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Blamage in Bochum: Eine Sechs und reihenweise Fünfer - die Noten für desolate Bayern

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Von: Patrick Mayer

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Geschlagen: Die Bayern um Thomas Müller (li.) in Bochum.
Geschlagen: Die Bayern um Thomas Müller (li.) in Bochum. © IMAGO / osnapix

Der FC Bayern München wird vom VfL Bochum vorgeführt. Die Abwehr des Bundesliga-Rekordmeisters bricht in sich zusammen. Dayot Upamecano spielt schwach.

München/Bochum - Ohne Manuel Neuer setzte es für den FC Bayern München eine heftige Klatsche beim VfL Bochum (2:4).

Die komplette Abwehr, insbesondere Dayot Upamecano, stand komplett neben sich und ließ sich zeitweise regelrecht von den Westdeutschen vorführen. Einzig Robert Lewandowski wehrte sich gegen einen frechen Aufsteiger. tz.de bewertet den Bundesliga-Rekordmeister in der Einzelkritik - die Noten zur Münchner Blamage.

FC Bayern in der Einzelkritik: Dayot Upamecano kassiert die Sechs

Sven Ulreich: Der Schwabe hatte sich seinen zweiten Bundesliga-Einsatz in dieser Saison sicherlich gänzlich anders vorgestellt. Musste schon zur Halbzeit vier Mal hinter sich greifen. Aber: Der 33-jährige Keeper war bei jedem Gegentreffer machtlos. Note 4

Benjamin Pavard: Stand, wie die gesamte Bayern-Abwehr, neben sich. Ermöglichte den Bochumern direkt nach Seitenwechsel durch einen kapitalen Abspielfehler auf Ulreich beinahe ein fünftes Tor. Und nach vorne konnte der 25-jährige Franzose keinerlei Impulse setzen. Note 5

Dayot Upamecano (bis 45. Minute): Der Franzose war im Ruhrgebiet völlig von der Rolle. Ließ sich von den Bochumer Express-Fußballern mehrmals überrumpeln. Tiefpunkt eines gebrauchten Nachmittags: Als der Innenverteidiger vor dem 1:4 durch Gerrit Holtmann (44.) getunnelt wurde. FCB-Trainer Julian Nagelsmann hatte zur Pause ein Einsehen und ließ ihn in der Kabine. Note 6

FC Bayern in der Einzelkritik: Niklas Süle steht zu weit weg

Niklas Süle: Stand beim 1:1 durch Christopher Antwi-Adjei (14.) viel zu weit weg vom Gegenspieler. Hatte in mehreren Szenen sichtlich Probleme in der Rückwärtsbewegung. Wenn es vor ihm dynamisch wurde, hatte der kantige Abwehrmann, der sich nach der Saison Borussia Dortmund anschließen wird, enorme Probleme. Note 5

Lucas Hernández: 80 Millionen Euro Ablöse soll der Weltmeister 2019 Ablöse gekostet haben. Bei der Klatsche von Bochum amortisierte der 25-jährige Innenverteidiger nicht einen Cent. Ließ seine Gegenspieler sträflich passieren. In dieser Verfassung ist der Franzose in der Abwehr eine Schwachstelle. Note 5

Joshua Kimmich: Haderte sichtlich mit dem suboptimalen Spielverlauf. Beim 1:3 durch Cristian Gamboa (40.) ließ er sich mit einer einfachen Doppelpass-Finte linken. Leitete das 2:4 (75.) mit einem Freistoß und viel Glück ein. Note 5

Serge Gnabry: Konnte keine Akzente setzen. Verhinderte das 1:0 beinahe durch eine mögliche Abseitsposition. In der zweiten Halbzeit vermisste man beim Schwaben zündende Ideen und Zielstrebigkeit im Angriffsspiel. Note 4

FC Bayern in der Einzelkritik: Leroy Sané bleibt blass

Thomas Müller (bis 64. Minute): Vor-Vorarbeiter bei der kurzen Münchner Führung. Aber: Auch beim Raumdeuter funktionierte das Sonar nicht. Lief wilden Bochumern meist nur hinterher. Wollte ihn Nagelsmann mit seiner Auswechslung etwa für das Salzburg-Spiel am Mittwoch schonen? Note 5

Leroy Sané: Deutschlands vielleicht größtes Fußball-Versprechen blieb in Bochum blass. Seine Körpersprache nach vermasselten Aktionen erinnerte dabei an frühere Tage. Regte sich fürchterlich auf, als Lewandowski (52.) ihn bei einem Konter frei vor dem Tor nicht sah. Gefahr strahlte der 26-Jährige keine aus. Note 5

Kingsley Coman (bis 75. Minute): Hervorragende Vorarbeit vor der Führung. Der Franzose legte den Ball artistisch per Kopf auf Goalgetter Lewandowski ab. Nach dem Bochumer Vierfach-Schlag mühte er sich redlich, dem wackeligen Angriffsspiel ein wenig Struktur zu geben. Vergeblich. Note 4

FC Bayern in der Einzelkritik: Robert Lewandowski ist bester Münchner

Robert Lewandowski: Bei der Blamage noch mit Abstand bester Münchner. Das zwischenzeitliche 1:0 erzielte der Pole (9.) willensstark und akrobatisch. Stemmte sich nach dem Seitenwechsel gegen das fußballerische Debakel und machte Druck auf die Abwehrkette des VfL. Auch das 2:4 war sein Verdienst. Einzig, er wurde an diesem Samstagnachmittag von seinen Kollegen kaum unterstützt. Note 3

Corentin Tolisso (ab 46. Minute): Konnte sich nach seiner Einwechslung kaum in Szene setzen. Probierte viel, brachte fußballerisch aber nur wenig zustande. Fügte sich in die kollektive Münchner Verunsicherung nahtlos ein. Note 5

Im Video: FC Bayern blamiert sich in Bochum

Eric Maxim Choupo-Moting (ab 64. Minute): Sollte vorne für Gefahr sorgen. Doch: Der 32-jährige Sturm-Back-up brachte es nach seiner Einwechslung nicht auf eine Torchance. Wirkte nach seiner Reise zum Afrika-Cup nicht ganz frisch. Kam zu spät für eine Bewertung. Keine Note.

Marcel Sabitzer (ab 75. Minute): Der Österreicher suchte auch diesmal vergeblich nach seiner Rolle im bajuwarischen Star-Ensemble. Nicht zu vergleichen mit seinen Leipziger Zeiten. Kam zu spät für eine Bewertung. Keine Note.

(pm)

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