Sorgen für Pep Guardiola

Alaba fehlt lange: Wer soll ihn nun ersetzen?

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David Alaba vor der Praxis von Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt.

München - David Alaba fällt nach einer OP wochenlang aus. Dabei war er in den vergangenen Wochen so wichtig für Pep Guardiola. Wie ersetzt der Bayern-Coach nun den Allrounder?

Es ist eben doch nicht alles eitel Sonnenschein beim FC Bayern. Am Donnerstag, 11 Uhr morgens am Alten Hof: Es gießt wie aus Kübeln, als der dicke Audi vorfährt, der David Alaba vor die Praxis von Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt kutschiert. Gemeinsam mit Papa George humpelt der Bayernstar auf roten Krücken ins Gebäude an der Dienerstraße 12, sagt auf die tz-Nachfrage zu seinem Gesundheitsszustand nur: „Passt scho!“ Am Nachmittag die Schock-Diagnose: Ein Teilriss des Innenbandes und eine Verletzung am Innenmensikus! Nun muss sich der österreichischer Nationalspieler einer Operation unterziehen und fehlt dem Team mehrere Wochen.

„Das ist im Moment ganz bitter für mich“, lässt sich Alaba auf der Vereinsseite zitieren, „denn sowohl in der Mannschaft als auch für mich ist es zuletzt so gut gelaufen.“ Trotz aller Widrigkeiten denkt der 22-Jährige schon an das Comeback: „Nach der Operation werde ich, sobald es mir die Ärzte erlauben, mit der Reha beginnen. Ich hoffe, dass ich mit Hilfe unserer medizinischen Abteilung bald wieder auf den Platz zurückkehren werde.“ Dieses Jahr ist ein Einsatz allerdings sehr als unwahrscheinlich.

Hintergrund der Verletzung: Bei dem 2:0-Sieg der Münchner gegen Rom hatte Alaba nach 81 Minuten ausgewechselt werden müssen.

Pep Guardiola machte nach Schlusspfiff keinen Hehl daraus, wie sehr ihm Alaba abgehen wird. „David ist ein kompletter Fußballspieler“, so der FCB-Coach. „Er kann auf allen Positionen spielen. Mit ihm verlieren wir einen super Typen, der überragend Fußball spielt. Es ist schade, weil er zwei, drei Monate fehlen wird. Ich hoffe, dass er nach Weihnachten wieder da ist. Er ist mit seiner Flexibilität sehr wichtig für unser Spiel.“

Tapferer Alaba über sein Knie: "Passt scho'"

Tapferer Alaba über sein Knie: "Passt scho'"

Allein schon ein Blick auf Alabas Einsatzzeiten untermauert diese These: Bei allen 16 Pflichtspielpartien der Münchner in dieser Saison stand er auf dem Platz und kam dazu noch auf fast Position in der Defensive zum Einsatz.

„Das ist sehr schade, wir haben ein kleines Problem“, wusste sein Spezl Franck Ribéry gleich nach der Partie zu berichten. Der Grund: Mit Alaba hatte Guardiola einen Spieler, der zwar in der Aufstellung stets als Defensiv­akteur gehandelt wird, in der Praxis aber das gesamte Spielfeld beackert. Meistens beginnt er hinten links und verlagert seine Position je nach Spielverlauf weiter nach vorne.Mal grätscht er einen Ball weg, mal bereitet er einen Angriff mit einem starken Pass vor, mal hebt er eine Zuckerflanke in den Sechzehner, mal schließt er selber ab. Alaba ist überall – und genau das macht ihn für Guardiola so wichtig.

Wie er den Ausfall seines Schlüsselspielers kompensieren will? Die Frage ist eher, ob Alaba überhaupt zu ersetzen ist. Hinten verfügt Guardiola nur noch über gelernte Innenverteidiger: Dante, Boateng und Benatia – gut möglich, dass Rafinha oder Philipp Lahm mal wieder hinten aushelfen dürfen. Egal wie man es dreht, den Rundumservice in Offensive wie Defensive liefert beim FCB eben nur Alaba. „Es ist schade. Jetzt müssen wir aufpassen“, sagte Boateng hinterher. „Aber ich hoffe, dass er so schnell wie möglich wiederkommt.“ Gleiches dürfte sich am Donnerstag auch so manch ein Österreicher gedacht haben. Der Bayernkicker ist die Säule der Ösi-Elf und fällt ausgerechnet jetzt vor dem wichtigen Qualiduell gegen Russland am 15. November aus. Dort dürfte er noch schwerer zu ersetzen sein als in München…

lop, sw

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