Umstrittenes Ticket-Portal

Durchsuchungen beim FC Bayern: Steuer-Ermittlungen gegen Viagogo - Münchner geben Entwarnung

Die Geschäftsstelle des FC Bayern München.
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Die Geschäftsstelle des FC Bayern München.

Gegen die Ticket-Plattform laufen aktuell Steuer-Ermittlungen. Beim FC Bayern wurden darum die Geschäftsräume durchsucht. Der Rekordmeister gab sofort Entwarnung.

München - Der umstrittene Ticket-Zweithändler Viagogo steht im Verdacht der Steuerhinterziehung. Im Zuge der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mannheim wurden die Geschäftsräume mehrerer deutscher Profivereine von der Steuerfahndung durchsucht, darunter auch die des FC Bayern München. Der Rekordmeister sowie Bundesliga-Konkurrent FC Augsburg sowie der 1. FC Nürnberg bestätigten bereits die Durchsuchungen, wie die dpa berichtet.

FC Bayern kein Gegenstand der Ermittlungen - Rekordmeister beendete Geschäftsbeziehungen mit Viagogo vor Jahren

Die Münchner stellten umgehend klar, dass „weder der FC Bayern München, noch eine seiner handelnden oder früher handelnden Personen, noch eine übergeordnete Fußballorganisation oder ein Fußballverband Gegenstand der Ermittlungen“ seien. „Vielmehr kommen diese lediglich als Zeugen im Zuge von Ermittlungen gegen ein drittes Unternehmen in Betracht“, so die Antwort der Bayern auf eine entsprechende Bild-Anfrage.

Auch der FC Augsburg und der 1. FC Nürnberg gaben an, dass sich die Durchsuchung gegen keine aktuellen oder ehemaligen Vertreter oder Mitarbeiter des Vereins richte. Der FC Bayern beendete die geschäftlichen Beziehungen zu Viagogo vor sieben Jahren, auch die Partnerschaften mit den anderen beiden Klubs und der Ticket-Plattform liegen bereits mehrere Jahre zurück.

FC Bayern: Laufende Ermittlungen gegen Ex-Partner Viagogo - Umstrittenes Ticket-Portal äußert Zuversicht

Viagogo ist ein Portal für Ticketverkäufer, das aufgrund seiner hohen Preise oft in der Kritik stand. Eintrittskarten für Sportveranstaltungen und Konzerte werden teilweise für ein Vielfaches des Originalpreises angeboten, zusätzlich erhebt die Plattform eine Gebühr. Darum positionierten sich vor allem Fußballfans in den vergangenen Jahren aktiv gegen Viagogo. Unter dem Slogan „Vianogo“ protestierten Fans verschiedenste Vereine gemeinsam gegen die Plattform und riefen geschlossen zum Boyott auf.

Schalker Fans protestieren 2013 gegen Viagogo.

Das Unternehmen steht nun unter Druck, bestreitet die Vorwürfe öffentlich. Man komme den Steuerverpflichtungen in den Märkten, in denen es tätig ist, „voll und ganz nach“, teilte ein Sprecher am Donnerstag mit. Man sei sich „einer laufenden Untersuchung bezüglich Steuerzahlungen in Deutschland bewusst“ und kooperiere „mit den zuständigen Behörden“ und sei „zuversichtlich, dass diese Angelegenheit zeitnah geklärt wird“, hieß es weiter. (ajr)

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