Rekordnationalspieler außer sich

„Typisch deutsch“: Matthäus tobt wegen Flughafen-Posse - Überraschende Behauptung folgt sofort

Lothar Matthäus teilt oft kritische Ansichten, zum Flughafen-Vorfall in Berlin äußerte der 59-Jährige eine kontroverse Meinung und pflichtete den FCB-Bossen bei.

München - Die Bayern zogen nach dem 2:0 im Halbfinale der Klub-WM in Katar ins Endspiel ein, doch bis dahin war es ein langer Weg für die Münchner. Nach den chaotischen Szenen am Flughafen Berlin Brandenburg flog der Rekordmeister mit siebenstündiger Verzögerung in den Wüstenstaat, was Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß zu deutlichen Äußerungen bewegte. Lothar Matthäus stellte sich nun klar hinter die FCB-Führungsetage.

FC Bayern: Matthäus äußert Verständnis für Rummenigge und Hoeneß - „Kann Ärger nachvollziehen“

Der für 23.15 geplante Flieger, der den Bayern-Tross in sechseinhalb Stunden von Berlin nach Doha bringen sollte, stand kurz vor Mitternacht noch auf dem Rollfeld. Da nach 0 Uhr ein Flugverbot gilt, wurde den Bayern die Starterlaubnis verweigert, Rummenigge war außer sich. „Wir fühlen uns von den zuständigen Stellen bei der brandenburgischen Politik total verarscht. Die Verantwortlichen wissen gar nicht, was sie unserer Mannschaft damit angetan haben“, so der FCB-Boss zur BZ. Ex-Präsident Uli Hoeneß sprach beim Bayerischen Rundfunk gar von einem „Skandal ohne Ende“ und einer „Unverschämtheit“.

Für die Aussagen gab es Gegenwind von vielen Seiten, besonders, da die Bevölkerung im Land pandemiebedingt dazu angehalten ist, auf unnötige Reisen zu verzichten. Der FC Bayern wird auch für die Kooperation mit Katar kritisiert, besonders die Menschenrechtslage auf der Halbinsel sind für die Fans ein Problem.

Von Lothar Matthäus gab es jedoch keine Widerworte, der Ex-Profi pflichtete den Bayern nun in seiner Sky-Kolumne ‚So sehe ich das‘ bei. Er könne „den großen Ärger von Rummenigge und Hoeneß absolut nachvollziehen“, schrieb der ehemalige Weltfußballer darin unter anderem.

FC Bayern: Matthäus pflichtet FCB-Bossen bei - „Wäre keinem anderen Spitzenverein der Welt passiert“

„Ich will es mal so sagen: Was da Freitagnacht passiert ist, war typisch deutsch. Kleinkariert und vielleicht einfach Anti-Bayern. Sportlich ist dieser Klub der Botschafter Nummer eins unseres Landes weltweit“, schrieb der DFB-Ehrenspielführer. Matthäus bezeichnete die verweigerte Starterlaubnis als „pure Schikane“. Besonders, weil sich die Bayern im Vorfeld auf das Flugverbot vorbereitet hatten und sogar die Anstoßzeit des Auswärtsspiels bei Hertha BSC verlegen ließen.

Matthäus holte noch weiter aus, seiner Meinung nach ist der FC Bayern bewusst falsch behandelt worden. „Das wäre mit keinem anderen Spitzenverein der Welt passiert. Wenn Real Madrid, Juventus oder Liverpool zur Klub-WM aufgebrochen wären, dann hätten sie zu jeder Tages- und Nachtzeit die Erlaubnis bekommen“, ist sich der 464-fache Bundesliga-Spieler sicher. Ob es sich tatsächlich um eine beabsichtigte Beeinträchtigung der Reiseabläufe handelte, wird sich wohl nur schwer klären lassen. (ajr)

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