Bayern-Hoffnung dauerte nur acht Minuten

Durch Neymar war die Messi schnell gelesen

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Neymar erzielte beide Tore für Barca.

München - Das „Wunder von München“ ist ausgeblieben: Der zweifache Torschütze Neymar und ein überragender Marc-Andre ter Stegen im Tor des FC Barcelona haben dem FC Bayern den Weg nach Berlin versperrt.

Die einen trauern, viele andere werden erleichtert aufgeatmet haben: Thomas Gottschalk muss nicht auf die Wetten-dass-Bühne zurückkehren. „5:0 für Bayern, dann stehe ich im Wort“, hatte der Alt-Showmaster unlängst gescherzt. Ein Weiterkommen des FC Bayern – nicht einmal der Daueroptimist Gottschalk wollte an das Mai-Wunder von Fröttmaning glauben.

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Zu Recht, wie sich spätestens nach einer halben Spielstunde zeigte. Als Neymar zum 2:1 für Barcelona einschoss, war die Messi gelesen in der vollbesetzen Allianz-Kathedrale. Am Ende hieß es 3:2 (1:2) für Bayern, das 0:3 aus dem Hinspiel hinzugenommen also 3:5 aus Sicht der Roten. Endstation Halbfinale, raus mit Applaus. Dabei hätte die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola genügend Chancen gehabt, Barça ein halbes Dutzend Tore einzuschenken. Spielerisch und kämpferisch war’s schwer in Ordnung, was der Deutsche Meister bot. Nur in Sachen Effektivität, da war’s halt doch eine katalanische Lehrstunde.

Die 90 Minuten zum Nachlesen im Ticker

Acht Minuten lang schien der Traum vom Finale in Berlin tatsächlich realistisch. Medhi Benatias Kopfball-Treffer nach einer Ecke von Xabi Alonso (7.) brachte die Arena zum Kreischen, ehe Neymars Tor zum Ausgleich früh den Deckel drüberstülpte (15.). Lionel Messi hatte den perfekt temperierten Pass durch die Viererkette auf Suarez gespielt; während Alonso & Co. dem Schiri-Assistenten heftig winkend ein vermeintliches Abseits anzeigten, legte der Uruguayer quer zu Neymar, 1:1.

Wesentlich schlechter sahen die Bayern vor dem 1:2 aus. Schweinsteiger verlor am Mittelkreis das Kopfballduell gegen Messi, Benatia war zu weit aufgerückt, so dass Suarez in seinem Rücken duchstarten konnte. Wieder quergelegt, wieder Neymar,

1:2 – vorbei.

Bayern-Fans zeigen spektakuläre Choreo

Müller per Kopfball-Bogenlampe und Lewandowski mit dem Außenrist hätten zuvor bereits auf 3:1 für Bayern stellen können, in der 40. Minute hatte Lewandowski Pech, dass Barça-Keeper Marc-Andre ter Stegen den Ball gerade noch von der Linie kratzen konnte. Als der englische Schiedsrichter Marc Clattenburg zur Halbzeit pfiff, war der allgemeine Spannungsabfall nicht mehr zu übersehen. Guardiola hielt auf dem Weg in die Kabine einen kurzen Plausch mit seinem früheren Lieblingsschüler Messi, Neymar ließ den Ball auf dem Zeigefinger kreiseln. Nicht einmal 200 Millionen Bayernfans hätten Barcelona jetzt noch ernsthaft Angst eingejagt.

Oder doch?

Maskenmann Lewandowski ließ nach Pass von Schweinsteiger Mascherano alt aussehen, versenkte die Kugel flach im rechten Eck (59.), und in der 74. Minute war es der unermüdlich rackernde Thomas Müller, der auf Vorlage Schweinsteigers per Bogenschuss zum 3:2 einnetzte. Drei weitere Tore hätten Bayern ins Finale nach Berlin gebracht, die Arena war plötzlich wieder elektrisiert. Waren nicht auch die drei Barça-Tore im Hinspiel erst ab der 77. Minute gefallen?

Ein vergeblicher Mutmacher. Die Katalanen ließen sich zwar zu einigen ungewohnten Fehlpässen verleiten, tatsächlich in Gefahr geriet das Tor vor der Südkurve allerdings nicht mehr. Ehrenhaft ausgeschieden, mehr war nicht drin an diesem Abend. Aber konnte man tatsächlich mehr erwarten?

sw, lop, lk

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