Wer geht, wer werden die neuen Stützen?

Abstieg in die Regionalliga Bayern: FC Bayern II vor großem Umbruch

Sarpreet Singh (l.) und Fiete Arp (r.) werden in der Regionalliga Bayern vermutlich nicht mehr zum Kader des FC Bayern II gehören.
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Sarpreet Singh (l.) und Fiete Arp (r.) werden in der Regionalliga Bayern vermutlich nicht mehr zum Kader des FC Bayern II gehören.

Im Kader des FC Bayern II wird sich nach dem Abstieg aus der 3. Liga in die Regionalliga Bayern einige Veränderungen geben. Wir blicken auf den Umbruch.

München - Nach dem überraschenden Meistertitel in der 3. Liga in der vergangenen Saison folgte im letzten Sommer der große Umbruch bei den Amateuren des FC Bayern*. Zahlreiche tragende Stützen der Meistermannschaft verließen den Verein. Nach dem Abstieg aus der 3. Liga in diesem Jahr wird es bis zum Auftakt der neuen Regionalliga-Saison den nächsten personellen Umbruch geben. Angeführt wird dieser von Danny Schwarz und Martin Demichelis. Das Trainerduo bekam trotz der erschreckenden Bilanz von nur vier Punkten aus acht Spielen eine Jobgarantie.

Unwahrscheinlich ist jedoch, dass beispielsweise Christopher Scott ein Teil des neuen Teams sein wird. Der 18-Jährige war in der laufenden Saison einer der wenigen Lichtblicke. „Wir haben Spieler im Kader, die 25 bis 30 Spiele in der 3. Liga gemacht haben, da wird es nicht so leicht, die von der Regionalliga zu überzeugen bzw. wird es nicht das Richtige für die individuelle Entwicklung sein, sie in der Regionalliga spielen zu lassen“, spielte Jochen Sauer, sportlicher Leiter des Campus, nach dem Abstieg bei Magenta Sport genau darauf an. Das trifft beispielsweise auch auf Sarpreet Singh zu. Jann-Fiete Arp* wird mit Sicherheit nicht den Gang in die Regionalliga mit antreten. Auch aufgrund dessen, dass sein Gehalt auf Bundesliganiveau liegt. Andere große Talente wie Torben Rhein, Armindo Sieb, Bright Akwo Arrey-Mbi*und Nemanja Motika sollen laut Sauer und Schwarz hingegen das Grundgerüst für den Wiederaufstieg werden.Jamie Lawrence gehörte in der 3. Liga bereits zum Stammpersonal und verlängerte erst kürzlich seinen Vertrag.

Sechs Spieler verlassen den FC Bayern II sicher

Lasse Günther konnte zuletzt überzeugen, sein Arbeitspapier läuft jedoch in wenigen Wochen aus. Gespräche über eine Verlängerung werden geführt. Justin Che wechselte im Winter von Kooperationspartner FC Dallas leihweise nach München. Der 17-Jährige hatte keine Anpassungsschwierigkeiten an der Isar und soll fest verpflichtet werden. Der Defensivspieler könnte aber bereits zu gut für die Regionalliga sein. Eine Leihe im Anschluss ist eine Option. 

Das gilt auch für Josip Stanisic. Der Abwehrallrounder feierte in dieser Saison sein Bundesliga-Debüt. Der auslaufende Vertrag wird vermutlich verlängert. Maximilian Zaiser stand mehrmals im Kader der Profis, spielte aber in den letzten Wochen keine Rolle bei den Amateuren. Eine Liga tiefer könnte er eine tragende Rolle einnehmen. 

Definitiv keine Zukunft beim FC Bayern werden in Zukunft Angelo Stiller*, Alexander Lungwitz, Kilian Senkbeil, Angelo Mayer, Michael Wagner und Daniels Ontuzans haben. Das Sextett wurde im Rahmen des Heimspiels gegen Halle verabschiedet. Stiller wechselt in die Bundesliga zur TSG 1899 Hoffenheim und Ex-Coach Sebastian Hoeneß. Lungwitz kehrt zu Stammverein SpVgg Greuther Fürth zurück. Senkbeil, Mayer und Wagner spielten in der 3. Liga kaum eine Rolle. 

Die Leihspieler werden nicht zurückkommen

Die Zukunft von Nicolas Feldhahn ist derweil noch ungewiss. Es ist möglich, dass sich die Wege des langjährigen Kapitäns und des FC Bayern nach sechs Jahren trennen werden. Bei Timo Kern und Maximilian Welzmüller, den weiteren Routiniers im Kader, deutet vieles auf einen Verbleib hin. Aus der U19 dürfte der eine oder andere Spieler in den Amateur-Kader aufrücken. Als heißer Kandidat dafür gilt beispielsweise Angelo Brückner. Der 18-jährige Außenverteidiger bestritt im vergangenen Sommer bereits die Vorbereitung bei den Amateuren. Emilian Metu kommt vom SKN St. Pölten. Statt regelmäßige Einsätze in der österreichischen Bundesliga droht dem 18-Jährigen die Regionalliga Bayern oder die U19-Bundesliga.

Die Leihspieler, die im Sommer zurückkommen, wie Christian Früchtl, Oliver Batista Meier oder Lukas Mai dürften den FC Bayern sofort wieder verlassen. Schlichtweg, weil sie zu gut für die Regionalliga sind, jedoch auch die Perspektive bei den Profis fehlt. Zwar kommt mit Julian Nagelsmann ein großer Förderer von jungen Spielern. Es erscheint aber unwahrscheinlich, dass er Spielern aus der Regionalliga Spielzeit in der Bundesliga geben wird. Zu groß ist dafür der Leistungsunterschied. Sollte Alexander Nübel verliehen werden, könnte es zum Zweikampf zwischen Früchtl und Hoffmann um die Nummer zwei der Profis geben. Dass einer der beiden in der Regionalliga im Tor steht, ist sehr unwahrscheinlich. Bei Früchtl gibt es Interesse aus der österreichischen Bundesliga. Ron-Thorben Hoffmann* hütete in den vergangenen eineinhalb Jahren das Tor der Amateure. Obwohl sein Vertrag erst kürzlich verlängert wurde, ist ein Abgang sehr wahrscheinlich.

Wiederaufstieg wird ein schwieriges Unterfangen

Auf der anderen Seite wird die Verpflichtung von externen Neuzugängen und Talenten mit dem Abstieg in die Regionalliga deutlich erschwert. Ohne die 3. Liga verlieren die Bayern das größte Argument für Toptalente. Zuletzt wurden Sieb, Scott und Leon Dajaku genau damit nach München gelockt. Der direkte Wiederaufstieg mit Konkurrenten wie der SpVgg Unterhaching und möglicherweise der SpVgg Bayreuth und dem 1. FC Schweinfurt wird mit Sicherheit kein Selbstläufer. Die SpVgg, der 1. FC und Viktoria Aschaffenburg kämpfen derzeit um den Aufstieg in die 3. Liga. Der Sieger muss in die Relegation gegen Havelse.

„Wir haben lange in der Regionalliga gekämpft und auch, wenn du dort die vermeintlich beste Mannschaft bist, ist es unglaublich schwer, aufzusteigen. Diese Spiele sind wirklich zum Kotzen. Die Mannschaften sind nur darauf aus, uns ein Bein stellen. Da muss man erst einmal hochkommen“, sagt Feldhahn. Entscheidend wird dabei sein, einen ähnlichen erfahrenen Torgaranten wie Otschie Wriedt zu finden, der entscheidenden Anteil am Aufstieg und der Drittliga-Meisterschaft hatte. Dass dies nicht leicht sein wird, hat die vergangene Saison bereits gezeigt. 

(Alexander Nikel)

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