Bayern von eiskalter Eintracht überrascht

„Sauer, enttäuscht, verärgert“: Thomas Müller nach erster Niederlage bedient

Thomas Müller muss die erste Bayern-Niederlage gegen Frankfurt verarbeiten.
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Thomas Müller muss die erste Bayern-Niederlage gegen Frankfurt verarbeiten.

Die Serie ist gerissen. Nach neun Pflichtspielsiegen in Folge musste sich der FC Bayern gegen Frankfurt und einen Torwart Trapp daheim mit 1:2 geschlagen geben.

München - Fast 21 Jahre später holten die Adler damit erstmals wieder einen Sieg in München, der die Bayern jedoch vor der Länderspielpause nicht von der Spitzenposition der Bundesliga verdrängt.

„Wir sind sauer, enttäuscht, verärgert, wir hätten dieses Spiel nicht verlieren müssen“, sagte Bayern-Star Thomas Müller.

FC Bayern verliert gegen Eintracht Frankfurt: Trainer der Gäste hatte es angekündigt

Der Frankfurter Cheftrainer Oliver Glasner hatte angekündigt, seine Mannschaft wolle drei Punkte aus München entführen. Zu sehen war davon zunächst einmal aber herzlich wenig. Während die SGE keine drei Pässe in Folge an den Mann brachte und gefühlt nur den Spielern in den roten Dressen hinterherhechelte, erspielten sich die Hausherren Chancen im Minutentakt. Dass sich die drückende Überlegenheit der Münchner nicht auf der Fröttmaninger Anzeigetafel widerspiegelte, lag insbesondere an einem gut aufgelegten Kevin Trapp, der allein in der ersten Viertelstunde zwei Hochkaräter von Robert Lewandowski (3. Minute) und Thomas Müller (14.) und zudem eine misslungene Rückgabe von Mitspieler Kristijan Jakic (13.) entschärfte.

Das Leder lief innerhalb der Münchner Reihen wesentlich schneller als die Beine der hessischen Gäste, weshalb allein schon die erste Hälfte zu einer äußerst ermüdenden Angelegenheit wurde für die Adler. Ihr Fokus galt einer kompakten Fünferkette und gelegentlichen Entlastungskontern nach Ballgewinn, speziell letzterer Punkt kam jedoch angesichts des kompromisslosen Offensivpressings des FC Bayern einer Illusion gleich. Das Geschehen spielte sich hauptsächlich im und um den Frankfurter Strafraum ab, dort, wo individuelle Fehler schwer bestraft werden. So wie jener in der 29. Minute: Martin Hinteregger verlor im Aufbau das Spielgerät, Lewandowski leitete den Abpraller sofort zu Leon Goretzka weiter, der Trapp im Sechzehner per flachem Rechtsschuss überwand. Verdient. Hinteregger: „Es war ein Weckruf – und gar kein unwichtiger Fehler.“

FC Bayern: Gescheitert an Trapps sensationellen Reflexen

Als der Jubel über den ersten Saisontreffer des Nationalspielers noch nicht abgeklungen war, ließen sich die Gäste erstmals in der Nähe des von Manuel Neuer gehüteten Gehäuses blicken. Filip Kostic holte im Duell mit Dayot Upamecano einen Eckstoß heraus, schlug sie auf Höhe des Fünfers, wo drei Münchner Hinteregger nicht daran hindern konnten, Neuer per wuchtigem Kopfstoß zu überwinden (32.). Dass es für den Meister nicht gleich knüppeldick kam, lag daran, dass Neuer zehn Minuten später im Eins gegen eins mit Rafael Borré die Oberhand behielt (42.).

Die Partie öffnete sich. Während Kostic Upamecano über die linke Flanke in den Wahnsinn trieb, knallte Serge Gnabry das Leder an den Pfosten (44.). Bayern blieb zwar die drückendere Mannschaft, scheiterte aber ein ums andere Mal an Trapps sensationellen Reflexen. Lewandowski verzweifelte am Keeper der SGE. Sané ebenfalls. Trapp hielt alles. Auch einen Gnabry-Vollspann (64.). Er hielt die Eintracht am Leben.

Und die blieb so quicklebendig, dass sie mit einem Linkshammer durch Kostic sogar noch die drei Punkte aus der Arena entführte. Und Nagelsmann seine erste Pflichtspiel-Saisonniederlage bescherte.

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