FCB-Stars dürfen durchschnaufen

Voller Fokus auf RB und BVB: Flicks riskanter Plan gegen Köln geht auf - Vorteil fürs Spitzen-Spiel?

Flick schonte vor den Spielen gegen Salzburg und Dortmund zahlreiche Stammspieler.
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Flick schonte vor den Spielen gegen Salzburg und Dortmund zahlreiche Stammspieler.

Gegen den 1. FC Köln rotierte Hansi Flick ordentlich durch. Am Ende gelang ein knapper 2:1-Sieg. Zahlt sich das vor dem Duell gegen Dortmund aus?

München - Für einen kurzen Moment dachte Kingsley Coman vom FC Bayern, dass er nun doch noch aufstehen muss. Der Franzose zuckte auf der zur Ersatzbank umfunktionierten Haupttribüne des Kölner Stadions, aber ein Blick zu Trainer Hansi Flick ließ ihn wieder entspannen. Bleib sitzen! Kein Risiko! Die Aussage konnte man aus Flicks Gestik genau ablesen. Damit blieb der Bayern-Trainer seinem Motto des Spieltages treu: Alle Kräfte bündeln für den Liga-Gipfel am Samstag bei Borussia Dortmund.

FC Bayern: Flick schon Stars für Top-Spiel gegen Borussia Dortmun

„Wir reden immer über Belastungssteuerung“, sagte der 55-Jährige nach der Partie, und es wirkte fast, als wolle er sich für seine Personalentscheidungen vor dem Arbeitssieg beim 1. FC Köln rechtfertigen. Er erklärte, dass „wir alle drei, vier Tage ein Spiel haben, mit Reisen“, noch dazu „zwei weitere Auswärtsspiele vor der Brust“. Deshalb hatte er sich nicht nur dazu entschieden, Coman ganz und David Alaba bis zur 79. Minute draußen zu lassen, sondern vor allem Robert Lewandowski und Leon Goretzka gar nicht erst mitzunehmen.

Flick sagte mit Blick auf das laufende Programm: „Das ist für die Spieler auch eine psychologische, mentale Belastung.“ Stattdessen durften sich Javi Martinez, Eric Maxim Choupo-Moting und Joshua Zirkzee als Ersatz versuchen – mit überschaubarem Erfolg. Aufgedrängt hat sich keiner der drei.

FC Bayern München: Flick gönnt Torjäger Lewandowski eine Pause

Vor allem Lewandowskis Absenz hatte vor Anpfiff freilich für Verwunderung gesorgt. Selbst die Mitspieler hatten es kaum glauben können, als der Pole nach dem Abschlusstraining am Freitag sagte: „Also Jungs, viel Glück!“ Thomas Müller dachte gar erst an einen Scherz des Polen, der ja nicht unbedingt dafür bekannt ist, gerne auf Spiele oder Tore zu verzichten.

Aber der Coach hatte in den Tagen nach dem Sieg in Moskau mit seinem Torjäger gesprochen – und Lewandowski „Gefallen“ an Pausen gefunden. Auch der Nationalspieler selbst weiß laut Flick, „dass er eine lange letzte Saison gehabt hat, mit sehr vielen Spielen“.

FC Bayern: Lewandowski darf mit seiner Familie ausspannen

Ehefrau Anna Lewandowska hatte schon in der Früh ein Foto veröffentlicht, das ihren Mann mit den Töchtern beim Herbstspaziergang zeigte. Ein Mal den Kopf durchblasen lassen – ein schönes Kontrastprogramm zur nächsten Auswärtsreise. Man dürfe ja auch nicht vergessen, sagte Flick, dass „man immer von ihm erwartet, dass er zu 100 Prozent da ist, seine Tore macht. Das ist eine wahnsinnige mentale Anspannung.“ Diese dürfte nun ein wenig gewichen sein.

Lewandowski fehlte dem Spiel, genau wie Goretzka, bei dem die Sachlage allerdings eine andere war. Der 25-Jährige sollte eigentlich mitfahren, hatte laut Flick aber „Probleme angezeigt“. Man entschied sich dafür, die Muskeln behandeln zu lassen und laut Flick zu „gucken, dass wir ihn in den nächsten beiden Spielen im Kader haben“. Morgen in Salzburg und Samstag in Dortmund soll die erste Elf wieder bei Kraft sein. Das heißt: Alaba soll die Abwehr lenken. Goretzka im Mittelfeld für mehr Drang nach vorne sorgen als Javi Martinez. Lewandowski sein erstes Königsklassen-Tor schießen. Und auch Coman sich wieder bewegen.

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