…wenn heute wirklich alles passt!

Die Auferstehung von den Roten …

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Mit den Zuschauern im Rücken wollen sich die Bayern die Kontrolle sichern. Die Mentalität im Team jedenfalls stimmt, meint Trainer Pep ­Guardiola.

München - Heute kann der FC Bayern Geschichte schreiben. Dazu muss ein mittleres Fußball-Wunder geschehen? Was ist möglich gegen den FC Barcelona?

„Wir wollen euch die Chance geben, dass ihr es als Wunder betiteln könnt.“ Ein Satz, wie ihn nur einer sagen kann, direkt adressiert an die versammelte deutsche Sportpresse. Thomas Müller war es, der diese Worte gestern in Vorbereitung auf die kniffligste Mammutaufgabe formulierte, die der FC Bayern seit langem zu lösen hat.

Wenn der FC Barcelona mit Messi, Neymar und drei Toren Vorsprung heute in die Allianz Arena kommt, dann braucht es schon eines dieser Wunder, um ins Champions-League-Finale von Berlin einzuziehen. Der Star des FC Bayern wollte das zwar nicht so einfach und pauschal ausdrücken, aber er weiß genau, dass schon alles passen muss in diesen 90 oder 120 Minuten, damit ein Weiterkommen gelingt. Ob Wunder oder sonst was – aber sollte der Rekordmeister in seiner jetzigen Lage noch das Ticket in die Hauptstadt lösen, dann wäre es schon die Auferstehung von den Roten!

Es ist ein Spielchen auf dem Drahtseil, auf das sich der Gastgeber heute einlassen muss. Auf der einen Seite müssen natürlich irgendwie drei Tore her, auf der anderen ist klar, dass man dem Gast aus Spanien keinerlei Gelegenheit für einen Gegentor und damit für das endgültige Aus geben darf. Daher betonte auch Trainer Pep Guardiola immer wieder: „Wir müssen gut verteidigen! Ich denke, die Leute wollen, dass wir nach vorne gehen. Das ist die deutsche Mentalität, immer nach vorne, viele Tore schießen. Aber gegen diese Stürmer von Barcelona kannst du es dann nicht kontrollieren.“

Hoeneß beim Abschlusstraining der Bayern

Kontrolle, das ist das Wort des Tages, das Wort des heutigen Abends. Die Pep-Truppe kann es nur richten, wenn sie auf dem Platz das Kommando übernimmt, nicht „so unruhig mit dem Ball“ ist, wie es Thomas Müller noch im Hinspiel sah. Er sagt: „Wir gehen mit offenem Visier rein, aber nicht dumm. Wir wollen viel probieren, sind heiß auf das Spiel. Mehr liegt nicht in unserer Hand.“

Auch Abwehrmann Rafinha versuchte irgendwie Optimismus zu versprühen. Der Brasilianer meinte: „Drei Tore, vier Tore, oder auch Verlängerung – wir haben die Möglichkeit.“ Wie schon bei seinen Kollegen in den vergangenen Tagen war dabei nicht unbedingt der absolute Glaube an ein gutes Ende herauszuhören. Darauf angesprochen, erklärte Guardiola: „ Die Mentalität ist nicht das Problem! Es geht um die Qualität unseres Fußballs!“

Der Ticker vom Montag zum Nachlesen

Und um die Qualität der Spieler. Da fehlen natürlich auch im Rückspiel die Ausnahmekönner Ribéry und Robben. Ein weiterer Aspekt, warum das Ausscheiden näherliegt als das Weiterkommen. Wie es auch ausgeht, der Trainer fürchtet nicht, durch ein Scheitern Kratzer an seinem Ansehen zu bekommen. Motto: Image ist nichts! Pep: „Ich bin nicht hier, um der beste Trainer der Welt zu sein, das ist gar nichts, das ist sch… Ich bin hier, um so glücklich wie möglich zu sein und um dem Verein und meinen Spielern so gut es geht zu helfen!“ Dem Katalanen war wichtig zu betonen, dass er in Barcelona immer sein Bestes gegeben hat, genauso wie von Anfang an in München. Aber am Ende, so auch heute, „werden die Spieler den Unterschied machen“. Einer dieser Spieler, wenn auch nur ein Ersatzmann, hat schon mal erlebt, wie man ein 0:3 noch dreht. Claudio Pizarro war 1999 mit dabei, als Werder Bremen nach einem 0:3 in Lyon noch mit einem 4:0 im Rückspiel weiterkam. Die Medien in der Hansestadt nannten es damals Wunder. Wunder von der Weser.

mic, lop

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