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Bayern-Trainer erteilt Partyverbot, Stars büxen trotzdem aus Hotel aus - „Miami Nights“

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Von: Christoph Klaucke

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Franck Ribéry war beim FC Bayern im Sommer 2018 offenbar Mitbegründer der Whatsapp-Gruppe „Miami Nights“.
Franck Ribéry war beim FC Bayern im Sommer 2018 offenbar Mitbegründer der Whatsapp-Gruppe „Miami Nights“. © Renate Feil/Imago

Beim FC Bayern stürzten sich die Stars in der Vorbereitung trotz Partyverbot ins Nachleben von Miami. Der Anfang vom Ende für Ex-Trainer Niko Kovac.

München - Das Wichtigste für einen Trainer ist es, die Kabine im Griff zu haben, heißt es im Fußball immer so schön. Dass diese Floskel auch auf höchstem Niveau beim FC Bayern gilt, beweist wohl die Amtszeit von Niko Kovac. Der Trainer hatte im Sommer 2018 beim Rekordmeister angeheuert.

Zur Vorbereitung ging es auf USA-Reise mit Stationen in Philadelphia und Miami, wo zum Abschluss der Tour ein Testspiel gegen Manchester City mit Ex­-Coach Pep Guardi­ola organisiert war. Bereits wenige Wochen nach seinem Start beim FC Bayern brachte Kovac die Spieler gegen sich auf. Es kam zum ersten Bruch zwischen Trainer und Mannschaft, wie Bild-Reporter Christian Falk in seinem Buch „Bayern Insider“ enthüllt.

FC Bayern: Ex-Trainer Kovac verbietet Partynacht in Miami - FCB-Stars büxen aus Hotel aus

Die Bayern-Stars wollten sich auf der letzten Station in Miami ein wenig amüsieren und das Nachtleben am South Beach auskundschaften. Doch Kovac bekam beim Abendessen von den Plänen offenbar Wind und grätschte forsch dazwischen. „Keiner geht raus! Wir haben in drei Tagen ein unheim­lich wichtiges Testspiel. Wir müssen fokussiert und konzentriert sein. In sechs Wochen erwartet uns bereits das erste Bun­desligaspiel. Feiern geht nicht in der Vorbereitung!”, soll Kovacs Ansage vor versammelter Mannschaft geheißen haben.

Dass sie nach harter Vorbereitung um ihre Belohnung gebracht werden, ließ die Spieler enttäuscht zurück und machte sie demnach sogar wütend. Doch die Laune der Stars sollte sich schnell wieder aufhellen, denn noch im Fahrstuhl auf dem Weg in ihre Zimmer war bei einigen eine neue Whatsapp-Gruppe auf dem Handy aufgeploppt. „Miami Nights“ wurde ins Leben gerufen. Die Initiatoren sollen David Alaba, Rafinha und Franck Ribéry gewesen sein, James Rodriguez organisierte den Besuch in eine Diskothek. Die Mannschaft widersetzte sich der „Ausgangssperre“ von Chef Kovac.

Der Respekt vor Kovac war damit von Anfang an weg.

Ein von Christian Falk namentlich nicht genannter Bayern-Spieler

FC Bayern: Ex-Trainer Kovac scheitert an Whatsapp-Gruppe „Miami Nights“

Die Spieler zogen demnach bis 6 Uhr morgens um die Häuser. Vor der nächsten Einheit rechneten die ausgebüxten Stars fest mit einer Strafe, doch Kovac erwähnte den Vorfall mit keinem einzigen Wort. Dabei wurden sie vor dem nächtlichen Ausflug von Kovacs Bruder Robert und anderen Teambetreuern auf frischer Tat ertappt.

„Wenn ein Trainer so eine ,Mr.-­Hart­-Ansage‘ macht, muss er Konsequen­zen ziehen. Wir hätten das akzeptiert“, sagte ein namentlich nicht genannter Spieler zu Falk. „Indem er nichts sagte, hatte Kovac bei uns verloren. Die Folge war: Die Mannschaft rückte in Miami noch ein weiteres Mal für eine Partynacht aus, und so ging das die nächsten Monate munter weiter. Der Respekt vor Kovac war damit von Anfang an weg.“

Die Folge waren neun Punkte Rückstand hinter Dortmund. In der Rückrunde rissen sich die Stars am Riemen und holten nach furioser Aufholjagd noch den Meistertitel und den DFB-Pokal. Doch die „Miami Nights“ waren der Anfang vom Ende für Kovac, der nach einem 1:5 in Frankfurt im Herbst 2019 entlassen wurde und mittlerweile AS Monaco trainiert. Zu einem Bruch kam es beim FC Bayern in der Vergangenheit auch zwischen Sportvorstand Hasan Salihamidzic und Kovacs Nachfolger Hansi Flick. (ck)

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