FCB nach Remis gegen Bremen

FC Bayern droht ein brutaler Dezember! Das sind die 5 Probleme von Hansi Flick

Bayerns Thomas Müller (l-r), Jamal Musiala und Javi Martinez gehen zur Halbzeit in die Kabine.
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Der FC Bayern hat in den kommenden vier Wochen acht Partien vor der Brust.

Der FC Bayern zeigte am Samstag gegen Werder Bremen eine ungewohnt durchwachsene Vorstellung. Trainer Hansi Flick gibt bereits jetzt Durchhalteparolen aus.

  • Der FC Bayern ist gegen Werder Bremen nicht über ein glückliches 1:1-Remis hinausgekommen
  • Das Team von Hansi Flick zeigte am Samstagmittag im Nord-Süd-Klassiker eine ungewohnt fahrige Leistung
  • Der FCB-Coach vertraut seinem Kader - doch das Team geht vier Wochen vor der Mini-Winterpause bereits auf dem Zahnfleisch
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München - Das 1:1 (0:1) des FC Bayern am Samstagmittag gegen den SV Werder Bremen war jetzt kein Weltuntergang. Allerdings war es auch keine gewöhnliche Partie, die der Rekordmeister da ablieferte. Ungewohnt fahrig agierte das Team von Trainer Hansi Flick. Einfache Ballverluste sorgten dafür, dass die Gäste von der Weser eine Vielzahl von hochwertigen Möglichkeiten hatten.

FC Bayern fahrig: Trend zeichnet sich seit Wochen ab

Dieser Trend hatte sich in den vergangenen Wochen bereits abgezeichnet - und auch gegen den BVB war zu sehen, dass die Defensive alles andere als sattelfest ist. Wäre die Favre-Elf vor dem Kasten etwas kaltschnäuziger gewesen, der Sieger wäre vermutlich nicht aus München gekommen.

Am Samstag war es Manuel Neuer zu verdanken, dass der Triple-Sieger immerhin einen Zähler in der Allianz Arena behalten konnte. Selbst Werder-Coach Florian Kohfeldt fand anschließend nur lobende Worte für den 34-Jährigen.

Dem FC Bayern steht ein richtig ungemütliches Dezember ins Hause. Acht Partien in den kommenden vier Wochen. Das bringt richtig Probleme mit sich. Gemütliche Vorweihnachtszeit? Von wegen!

Die fünf Probleme des FC Bayern: Die Verletzungsmisere

Alphonso Davies, Joshua Kimmich, Corentin Tolisso, Buona Sarr, Niklas Süle und nun auch noch Lucas Hernandez. Insgesamt sechs Stars fehlten Hansi Flick gegen Werder. Immerhin: Glücklicherweise kam kein Akteur mit einer Corona-Infektion von der Nationalmannschaft zurück.

Dennoch drückt der Schuh durch die Verletzungen. Tolisso und Sarr dürften gegen Salzburg am Mittwoch wieder zur Verfügung stehen. Bei Hernandez muss man laut dem FCB-Coach abwarten. „Wir haben noch acht Spiele, wir müssen die Belastung steuern“, sagte Flick auf der PK am Samstag: „Die Startelf gegen Werder hat die Qualität Bremen zu schlagen.“

Doch wie will man die Belastung steuern, wenn kein fittes Personal mehr zur Verfügung steht? Nun wird es kälter - und die Gefahr der Muskelverletzungen nimmt zu. Viel darf im Kader des FC Bayern in Sachen Verletzung nun nicht mehr passieren. Vor allem die Kimmich-Verletzung trifft den Rekordmeister. „Joshua wird immer fehlen“, so Hansi Flick am Samstag: „Einfach, weil er ein wichtiger Spieler ist.“

Die fünf Probleme des FC Bayern: Die Stars sind überspielt

Zum Saisonauftakt nahmen die Bayern den FC Schalke noch auseinander. Nun gut, die Knappen sind in dieser Spielzeit auch kein wirklicher Gradmesser. Dennoch brillierten die FCB-Stars an diesem Tag.

Serge Gnabry erzielte beispielsweise in dieser Partie drei seiner vier Saisontore. Seitdem herrscht mit Ausnahme gegen den 1. FC Köln aber Torflaute beim Nationalspieler. Auch Thomas Müller ist etwas das Fortune verloren gegangen. Er ist zwar immer noch umtriebig, doch die ganze große Torgefahr strahlte er zuletzt auch nicht aus. In den ersten vier Saisonpartien traf der 31-Jährige dreimal und legte vier Treffer auf - ab dem 5. Spieltag gab‘s lediglich nur noch einen Treffer und einen Assist.

Die Stars kommen langsam aber sicher an ihr Limit und wirken überspielt. Müller beispielsweise absolvierte sechs der acht Partien über die vollen 90 Minuten - Pausen kann Flick ihm kaum gönnen, weil er im System als „Radio“ viel zu wichtig ist. Auch Leon Goretzka geht langsam aber sicher auf dem Zahnfleisch, wie man zuletzt auch im DFB-Team feststellen musste.

Die fünf Probleme des FC Bayern: Die fehlende Fitness

Grundsätzlich sind die Akteure fit. Doch die Spieler, die nach einer langen Verletzungspause nun wieder angreifen wollten, tun sich aktuell noch schwer. Niklas Süle fiel wegen eines Kreuzbandrisses fast acht Monate aus und findet derzeit noch nicht wieder in die Spur. Wie auch? Kaum Training, nur Spiele, wenig Pausen. Zudem musste er wegen einer vermeintlichen Corona-Infektion in Quarantäne, was auch nicht förderlich für seine Form war.

Ähnlich verhält es sich bei Neuzugang Leroy Sané. Der Flügelflitzer ist zwar fit, doch noch nicht wirklich in Form. Unglücklicherweise zog er sich vor kurzem eine Kapselverletzung im Knie zu und fiel anschließend wieder wochenlang aus. Der Königstransfer kommt aktuell meist von der Bank, ihm ist der fehlende Spiel-Rhythmus deutlich anzumerken.

Die fünf Probleme des FC Bayern: Die Neuzugänge passen noch nicht

Am Deadline Day (5. Oktober) hatte der FC Bayern mit Eric-Maxime Choupo-Moting, Buona Sarr und Douglas Costa noch einmal ordentlich zugeschlagen und gleich drei Neuzugänge präsentiert. Wenige Tage zuvor hatte man nach dem Abgang von Thiago zum FC Liverpool mit Marc Roca bereits einen vermeintlich vielversprechenden Nachfolger geholt.

Bislang konnte alle Neue noch wenig überzeugen. Choupo-Moting traf bislang lediglich im Pokal. Am Samstag gegen Werder verpasste er den Lucky Punch und vergab eine hundertprozentige Torchance kurz vor Schluss. Auch Douglas Costa konnte dem Spiel des FC Bayern noch nicht die erhofften Impulse geben.

Sarr stand zwar im Top-Spiel gegen den BVB in der Startelf, war dort aber einer der schlechtesten Akteure. Und Rocca? Der kommt trotz des Kimmich-Ausfalls noch gar nicht zum Zug...

Die fünf Probleme des FC Bayern: Der enge Terminplan

Bis Weihnachten stehen noch acht Partien an! Am Mittwoch geht‘s für die Bayern zum FC Salzburg. Anschließend reist man zum VfB Stuttgart, ehe es nach Madrid zu Atletico geht und am Wochenende darauf kommt RB Leipzig in die Allianz Arena. Das sind bis zum 9. Dezember vier Hammer-Partien für den FC Bayern.

Man kann nur hoffen, dass das Flick-Team am Mittwoch gegen Salzburg die Achtelfinal-Qualifikation klar macht und es gegen Atletico und Lok Moskau (9. Dezember) um nichts mehr geht. In der Liga warten dann Union (12.), Wolfsburg (16.) und Verfolger Bayer Leverkusen (19.). „Wir haben jetzt noch acht Spiele in diesem Jahr“, so Flick am Samstag nach dem Remis gegen Bremen: „Darauf müssen wir uns einstellen.“

Immerhin wurde das DFB-Pokal-Spiel gegen Holstein Kiel in den Januar verlegt. Vielleicht ein kleiner Lichtblick. (smk)

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