„Haben ihn angerufen“

E-Mail-Posse um Choupo-Moting geht weiter! Verband erhebt neue Vorwürfe - Bayern-Profi Wiederholungstäter?

Eric Maxim Choupo-Moting bestritt bereits 53 Spiele für die Nationalmannschaft Kameruns.
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Eric Maxim Choupo-Moting bestritt bereits 53 Spiele für die Nationalmannschaft Kameruns.

Kürzlich gab es viel Verwirrung um die Nominierung von Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting für Kameruns Nationalteam. Der Verband erhebt Vorwürfe gegen den Bayern-Profi.

Update vom 25. März, 17.00 Uhr: Dass Eric Maxim Choupo-Moting während der Länderspielpause in München bleibt, ist scheinbar einem Kommunikationsfehler geschuldet. Der Deutsch-Kameruner spielt seit 2010 für die Auswahl der Westafrikaner, für die nächsten Spiele seines Nationalteams wäre er im Kader gestanden, doch die Einladung kam nie an. Das behauptete zumindest sein Vater Camille.

Gegenüber dem Sender Naja-TV sprach er davon, dass der Fußball-Verband Kameruns die Einladung an eine falsche E-Mail-Adresse gesendet habe und bezeichnete dies als „ein Mangel an Professionalität“. Er verstehe darum nicht, „warum der Club oder Maxim daran schuld sind“, und nahm die Bayern sowie seinen Sohn in Schutz. Nun bestritt Parfait Siki, der Kommunikationsleiter des Verbandes, die Vorwürfe.

FC Bayern: Kameruner Verband wehrt sich gegen E-Mail-Vorwürfe und kontert - „Haben ihn angerufen“

Er stellte gegenüber ESPN klar, dass der Verband den Bayern-Profi auf mehrere Arten zu erreichen versuchte. „Der kamerunische Fußballverband hat keinen Fehler bei der E-Mail-Adresse oder den Kontakten zum Verein und zum Spieler gemacht“, meinte Siki. Die E-Mails seien am 5. März an alle Spieler inklusive Choupo-Moting und deren Vereine gegangen. „Wir haben ihn angerufen und er hat nicht geantwortet. Normalerweise sollen wir innerhalb von 10 Tagen eine Antwort erhalten“, führt er aus.

Nicht nur telefonisch und per Mail soll der Verband es beim 32-Jährigen versucht haben. Auch „eine Einladung über seinen WhatsApp-Kontakt“ sei versendet worden, woraufhin „immer noch keine Antwort“ kam. Darum vermutet Siki, dass Choupo-Moting mit dem scheinbaren Ignorieren sein Desinteresse an der Nationalmannschaft bekunde - und holt zur nächsten Anschuldigung aus.

„Die gleiche Situation ereignete sich bei unseren vorherigen Spielen gegen Mosambik in Douala und in Maputo, für die er nicht aufgetaucht ist“, behauptet Siki gegenüber dem US-Medium. Darum habe man auf das Schweigen des Spielers reagiert und ihn aus dem Kader gestrichen. Welche Seite die Schuld trägt, lässt sich auch nach dem Konter aus dem Kamerun nicht bewerten, durch das angebliche Missverständnis kann sich der Stürmer jedoch für die anstehenden Aufgaben mit den Münchnern vorbereiten.

FC Bayern: Choupo-Motings Einladung der Nationalmannschaft ging offenbar unter - Vater erklärt E-Mail-Chaos

Erstmeldung vom 21. März:

München - Länderspiele sind in Zeiten von Corona eine heikle Sache. Auch der FC Bayern kommt um die Diskussion nicht herum, ob er seinen besten Kickern erlaubt, mit ihren Auswahlteams in Risikogebiete zu jetten. Jüngst gab es ein Hin und Her bei Robert Lewandowski und David Alaba, die dank gelockerter Reisebeschränkungen des Bundes nun doch nach Großbritannien fliegen dürfen. Nun gibt es einen dritten Fall - der sich aber als noch einiges komplexer erweist. Es geht um Eric Maxim Choupo-Moting.

Der Lewandowski-Ersatzmann ist Kapitän der „Unbezwingbaren Löwen“ - der Nationalelf Kameruns. Choupo-Moting reist, wie der FC Bayern auf tz-Anfrage bestätigt, definitiv nicht zu den Spielen seines Auswahlteams, das gegen die Kapverden (26. März) und Ruanda (30 März) in der Gruppe F der Afrika-Cup-Quali um den Einzug in das Kontinentalturnier kämpft.

Vater von Eric Maxim Choupo-Moting bestreitet Angaben des Verbands

So weit, so klar. Eher undurchsichtig ist jedoch, wie es genau dazu kam, dass Choupo-Moting in München bleibt. Zunächst hatte der Verband die Liste mit Spielern veröffentlicht, die eingeladen wurden. Choupo-Motings Name fehlte. Kameruns portugiesischer Trainer Antonio Conceiçao erklärte auf einer Pressekonferenz dann, dass der Bayern-Stürmer auf die Anfragen des Verbands nicht reagiert habe.

Choupo-Motings Vater und Manager Camille Just Choupo-Moting bestritt dies heftig. Er selbst sei eingeschaltet worden, um die Sache für den Verband aufzuklären, sagte er gegenüber Naja TV: „Ich wurde vom Verband kontaktiert, um herauszufinden, was los war. Ich habe den FC Bayern kontaktiert und sie haben mir bestätigt, dass sie die Einladung nicht erhalten haben.“

FC Bayern/Eric Maxim Choupo-Moting: Verband schickt E-Mail an die falsche Emailadresse

Nach den Worten des Trainers auf der Pressekonferenz sei er aus allen Wolken gefallen. Es sei schlichtweg falsch, dass sein Sohn nicht reagiert habe. „Er hat es letzten Sonntag vor 18 Uhr getan. Vor 18 Uhr habe ich selbst versucht, den Teammanager, Herrn Olembe, anzurufen, und ich habe auch mit Bill Tchato gesprochen, um zu bestätigen, dass Maxims Antwort da ist.“

Sein Sohn sei bereit gewesen, für Kamerun zu spielen und bereitete sich darauf vor. Bayern habe dies erlaubt. Doch die Einladung sei nie angekommen. Der Vater des Stürmers weiter: „Es sieht so aus, als hätte sie es stattdessen an die falsche E-Mail-Adresse gesendet. Für mich ist das ein Mangel an Professionalität. Wenn Sie Einladungen senden, senden Sie diese an die richtige Adresse. Wenn das nicht passiert, verstehe ich nicht, warum es die Schuld des Klubs oder Maxims ist.“

Wer auch nun Schuld hat - Bayern dürfte nicht allzu traurig darüber sein, dass Choupo-Moting in München bleibt.

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