„Der Abstieg trifft uns hart“

Umbruch bei Bayern II: Wiederaufstieg in die 3. Liga ohne Routiniers? 

Der Verbleib von Kapitän Nicolas Feldhahn beim FC Bayern II ist unsicher.
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Der Verbleib von Kapitän Nicolas Feldhahn beim FC Bayern II ist unsicher.

Überraschend kam der Abstieg von Bayern II nicht mehr. Das 0:1 gegen Halle am Samstag verdeutlichte aber noch einmal, warum der FCB-Nachwuchs den Gang in die Regionalliga Bayern anzutreten hat.

München – Mit einem naiven Ballverlust hatte Innenverteidiger Justin Che, 17, in der ersten Minute das 0:1 verschuldet – diesem Rückstand liefen die kleinen Bayern* die restlichen 89 Minuten hinterher. Dem jungen US-Boy daran die Schuld zu geben, wäre jedoch der falsche Ansatz. Vielmehr wurden von den Verantwortlichen zu viele schlechte Entscheidungen getroffen.

Der Umbruch, der unerwartete Trainerwechsel im Sommer, das junge Personal stellen nur Ausreden dar. Schließlich rangierte der Talentschuppen des Rekordmeisters nach der Hinrunde mit 26 Punkten noch komfortabel auf Platz neun. Der Abstieg wurde erst nach der kurzen Winterpause eingeleitet. Trainer Holger Seitz verlor zunehmend den Fokus und wurde Anfang April – nach vier Niederlagen am Stück – vom Duo Martin Demichelis und Danny Schwarz abgelöst, um sich wieder vornehmlich um seine Aufgabe als sportlicher Leiter am Bayern-Campus kümmern zu können.

Schlechte personelle Entscheidungen und fehlende Profi-Unterstützung

Dass Seitz und Nachwuchsleiter Jochen Sauer nun einen Kader für die Regionalliga zusammenstellen müssen, ist eine logische Folge. In acht Spielen blieben die „Amateure“ unter Demichelis und Schwarz ohne Sieg, dennoch sollen sie bleiben. „Der Abstieg trifft uns hart“, sagt Schwarz. Die Erklärung, es mangele an „Erfahrung im Offensivbereich“, greift jedoch zu kurz. Schwarz muss sich dann die Frage gefallen lassen, warum der 18-jährige Armindo Sieb erneut den Vorzug vor dem 21-jährigen, Bundesliga-erfahrenenFiete Arp* bekommen hatte.

Wie Nachwuchschef Sauer erklärte, müsse man jungen Trainern ebenso Fehler zugestehen wie jungen Spielern – auch Meistertrainer Sebastian Hoeneß habe anfangs Lehrgeld bezahlt. Auch die Profiabteilung, die mit zahlreichen Talenten aus der Reserve vom Drittliga-Aufstieg profitierte, muss sich hinterfragen, warum jährlich Millionen in den Nachwuchs investiert werden und man der zweiten Mannschaft im Abstiegskampf trotzdem jede Unterstützung verweigert.

Mit einem extrem jungen Team, womöglich sogar ganz ohne Routiniers, soll nun der direkte Wiederaufstieg in Angriff genommen werden. Nach dem letzten Abstieg 2011 hatte es acht Jahre gedauert, um zurückzukehren. Diesmal soll es schneller gehen. 

(Matthias Horner)

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