Neun Monate und ein Tag

Nun könnte es bei Ribery ganz schnell gehen

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Franck Ribery.

München - Bayerns Flügelflitzer Franck Ribery befindet sich am Ende einer langen, mysteriösen Verletzungspause. Nun könnte es schnell gehen.

Zeit ist ein relativer Begriff, wenn es um Franck Ribery geht. Drei Tage können zu neun Monaten werden. Am 11. März hat der Franzose seinen Auftritt im Champions League-Achtelfinale des FC Bayern gegen Schachtjor Donezk (7:0) nach 59 Minuten beenden müssen, zwar humpelnd, aber nicht wirklich besorgt. Schon für den folgenden Samstag war seine Rückkehr geplant, doch Ribery wirkte weder in Bremen mit noch in irgendeinem anderen Bayern-Spiel seitdem. Aus einem vermeintlich harmlosen Schlag auf den Knöchel resultierte eine Knochenhautentzündung, deren Hartnäckigkeit die medizinische Abteilung monatelang vor unlösbare Rätsel stellte und zu einem massiven internen Streit beitrug.

Nun soll es mit der Rückkehr plötzlich ganz schnell gehen. Am Mittwochabend berichtete Ribery bei einem Sponsorentermin von den Fortschritten, die er in jüngster Zeit gemacht habe, und dass er am Sonntag ins Mannschaftstraining zurückkehren wolle. Ein Wort ergab das nächste, bis er gefragt wurde, ob er sich schon beim folgenden Heimspiel gegen den FC Ingolstadt einen Einsatz zutraue. Antwort: „Warum nicht?“ Der Termin wäre exakt neun Monate und einen Tag nach Donezk.

Fußballer sind von Natur aus ungeduldig, auch Ribery ist nicht nur auf dem Platz schwer zu bremsen. Andererseits hat er genug Zeit gehabt, in seinen Körper hinein zu horchen und an den Grundlagen zu arbeiten. „Ich kann alles machen, was ich will“, sagt er: „Mit Ball, Grundschnelligkeit, Sprint.“

Sollte es mit einem Kurzauftritt gegen den Aufsteiger tatsächlich klappen, so hätte der vor allem symbolischen Charakter: Seht her, ich bin noch da. So kurz vor Weihnachten, im letzten Liga-Heimspiel des Jahres, wäre es ein emotional rührender Abschluss – für alle Beteiligten. „Wir und alle Fans freuen uns drauf“, versichert Karl-Heinz Rummenigge. „Er gibt uns noch eine Qualität mehr auf dem Platz.“

In der Winterpause wird Ribery weiter daran arbeiten, seine Defizite wettzumachen. Douglas Costa, der im März noch das Donezk-Trikot trug, hat den Franzosen exzellent vertreten. Für einen fitten Ribery aber wird sich garantiert ein Plätzchen finden, nicht nur weil Costa mittlerweile auch ein Mann für die Mitte ist. Wenn die Bayern in den großen Spielen eines brauchen werden, dann ist es Vielfalt im Kader.

Marc Beyer

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