon mal für Real Madrid kreiert wurden, sind dem Steuerzahler durch das epische Ausmaß der Corona-Pandemie in Zukunft wohl kaum mehr zu vermitteln.

FC Bayern: Corona - Bayern kann dem Virus trotzen

Solche Probleme kennt der FC Bayern nicht. Der Verein hat sein 346 Millionen Euro teures Stadion zum Beispiel 2014 komplett abbezahlt – 16 Jahre früher als geplant. Mit einer solchen Immobilie würde der Tabellenführer selbst in arger wirtschaftlicher Bedrängnis als kreditwürdig eingestuft.

Zur Not gibt es ja auch noch das von Uli Hoeneß gern zitierte Festgeldkonto. Auch das kann dem Virus erst einmal trotzen. Eigentlich sollte es zwar für die Transferoffensive im Sommer geplündert werden. Leroy Sané und Kai Havertz sollen immer noch ganz oben auf den Zetteln an der Säbener Straße stehen. Aber Corona verlangt Flexibilität und Solidarität.

Von allen Betroffenen.

Daniel Müksch

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