Saftige Ablöse für den Brasilianer

Costa: Zum Abschied wenigstens noch ein Rekord?

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Schnell weg will Douglas Costa aus München.

Douglas Costa wird den FC Bayern wohl im Sommer gen Turin verlassen. Für die Roten endet damit ein Missverständnis voraussichtlich mit einem Rekord.

München – Damals, im Sommer 2015, ist Neymar diese eine bestimmte SMS höchstwahrscheinlich leicht von den Fingern gegangen. Der Inhalt der Nachricht, die da über den großen Teich an Douglas Costa geschickt wurde: „Glückwunsch, die Bayern sind top, da gehörst du hin!“ Zur Erinnerung: Neymar und der FC Barcelona hatten den deutschen Rekordmeister gerade mal zweieinhalb Monate vor der Verpflichtung seines Landsmannes aus der Champions League geworfen und ein paar Wochen später den Titel geholt. Da hat man leicht reden.

Traum und Realität passten bei Costa häufig nicht zusammen

Deutlich interessanter wäre sicher der Inhalt der SMS, die dieser Tage versandt werden dürfte, denn die wird Neymar vermutlich nicht ganz so leicht von den Fingern gehen. Laut „Bild“ steht der Wechsel von Costa nach zwei Jahren in München zu Juventus Turin nun fest, lediglich die Details gilt es noch zu verhandeln. Der 26-Jährige, der in München nie richtig angekommen ist, sucht seinen Weg ausgerechnet bei dem Klub, auf den Neymar derzeit sicher nicht gut zu sprechen ist. Barca scheiterte heuer gegen den späteren Finalisten Juve in der Königsklasse schon im Viertelfinale. Ein „Da gehörst Du hin!“ wird es vermutlich also nicht werden.

Wenn man ehrlich ist, weiß aber wohl nicht mal Costa selbst, wo genau er hingehört und ob er überhaupt irgendwo hingehören möchte. Die Idealvorstellung seines Arbeitsverhältnisses lässt sich aus diversen Interviews und Verhaltensmustern der vergangenen zwei Jahre wie folgt zusammenfassen: Es sollte ein europäischer Top-Klub sein, bei dem er unantastbar ist. Er sollte eine Summe verdienen, die im zweistelligen Millionenbereich oder – wenn überhaupt – nur leicht darunter liegt. Und er sollte am besten auch gleich eine Rolle bekommen, in der er binnen kürzester Zeit Weltfußballer wird.

40 Millionen Euro soll die Ablöse betragen

Beim FC Bayern haben sie ein bisschen gebraucht, um zu merken, dass Traum und Realität in diesem Fall nicht wirklich zusammenpassen. Eine Warnung an die Verantwortlichen in Turin war Costas schwache zurückliegende Saison aber nicht. Man will sich selbst überzeugen – und dafür tief in die Tasche greifen. Zu hören ist, dass sich die Parteien auf eine Ablöse von 40 Millionen Euro verständigt haben. Außerdem hat Juve laut Giuseppe Marotta die Erlaubnis der Bayern bekommen, „uns mit seinem Berater zu treffen“. Auch „die Bereitschaft des Spielers“ sei da, sagte der Sportdirektor der „Gazzetta dello Sport“.

Das Verhältnis zwischen Bayern und Juve, dessen Präsident Andrea Agnelli wie Karl-Heinz Rummenigge im Vorstand der europäischen Klub-Vereinigung ECA sitzt, ist traditionell gut. Arturo Vidal und Kingsley Coman kamen aus Turin nach München, Costa macht es nun genau wie Medhi Benatia umgekehrt. In den Verhandlungen geht es um eins: Juve wird versuchen, die utopischen Gehaltsvorstellungen des Offensivspielers zu drücken. Mindestens neun Millionen Euro will der Brasilianer pro Jahr verdienen. Eine ähnliche Summe zahlten die Bayern in diesem Jahr – für vier Bundesliga-Tore und drei Vorlagen.

Nur vier Tore gelangen dem Brasilianer in dieser Bundesliga-Saison

Nachweinen wird man Costa, der sich nie mit dem Klub identifizieren wollte, sicher nicht. Und 40 Millionen Euro tun mit Blick auf die 2015 investierten 30 Millionen auch ganz gut. Wenn der Deal zustande kommt, wäre Costa noch vor Toni Kroos (30 Millionen Euro), Owen Hargreaves (25), Mario Götze (23) und seinem neuen Mannschaftskollegen Mario Mandzukic (22) mal eben der teuerste Verkauf der Vereinsgeschichte.

Sollte Neymar die entsprechenden Handynummern haben, wäre diesmal eher eine Glückwunsch-SMS an die Vereinsseite angebracht. Und Costa hätte wenigstens einen Rekord in München hinterlassen. Zum krönenden Abschluss.

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