"Müssen gravierende Dinge vorgefallen sein"

Ex-Bayern-Stars: Verlust von "Mull" große Gefahr

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Lothar Matthäus bezeichnet den Rücktritt von Müller-Wohlfahrt als großen Verlust für den FC Bayern.

München - Der Rücktritt von Bayerns Mannschaftsarzt Dr. Müller-Wohlfahrt sorgt für Wirbel an der Säbener Straße. Die Ex-Bayern-Spieler Matthäus und Effenberg sehen eine große Gefahr für den FCB.

Ex-Bayern-Spieler Lothar Matthäus hat sich zu möglichen Gründen des überraschenden Rücktritts von Bayern Münchens Teamarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt geäußert. „Wie ich erfahren habe, muss Karl-Heinz Rummenigge in der Kabine in Porto der medizinischen Abteilung einen Vorwurf gemacht haben, warum es so viele verletzte Spieler gibt. Diesen hat ein Arzt wie Müller-Wohlfahrt natürlich nicht auf sich sitzen lassen“, sagte Matthäus in einem exklusiven Interview mit Sky Sport News HD: „Wenn Bayern München diese medizinische Abteilung verliert, ist es das Gleiche, wie Robben, Ribery und Thiago als Spieler auf einmal zu verlieren. Da geht sehr viel verloren, was den FC Bayern über Jahrzehnte ausgezeichnet hat.“

Darüber hinaus wird es laut Matthäus wohl nicht zu einer Vertragsverlängerung zwischen Rekordmeister Bayern München und Trainer Pep Guardiola kommen: „Ich glaube nicht, dass Pep Guardiola seinen Vertrag verlängert. Er hat bis 2016 einen Vertrag, deswegen lässt man sich auch Zeit. Solche Kleinigkeiten hinterlassen natürlich auch Narben. Man muss sich fragen, ob diese Narben wieder verheilen.“

Effenberg: "Müssen gravierende Dinge vorgefallen sein" 

Auch der frühere Mittelfeld-Chef des FC Bayern, Stefan Effenberg, hat sich zum überraschenden Rücktritt von Bayern Münchens Mannschaftsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt geäußert. „Das trifft den FC Bayern natürlich hart, weil es verdammt schwierig ist, einen Ersatz zu finden. Es müssen gravierende Dinge vorgefallen sein, durch die Müller-Wohlfahrt in seiner Arbeit beschnitten wurde. Denn ein Müller-Wohlfahrt wirft nicht einfach so hin“, sagte Effenberg in einem exklusiven Interview mit Sky Sport News HD: „Jetzt muss man aufpassen, dass Guardiola nicht zu viel Macht bekommt und auch noch bestimmt, wer das neue Ärzteteam wird. Das könnte für die Zukunft des FC Bayern gefährlich sein. Der Weggang von Müller-Wohlfahrt kann sich zudem negativ auf die entscheidenden Spiele in den nächsten Tagen und Wochen auswirken.“

Hitzfeld sieht den Rücktritt von Müller-Wohlfahrt als Schwächung für den FCB

Der langjährige Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld sieht in dem Rückzug von Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt einen großen Verlust für den Rekordmeister. „Er ist ein genialer Arzt, einer der besten der Welt. Dass er zurücktritt, schwächt das Team“, äußerte Hitzfeld am Freitag in München bei der Vorabpräsentation eines Dokumentationsfilms des Pay-TV-Senders Sky über ihn. Die Entscheidung Müller-Wohlfahrts sei sicherlich nicht spontan gewesen. „Es muss Einiges im Vorfeld passiert sein, so etwas entwickelt sich“, sagte Hitzfeld. Viele Profis des FC Bayern würden dem Arzt total vertrauen und sicher auch weiterhin zu ihm gehen.

Ob ein Arzt Schuld an einer Niederlage sein könne, beantwortete Hitzfeld aus seiner Erfahrung mit einem klaren „Nein“. Auch ein Mannschaftsarzt stehe stets unter „enormem Druck“, sagte Hitzfeld. Die medizinische Abteilung muss die Spieler fitmachen. Der FC Bayern beklagt aktuell viele verletzte Profis. Auch für den Vereinsvorstand sei die aktuelle Situation schwierig: „Klar, dass man zum Trainer steht.“

Hitzfeld betonte, er habe in seinen zwei Amtszeiten beim FC Bayern stets „vertrauensvoll“ mit Müller-Wohlfahrt zusammengearbeitet. Den Arzt habe neben seiner hohen Fachkompetenz eine „absolute Loyalität dem Verein gegenüber“ ausgezeichnet. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Spieler nicht privat weiter zu ihm gehen“, sagte Hitzfeld voraus. Das sei auch so gewesen, als Müller-Wohlfahrt in der Amtszeit von Jürgen Klinsmann als Trainer kurzzeitig das Team nicht mehr betreute. „Er hat unglaubliche Fähigkeiten, wenn es darum geht, Diagnosen zu stellen. Das macht ihn einmalig“, schwärmte Hitzfeld.

Der Zeitpunkt des Rücktritts von Müller-Wohlfahrt kurz vor dem Viertelfinal-Rückspiel gegen Porto am kommenden Dienstag sei problematisch: „Das wird die Aufgabe nicht erleichtern.“ Hitzfeld, der von 1998 bis 2004 und von 2007 bis 2008 war Bayern-Trainer war und 2001 die Champions League holte, ist jedoch „felsenfest davon überzeugt“, dass die Münchner noch ins Halbfinale einziehen werden. „Bayern wird sich nicht zweimal so präsentieren wie in Porto. Bayern gehört für mich mit Barcelona und Real Madrid nach wie vor zu den Favoriten auf den Titelgewinn.“

Sid

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