Ein Zeichen an die Konkurrenz

Dreesen-Aussagen zu Transfers: So sind sie zu werten

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Jan-Christian Dreesen (r.) mit Karl-Heinz Rummenigge.

München - Die jüngsten Aussagen von Jan-Christian Dreesen darf auch als Zeichen an die Konkurrenz gewertet werden: die Zitate und wie sie zu werten sind.

Die großen Rivalen haben es im vergangenen Sommer mal wieder vorgemacht. Der FC Barcelona verpflichtete Luis Suarez für 81 Millionen Euro, Real Madrid holte James Rodriguez für 80 Mio. Euro. Die Rekordtransfers ihrer Klubs sind sie aber trotzdem nicht. Während die Madrilenen für Cristiano Ronaldo im Jahr 2009 94 Mio. auf den Tisch legten, sicherte sich Barça 2013 die Dienste von Neymar für 83,5 Mio. Euro. Im Vergleich dazu klingen die 40 Mio. Euro Ablöse für den teuersten Einkauf des FC Bayern fast bescheiden, als die Münchner 2012 Javi Martinez aus Bilbao an die Isar lotsten. Sportlich sind die Roten mit der internationalen Spitze seit Jahren auf Augenhöhe, obwohl sie ihre Stars deutlich günstiger einkaufen als die Konkurrenz. Doch wie lange noch?

„Die Topspieler mit einem internationalen Markt sind deutlich teurer als früher“, sagt FCB-Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen im Interview mit dem kicker. Doch im Kampf mit den großen europäischen Vereinen muss der FCB nicht zurückstecken, wie Dreesen versichert. „Wir könnten 100 Millionen Euro für einen Spieler zahlen“, verrät der 47-Jährige. Dies sei in naher Zukunft nicht geplant, doch zwingend ausschließen wollte der Mann der Zahlen des Rekordmeisters das Szenario nicht: „Es ist einfach, jetzt nie zu sagen. Das versuche ich bewusst zu vermeiden, weil ich mich ungern irgendwann korrigieren möchte.“

Es ist das erste Mal, dass sich ein Verantwortlicher der Münchner über mögliche Transfers in dieser Größenordnung äußerte. Schon im Sommer hatte Ex-FCB-Star Thomas Strunz im tz-Interview mit Blick auf den Transfer von James zu Real vorhergesagt: „Ich glaube schon, dass bald auch der FC Bayern in diese Transferdimensionen vorstoßen wird und es auch muss.“

In Zeiten der Rekordverträge für die TV-Rechte an der Premier League ist Dreesens Aussage ein klares Zeichen an die internationale Konkurrenz: Auch deutlich geringere Fernseheinnahmen zwingen den FC Bayern nicht zu Sparmaßnahmen. Denn zugleich betonte der Finanzvorstand: „Bis jetzt haben wir jeden geholt, den wir wollten.“ Dabei helfen werden den Münchnern die rund 68,5 Mio. Euro, die sie in der kommenden Spielzeit aus der Vermarktung der Medienrechte und dem Sponsoring der DFL erhalten werden. In dieser Saison erhielten die Bayern gerade mal 37,2 Mio. Euro aus dem TV-Topf. Geld, das für neue Topstars wie Martinez, Götze oder Ribéry zur Verfügung steht. Der Franzose, bei seiner Verpflichtung 2007 mit 25 Mio. Euro noch der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte, will sein Comeback nach der Verletzung gegen Donezk übrigens nicht überstürzen. Der Superstar droht am Samstag in Dortmund auszufallen, damit er für die wichtigen K.-o.-Spiele gegen Leverkusen und Porto wieder fit ist.

sw

 

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