Nach Sieg gegen den VfL Wolfsburg 

FC Bayern Frauen: Ein großer Schritt Richtung Meisterschaft

Auf dem Weg zum Titel: Die Münchnerinnen, hier nach dem Tor von Sydney Lohmann (2.v.l.) zum 1:0. 
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Auf dem Weg zum Titel: Die Münchnerinnen, hier nach dem Tor von Sydney Lohmann (2.v.l.) zum 1:0. 

Die Fußballerinnen des FC Bayern haben gegen den Dauerkonkurrenten VfL Wolfsburg mit dem 1:1 den Zwei-Punkte-Vorsprung auf die Wolfsburgerinnen verteidigt. 

Wolfsburg/München – Als die 92 intensiven Minuten endlich vorbei waren, jubelte – erst einmal – keine einzige Fußballerin des FC Bayern. Torhüterin Laura Benkarth schnappte sich die letzte Hereingabe desVfL Wolfsburg, Schiedsrichterin Franziska Wildfeuer pfiff das Spiel ab. Praktisch alle Bayern-Spielerinnen beugten sich nach vorne, stützten sich mit den Händen auf den Knien ab und atmeten tief durch. Dabei gab es es tatsächlich Grund zum Jubeln, schließlich verteidigten die Bayern-Frauen durch das 1:1 im Bundesliga-Spitzenspiel in Wolfsburg ihren Zwei-Punkte-Vorsprung auf den großen Rivalen und haben nun bei noch zwei ausstehenden Spielen eine hervorragende Ausgangsposition, um erstmals seit 2016 die Meisterschaft zu gewinnen.

„Eine absolute Willensleistung im Alles-oder-Nichts-Spiel“

„Es war eine absolute Willensleistung“, erklärte Sydney Lohmann nach Abpfiff: „Man hat gemerkt, dass es für beide Mannschaften ein Alles-oder-Nichts-Spiel war. Für uns ist der Punkt ein Erfolg, wir haben es nach wie vor selbst in der Hand. Jetzt müssen wir in den letzten beiden Spielen noch mal alles geben, um dann oben zu stehen.“

Wie schon im Halbfinale des DFB-Pokals Anfang April, das die Bayern 0:2 in Wolfsburg verloren hatten, begann der VfL extrem druckvoll. Torhüterin Benkarth verhinderte aber mit einer starken Parade gegen Ewa Pajor den frühen Rückstand. Die Bayern-Frauen überstanden die Druckphase der Wolfsburgerinnen unbeschadet und gingen dann nach einer guten halben Stunde nach einem Standard in Führung. Eine Freistoßhereingabe von Kapitänin Lina Magull landete bei Lohmann, die aus kurzer Distanz zur Führung traf (34.).

Im Anschluss waren die Bayern die bessere Mannschaft in einer umkämpften Partie, Lineth Beerensteyn hätte nach einer starken Einzelaktion fast das vorentscheidende Tor zur Meisterschaft erzielt, ihr Schuss klatschte in der 79. Minute aber an die Latte. Umso ärgerlicher war es, dass ein Missverständnis in der Bayern-Abwehr zwei Minuten später zu einer Ecke und dem daraus resultierenden Ausgleich durch Pajor führte. Nun mussten die Bayern-Frauen noch einmal zittern, sie überstanden die letzte Druckphase des VfL aber ohne weiteres Gegentor.

In zwei Spielen könnte ein Sieg und ein Unentschieden für die Bayern reichen 

„In der Summe war es gerechtes Ergebnis für beide Seiten. Wir nehmen das halbvolle Glas und haben es jetzt selbst in der Hand. Wolfsburg muss jetzt darauf hoffen, dass wir noch mal ein Spiel verlieren“, sagte Trainer Jens Scheuer. In den ausstehenden Spielen müssen die Bayern bei Bayer Leverkusen und gegen Eintracht Frankfurt antreten, Wolfsburg spielt noch in Frankfurt und gegen Bremen. „Es sind noch zwei Spiele. Wir dürfen das nicht unterschätzen, wenn man die Spiele nicht mit 100 Prozent angeht, kann man gegen jede Mannschaft verlieren“, warnte Lohmann. Aufgrund des deutlich besseren Torverhältnisses dürften ein Sieg und ein Unentschieden den Bayern-Frauen aber schon zum Titel reichen. „Wenn man zwei Spieltage vor Schluss zwei Punkte vorne ist, will man das Ding einfahren. Und wir fahren das Ding ein“, gab Trainer Scheuer die Richtung für den Endspurt vor.

Wolfsburg: Schult - Wedemeyer, Doorsoun, Janssen, Rauch - Oberdorf, Engen - Huth, Rolfö (65. Jakabfi), Blomqvist (58. van de Sanden) - Pajor.

FC Bayern: Benkarth - Ilestedt, Boye, Hegering - Glas, Magull (88. Laudehr), Zadrazil, Simon - Beerensteyn, Bühl (76. Schüller), Lohmann (78. Dallmann)
Tore: 1:0 Lohmann (34.), 1:1 Pajor (81.)

(CHRISTIAN STÜWE)

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