Konfliktpotenzial wird größer

Dunkle Wolken über der Säbener Straße: DFB-Chaos macht die Sorgen des FC Bayern noch größer

Dunkle Wolken ziehen über dem Trainingsgelände des FC Bayern an der Säbener Straße in München auf
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Die Säbener Straße beim FCB-Training am Donnerstag - eitel Sonnenschein war einmal

Nach der Aufregung um die Verträge von David Alaba und Jerome Boateng muss Bayern-Trainer Hansi Flick jetzt auch mit den Folgen der DFB-Rekordpleite klarkommen.

  • FCB-Kapitän Manuel Neuer kritisiert Vorgehen des Klubs bei Alaba-Vertragspoker.
  • Selbstvertrauen der DFB-Stars im Kader des FC Bayern ist nach 0:6 gegen Spanien am Boden.
  • Bosse sind unruhig nachdem Hansi Flick als Löw-Nachfolger ins Spiel gebracht wurde.

München - Der FC Bayern wäre nicht der FC Bayern, wenn es nicht auch in der Ära seiner größten Dominanz irgendwo irgendwie rumoren würde. Nur mal zur Erinnerung: Die Münchner sind Tabellenführer in der Bundesliga, brechen in der Champions League sämtliche Rekorde - und das auch noch als frisch gebackener Quintuple-Sieger.

FC Bayern: Luxusprobleme oder ernste Gewitterwolken über der Säbener?

Bei jedem anderen Klub der Republik würde ein derartiger Status quo jahrelangen Sonnenschein garantieren, an der Säbener Straße ziehen aktuell jedoch immer mehr dunkle Gewitterwolken am Horizont auf. Es braut sich etwas zusammen über dem FCB-Kosmos. Und es kann jeden Moment wie aus Eimern losgießen. Vielleicht sogar schon heute.

Thomas Müller (3.v.li.) und Jerome Boateng (re.) scherzen während des Donnerstagstrainings mit Trainer Hansi Flick (4.v.li.)

Um 13.30 Uhr tritt Cheftrainer Hansi Flick vor die Medien. Auf dem Programm steht traditionell die Pressekonferenz vor dem Heimspiel am Samstag gegen Werder Bremen, das Sportliche dürfte aber auch diesmal nur ein Randaspekt des Pressegesprächs sein. Wie schon in den Wochen vor der Länderspielpause werden sich die Fragen der Reporter um das Vertragswirrwarr mit David Alaba drehen, wozu ein gewisser Manuel Neuer sich in der SportBild wie folgt geäußert hat: „Vertragsgespräche dürften normal in der Öffentlichkeit kein Thema sein, das geht nur Spieler und Verein etwas an. Das Ganze sollte nicht in den Medien diskutiert werden. Das hat mich auch in meinem Fall damals gestört.“ Nur, dass im Fall Alaba ein Abschied mittlerweile unausweichbar scheint.

Das hat mich auch in meinem Fall damals gestört

Manuel Neuer

FC Bayern München: Auch der Fall Jerome Boateng sorgt für Unruhe

Die Pressevertreter dürften sich auch nach Alabas Abwehrkollegen Jerome Boateng erkundigen, der unter Flick zwar wieder zu alter Stärke gefunden hat, in den Augen der Verantwortlichen scheinbar trotzdem nicht einer Verlängerung seines im Sommer auslaufenden Kontraktes würdig ist. Die verletzten Joshua Kimmich und Alphonso Davies stehen übrigens bei einem Mammutprogramm von neun Spielen in vier Wochen bis zur Winterpause nicht zur Verfügung. Beide werden erst in der Rückrunde zurückerwartet. Und dann wäre da auch noch das Unwetter über der Frankfurter DFB-Zentrale, das nach der Schmach von Sevilla nun ebenfalls gen Süden zieht.

Der Grund: Zunächst einmal die geschundenen Seelen der DFB-Stammkräfte Manuel Neuer, Niklas Süle, Leon Goretzka, Serge Gnabry und Leroy Sané, die Flick nun streicheln muss, damit sie nach dem historischen 6:0-Debakel gegen Spanien zügig ihr Gewinner-Gen wiederfinden. Und dann wäre da auch noch Flick selbst, der seinen Unmut über die aktuellen Brandherde bereits unmissverständlich kundgetan hatte.

„Ich bin alles andere als glücklich darüber, dass wir uns mit diesem Thema in einer Woche, in der wir zwei schwere Spiele in Salzburg und in Dortmund haben, befassen müssen“, hatte der Erfolgstrainer zur Causa Alaba gesagt, für dessen Verbleib er sich bereits des Öfteren stark gemacht hatte.

FC Bayern: Hansi Flick gilt als Kandidat für den Bundestrainer-Posten

Dass der 55-Jährige nun als einer der Kandidaten auf die Nachfolge des auf immer wackligeren Beinen dastehenden Joachim Löw ins Spiel gebracht wurde, dürfte angesichts seines Missmutes über die aktuellen Entwicklungen bei Alaba & Co. nicht unbedingt für Entspannung in der Chefetage gesorgt haben. Auch dort wird man die aktuelle „Klimakonstellation“ (O-Ton Sportvorstand a.D. Matthias Sammer) über der Säbener Straße zur Kenntnis genommen haben. Das beste Mittel dagegen? Gewinnen! Das beherrscht der FC Bayern glücklicherweise aber um einiges besser als das Wetter…

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